Sommerhoch lässt Profis schwitzen

Kein Hitzefrei in Liga zwei

Berlin - Am Wochenende drohen Hitzerekorde, und die Zweitliga-Profis müssen Fußball spielen. Mediziner warnen, die Organisatoren stellen Unmengen von Wasser bereit - auch für die Fans.

Selbst mitten in der Wüste, sagt die Wettervorhersage, wird es am Wochenende angenehmer als auf deutschen Stadionsitzen. Mit Temperaturen bis zu 40 Grad gleichen die Arenen der unteren Spielklassen einer Erlebnissauna - auch, weil aufgrund fehlender Obergrenzen in den Statuten zwingend gespielt und geschwitzt werden muss. Schöner wird der Fußball durch die Sahara-Hitze freilich nicht.

„In großer Hitze leidet natürlich die Leistungsfähigkeit. Der Körper ist vorwiegend mit der Wärmeabgabe beschäftigt“, sagte Joachim Mester, Leiter des trainingswissenschaftlichen Instituts der Deutschen Sporthochschule Köln, dem SID: „Allerdings weiß man aus Wettkämpfen unter besonderen Klimabedingungen, was der Körper alles aushält, wenn man richtig damit umgeht.“

Ungewöhnlich sind Sportereignisse mit Hitzerekorden tatsächlich nicht, nur sind gerade die Fußballer in Deutschland durch die Sommerpause recht verwöhnt. Wer allzu sehr stöhnt, sollte mal bei den Radprofis wegen der äußerlichen Bedingungen der Tour de France oder auch bei Weltmeister Sebastian Vettel nachfragen, dessen Formel-1-Cockpit am Sonntag in Ungarn einem Glutofen gleichen dürfte.

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„Im Sommer ist es heiß, das ist keine riesige Überraschung“, sagte Peter Stöger, Trainer des 1. FC Köln vor dem Derby gegen Fortuna Düsseldorf am Sonntag (15.30 Uhr/Sky), das allerdings auch ohne Sommerhoch „Yasmine“ hitzig genug werden dürfte.

Der „Siedepunkt“ mit knapp 40 Grad wird am Samstag im badischen Karlsruhe erwartet, wenn der KSC den FC St. Pauli empfängt (15.30 Uhr/Sky). „Ich weiß nicht, ob wir da flexibel genug sind, bei diesen extremen Temperaturen andere Anstoßzeiten zu wählen“, sagte Pauli-Trainer Michael Frontzeck: „Unabhängig von den Spielern ist es auch für jeden Besucher nicht gerade gesund, bei 40 Grad irgendwo anderthalb Stunden zu stehen.“

Das auch von Leipzig-Trainer Ralf Rangnick für die 3. Liga geforderte „Hitzefrei“ am Nachmittag wird es jedoch nicht geben. In den Regelwerken des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) sind solche Fälle nicht vorgesehen, einzig die Schiedsrichter sind angehalten, den äußeren Umständen entsprechend zu reagieren und auch während der Halbzeiten (kurze) Trinkpausen zu gewähren.

Viel mehr als um ihre Profis, die vor allem „trinken, trinken, trinken“ (Mester) müssen, sorgen sich die Vereine ohnehin um die Zuschauer, für die es auf den engen Rängen fast kein Entkommen vor der direkten Sonneneinstrahlung gibt. Der KSC wird im Innenraum Feuerwehrschläuche auslegen, über die „durch den Ordnungsdienst alle relevanten Zuschauerbereiche in regelmäßigen Abständen mit Wasser (feiner Sprühnebel) bespritzt“ werden, teilte der Verein mit. Zudem sei das Deutsche Rote Kreuz mit deutlich mehr Personal vor Ort, und der „Caterer hat alle Versorgungsstände mit ausreichend alkoholfreien Getränken“ bestückt.

„Wir werden unsererseits alles dafür tun, dass alle im Stadion so gut wie möglich mit der Hitze klarkommen können“, sagte KSC-Präsident Ingo Wellenreuther: „Neben den von uns getroffenen Vorsorgemaßnahmen bitten wir aber natürlich auch jeder Besucher selbst, im Vorfeld geeignete Vorsichtsmaßnahmen - sei es beispielsweise die Sonnencreme, die entsprechende Kopfbedeckung oder vorab genug Wasser zu trinken - zu ergreifen.“

Ähnlich aufpassen müssen auch die Tausenden Fans der Bundesliga, die am Wochenende ihren Vereine bei Saisoneröffnungen oder Testspielen zujubeln. Der SC Freiburg etwa erwartet am Samstag im Breisgau bei bis zu 40 Grad zum Familientag (ab 14.00 Uhr) Athletic Bilbao. Ebenso ins Schwitzen kommen die Anhänger von 1899 Hoffenheim rund 200 Kilometer weiter nördlich, wenn Olympiakos Piräus (15.00 Uhr) zu Gast ist.

SID

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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