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Die Stunde der No-Names Cissé & Co.

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Freiburgs Papiss Demba Cissé. © dpa

Frankfurt  - Vier vor dieser Saison eher unbekannte Stürmer haben in der Bundesliga-Hinrunde auf sich aufmerksam gemacht. Für Gekas und Kollegen existieren eher abseits des Rasens Tücken - sie stolpern höchstens sprachlich.

Sie sind keine Quasselstrippen, dafür lassen sie Tore sprechen: Papiss Demba Cissé vom SC Freiburg, Eintracht Frankfurts Theofanis Gekas, Didier Ya Konan von Hannover 96 und Kaiserslauterns Srdjan Lakic sind die Stürmer der Stunde in der Fußball-Bundesliga. Vor dieser Saison hätte kaum einer vermutet, dass das eher unbekannte Quartett so auftrumpft und das Rennen um die Torjägerkanone bestimmt.

Selbst die ehemaligen Real-Stars Raul (Schalke/6 Tore) und Ruud van Nistelrooy (Hamburger SV/5) haben in der Torjägerliste gegen die No-Names das Nachsehen: Cissé und Gekas (beide 13) führen vor Ya Konan und Lakic (beide 9) sowie drei weiteren Stürmern - darunter die eigentlich ganz vorne erwarteten Edin Dzeko (VfL Wolfsburg) und Mario Gomez (Bayern München). Schwerer als mit dem Toreschießen, tun sich die Goalgetter mit dem Erlernen der deutschen Sprache.

Freiburgs Cissé musste einen weiten Weg bis an die Spitze zurücklegen. Der 25-Jährige erlernte das Tricksen auf staubigen Straßen im Senegal. Eine Ausbildung abseits von Kopfball und Volleyschuss stand für ihn nie im Vordergrund. “Mein Vater hat mich jeden Morgen für den Unterricht geweckt, aber die Schule hat mir einfach nichts gegeben“, erzählt der achtmalige Nationalspieler.

Über AS Douanes (Senegal) und FC Metz (Frankreich) kam Cissé in den Breisgau. Der SC Freiburg überwies im Januar die clubinterne Rekordablösesumme von 1,6 Millionen Euro an die Franzosen. Die Verpflichtung war ein Risiko, das sich ausgezahlt hat. “Ohne ihn wären wir vermutlich abgestiegen“, meint Manager Dirk Dufner. Und ohne Cissé wäre auch der aktuelle Höhenflug auf Rang fünf kaum möglich gewesen. Der Musterprofi besticht nicht nur durch Tore sondern auch mit Technik. “Ich bin von ihm begeistert“, sagt Teamkollege Jan Rosenthal.

Lobeshymnen prasseln auch auf Theofanis Gekas ein. Ob mit Rechts, mit Links oder mit dem Kopf - der 30-jährige Grieche trifft aus jeder Lage. Gerne taucht er mal minutenlang während eines Spiels ab, um im nächsten Moment zuzuschlagen. “Er ist ein Schlitzohr“, sagt sein Trainer Michael Skibbe, der ihn aber auch ab und an animieren muss, sich läuferisch stärker ins Spiel der Eintracht einzubringen.

2006 wechselte Gekas von Panathinaikos Athen zum VfL Bochum und holte sich gleich die Torjägerkanone (20 Treffer). Nach Auf und Abs bei Bayer Leverkusen und dem FC Portsmouth kam er erst in der vergangenen Rückserie bei Hertha BSC wieder in Gang. Nach dem Abstieg der Berliner griff Frankfurt im Sommer für eine Million Euro Ablöse.

Ans Scheinwerferlicht wird sich Gekas wohl nie gewöhnen. “Ich möchte nur meine Ruhe haben“, sagt er immer wieder. Mit der deutschen Sprache tut sich der “Leisetreter“ schwer. Am liebsten hat er bei Interviews Berater Paul Koutsoliakos oder Teamkollege Ioannis Amanatidis als Dolmetscher an seiner Seite.

Sprachbarrieren gibt es auch bei Didier Ya Konan. Doch für den Ivorer sind Tore das beste Kommunikationsmittel. “Mit Didier haben wir eine Bombe vorne“, sagt Mitspieler Lars Stindl über den “Tunnelkönig“, der im Sommer 2009 aus Trondheim nach Hannover gekommen war. Kurz vor dem Hinrundenende zog sich Ya Konan aber eine Knieverletzung zu. Der Rückrundenstart könnte für ihn zu früh kommen. Seine Ambitionen sind jedoch klar: “Wir wollen in den Top 5 spielen.“

So hohe Ziele hat Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern nicht - auch wenn Paradestürmer Srdjan Lakic das Zeug zu mehr hätte. “Ich möchte noch viel mehr von mir zeigen“, meint der 27-jährige Kroate. Nach zwei gescheiterten Versuchen bei Hertha BSC, hat erst der Wechsel zu den “Roten Teufeln“ seinen “Killerinstinkt“ wieder geweckt. Coach Marco Kurz hält große Stücke auf ihn: “Er ist ein Leader und will jedes Spiel gewinnen“. Das hören an ihm interessierte Vereine sicher gerne - denn zum Saisonende läuft Lakic' Vertrag aus.

dpa

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