Spanien setzt auf "Ein-Mann-Sturm" Villa

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David Villa soll's richten

Johannesburg - Weil Kollege Fernando Torres bislang ein Totalausfall ist, ruhen die spanischen Hoffnungen gegen das äußerst defensivstarke Paraguay auf David Villa.

Spanien setzt seine ganzen Hoffnungen wieder auf seinen “Ein-Mann-Sturm“ David Villa. In bewährter Weise soll der phänomenal auftrumpfende “Knipser“ im WM-Viertelfinale auch Paraguays Paradeabwehr knacken. “David steht unter Strom. Das ist super für uns“, schwärmte Abwehrchef Gerard Piqué vor dem Duell am Samstag in Johannesburg gegen die südamerikanische Überraschungself dieser Fußball-WM. Für Trainer Vicente del Bosque zählt Villa wegen seiner vier Tore “ganz klar“ zu den herausragenden Spielern in Südafrika: “Wir sind sehr zufrieden und hoffen, dass er so weiter macht.“

Nachdem der hoch gehandelte Stürmer-Star-Fernando Torres in Südafrika bislang ein Totalausfall ist und das spielerisch brillante Mittelfeld kaum Torgefahr ausstrahlt, lastet auf Villa die Hauptverantwortung. Dies scheint den Neuzugang des FC Barcelona nicht zu beeinträchtigen, obwohl der klassische Strafraum-Wühler in der Starformation auf die linke Außenbahn versetzt wird. “Es läuft ganz gut“, sagte der 28 Jahre alte Alleinunterhalter im Angriff. Angesichts seines Viererpacks und der Vorlage zu Spaniens einzigem weiteren Treffer durch Andrés Iniesta ist dies eine maßlose Untertreibung.

Schon jetzt hat der EM-Torschützenkönig in Südafrika so häufig “eingelocht“ wie vor zwei Jahren in Österreich insgesamt. Dabei hat er im Idealfall noch drei weitere Partien, seine Bilanz zu verbessern. “Entscheidend ist der Erfolg der Mannschaft“, sagte der wegen seines bescheidenen und zurückhaltenden Auftretens häufig unterschätzte Villa. Wenn jedoch die Torjäger-Krone “als Beigabe“ hinzukäme, hätte “el guaje“ (der Kleine) nichts dagegen.

Abgesehen vom Stolper-Start gegen die Schweiz, bei dem Spanien zum einzigen Mal ohne Treffer blieb, schlug Schlitzohr “Mara-Villa“ jedes Mal zu. Diese Serie will der Torgarant, für 40 Millionen Euro vom klammen FC Valencia zum Meister Barcelona verkauft, am Samstag (20.30 (Uhr/RTL und Sky) im Ellis Park ausbauen. “Wenn wir weiter so treffen, können wir weit kommen“, sprach der Solo-Schütze vor dem greifbar nahen erstmaligen Halbfinal-Einzug der “selección“ uneitel im Plural. Villa schränkte aber umgehend ein, er denke nur daran, sich optimal auf die Partie gegen Paraguay vorzubereiten. “Weiter zu denken ist nicht gut. Das wird eh schwierig, aber wir haben viel Selbstvertrauen, dass wir gewinnen.“ Als Spanien 1950 in Uruguay als Vierter sein bestes WM-Abschneiden erreichte, gab es keine K.o.- sondern eine Endrunde mit den vier Gruppensiegern.

Aussicht auf wirkungsvolle Unterstützung gegen den perfekten “Betonriegel“ Paraguays hat Villa kaum. Es sei denn, bei Torres löst sich die Verkrampfung. Seit seiner Meniskusoperation im April läuft der Stürmer des FC Liverpool seiner alten Form hinterher. Del Bosque hat Torres dennoch eine Einsatzgarantie als nominell einziger echter Spitze gegeben. “Unser Stürmer ist Fernando. Wir vertrauen ihm voll“, sagte der Coach.

Fernando Llorente, der nach seiner Einwechslung im Achtelfinale gegen Portugal gleich für mächtig Gefahr sorgte, muss sich weiterhin mit der undankbaren Jokerrolle abfinden. “Wir wissen auch, dass er uns in vielen Dingen helfen kann“, deutete del Bosque indes an, dass er im Ernstfall auf die Kopfballstärke und Durchsetzungsfähigkeit des 1,95-Meter-Mannes von Athletic Bilbao zurückgreifen wird.

Villa versicherte, er sei froh, nicht in del Bosques Haut zu stecken. “Es ist schwierig, sich für einen Mannschaftskollegen entscheiden zu müssen“, wehrte er ein Votum für einen der beiden ab. “Torres und Llorente haben gegen Portugal extrem gearbeitet. Egal wer von beiden spielt, entscheidend ist, dass es dem Team hilft.“ Zugleich stellte er sich hinter den harscher Kritik ausgesetzten Torres: “Er ist nicht in schlechter Form. Wir alle wissen, dass sein Moment kommen wird. Hoffentlich schon gegen Paraguay.“

dpa

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