Vertragsverlängerung als Bundestrainer

Soveräne WM-Quali: Beste Argumente für Löws Zukunft

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Nach der souveränen Qualifikation für die WM in Brasilien kann Bundestrainer Jogi Löw gelassen auf seine anstehende Vertragsverlängerung blicken.

Stockholm  - Souverän haben Philipp Lahm und Co. die Tickets der deutschen Nationalmannschaft für Brasilien gelöst und dabei beste Argumente geliefert, den Vertrag mit Bundestrainer Löw zu verlängern.

Noch in der Nacht nach dem Toredrama von Stockholm wollte sich Joachim Löw mit der gesamten Sportlichen Leitung zusammensetzen, um den Zeitplan für die Vertragsverlängerung festzulegen. „Die Verhandlungssituation ist entspannt. Wir sind ja ständig in Gesprächen. Man wird nicht lange warten“, kündigte Manager Oliver Bierhoff nach dem „relativ spektakulären“ (Löw) 5:3-Sieg in Schweden an. Ungeschlagen, mit neun Siegen aus zehn Spielen hat die deutsche Nationalmannschaft das Ticket zur Fußball-WM im kommenden Sommer in Brasilien gebucht. „Dass wir uns defensiv insgesamt als Mannschaft unbedingt verbessern wollen, ist klar. Daran werden wir weiter arbeiten“, erklärte Bundestrainer Löw nicht zum ersten Mal.

DFB-Elf siegt in Schweden

DFB-Elf siegt in Schweden - Bilder

Trotz der in der Friends Arena von Solna wieder zutage getretenen Defensiv-Aussetzer hat das deutsche Team eine beeindruckende Ausscheidungsrunde hingelegt: In nun schon 32 Qualifikationspartien für Welt- und Europameisterschaften nacheinander blieb das Löw-Team unbezwungen - ein durchaus überzeugender Grund für eine Vertragsverlängerung. Seit dem personellen Umbruch 2010, als junge Spieler wie Mesut Özil und Sami Khedira dazukamen, hat Deutschland von 25 Pflichtspielen 23 gewonnen, einmal unentschieden gespielt im 4:4-Wahnsinns-Hinspiel gegen Schweden und nur einmal verloren, im EM-Halbfinale 2012 gegen Italien, rechnete Löw vor.

„Wir alle wissen, wie die Entwicklung seit 2004 gelaufen ist. Das spricht ganz klar für unseren Trainer, auch die Bilanz mit den vielen Siegen. Für den Erfolg ist er nun mal hauptverantwortlich“, erklärte der Neue im erlesenen Club der Hunderter, Bastian Schweinsteiger. „Ich bin überzeugt, dass wir eine erfolgreiche WM spielen werden in Brasilien“, schloss der 29 Jahre alte Münchner an, ungeachtet der nun wieder aufkommenden Diskussion über die Defensiv-Anfälligkeit.

„Wir waren nicht ganz konzentriert und mussten aus zwei Schüssen zwei Tore hinnehmen, obwohl wir feldüberlegen waren“, bemerkte Löw zum Stockholmer Fehlstart, den Mesut Özil, Mario Götze und dreimal André Schürrle vor 50 000 Zuschauern mit ihren Toren mehr als wettmachten. „Man ärgert sich über jedes Gegentor. Aber wir haben gewonnen. Wir haben fünf Tore geschossen“, betonte der beim FC Chelsea in kurzer Zeit schon erstarkte Schürrle.

Die Defizite schleppt der Bundestrainer mit ins WM-Jahr. Denn erst in unmittelbarer Vorbereitung auf den Höhepunkt im Fußball-Traumland Brasilien hat er die Gelegenheit, ausdauernd und intensiv an den Schwächen zu arbeiten, die das WM-Ziel gefährden könnten. „Das sind Abstimmungsprobleme, die man manchmal einfach hat, weil die Spieler aus verschiedenen Vereinen kommen, da kann das nicht zu 100 Prozent passen. Das ist die Aufgabe vor einem Turnier, da hat man Wochen Zeit, das einzustudieren. Das werden wir wieder wie vor jedem Turnier gut machen“, meinte Kapitän Philipp Lahm.

Zunächst einmal aber sollen nun die neuen Verträge für Löw, Bierhoff und Torwartcoach Andreas Köpke bis 2016 unter Dach und Fach gebracht werden. Löw-Assistent Hansi Flick könnte nach der WM in Brasilien zum DFB-Sportdirektor aufsteigen. „Das Ding wird seit drei Wochen diskutiert. Ich finde das gar nicht so spannend“, bemerkte Bierhoff: „Wenn alles geklärt ist, werden wir es bekanntgeben.“ Am Freitag soll es in der DFB-Zentrale in Frankfurt so weit sein.

dpa

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