War das ManU-Angebot besser?

Schwere Vorwürfe rund um den Özil-Transfer

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Mesut Özil beim Länderspiel

London - Mesut Özil ist bei seinem neuen Verein Arsenal London angekommen. Doch getrübt wird die Vorfreude durch einen neuen Medienbericht, in dem schwere Vorwürfe erhoben werden.

Mesut Özil konnte es kaum erwarten, endlich an seinem neuen Arbeitsplatz anzukommen. Nach dem souverän erledigten Job mit der Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation ging es für den 24 Jahre alten Spielmacher am frühen Mittwoch von den Färöer-Inseln mit Zwischenstopp in Frankfurt weiter nach England. „Ich freue mich sehr auf London. Es ist meine neue Heimat, eine neue Aufgabe“, sagte Özil nach getaner 3:0-Arbeit in Tórshavn.

Auf der kleinen Bühne im Tórsvøllur-Stadion hatte Özil wieder einmal jene Qualitäten aufblitzen lassen, welche die Real-Fans ebenso wie Superstar Cristiano Ronaldo künftig in Madrid vermissen werden und wofür der FC Arsenal die Vereins-Rekordablöse von 50 Millionen Euro ausgegeben hat: Perfektion am Ball, tödliche Pässe wie beim Konter auf Thomas Müller, der zum vorentscheidenden Foulelfmeter führte, den Özil selbst zum 2:0 verwandelte. „Sie waren mit zehn, elf Mann in der eigenen Hälfte und haben die Räume eng gemacht“, sagte Özil über die Färinger und resümierte: „Letztendlich können wir mit dem 3:0 zufrieden sein.“

Es war sein vierter verwandelter Elfmeter und sein insgesamt sechstes Tor in der Qualifikation, womit er Topschütze im DFB-Team ist. In seinem 50. Länderspiel am 11. Oktober in Köln kann er nun mit den Kollegen die WM-Qualifikation fix machen. „Wir wissen, dass die Iren aggressiv zur Sache gehen“, sagte Özil, „aber wir werden dagegenhalten. Wir werden unser Spiel machen und auch gewinnen.“

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In den vier Wochen bis dahin gilt alle Konzentration jedoch der neuen Herausforderung bei den „Gunners“. Vorstellung gleich nach der Ankunft am Mittwoch, erstes Training am Donnerstag, erstes Spiel am Wochenende in der Premier League auswärts in Sunderland. Kommende Woche startet auch schon die Gruppenphase der Champions League, in welcher der ehemalige Schalker mit Arsenal auch auf Borussia Dortmund trifft. „Ich will in allen Wettbewerben so weit wie möglich kommen“, sagte Özil.

Die Vertreibung aus Madrid will er rasch abhaken. Dass der für seinen Verkauf heftig kritisierte Real-Präsident Florentino Perez Zweifel an seinem Lebenswandel streute, konterte Özil mit hörbarer Enttäuschung, aber sachlich: „Die Leute, die mich kennen, wissen, wie professionell ich bin. Und mehr muss ich dazu auch nicht sagen.“

Schwere Vorwürfe rund um den Deal

Für neuen Wirbel sorgt nun allerdings ein Bericht der Sport Bild. Francois Gallardo, Spielervermittler und Real-Insider, sowie Mustafa Özil, Vater und Berater des Nationalspielers, erheben dort gegenseitig Vorwürfe. Gallardo behauptet, Özil sei aktiv in Europa angeboten worden. "Nach Information von Arsenal waren sieben Agenten beauftragt."

Alles Quatsch, sagt Vater Özil. "Wir haben leider feststellen müssen, dass es unheimlich viele Agenten gab, die ohne jegliche Legitimation versucht haben, ins Geschäft reinzukommen." Sein Vorwurf, wie im Geschäft gearbeitet werde: "Angeblich sogar mit gefälschten Unterschriften." Rechtliche Schritte "gegen sogenannte Berater, die Mesut unbefugt angeboten haben", werden geprüft, so Özils Papa. "Da haben einige unter dubiosen Umständen bei Vereinen angerufen und gesagt, sie wären beauftragt. Von mir waren sie es jedenfalls nicht."

Spielervermittler Gallardo behauptet, er sei beauftragt worden, Kontakt zu Manchester United aufzunehmen. Und versteht nicht, warum sich Özil für Arsenal entschieden hat. "Für den Spieler Mesut Özil war das Angebot von Manchester United besser, aber vielleicht nicht für den Vater. Der Vater hätte vielleicht nicht so viel am Transfer verdient wie beim Transfer zu Arsenal."

Löw gespannt auf Özils Start

London und Arsenal sind ab sofort Özils Thema. Auch Joachim Löw ist gespannt, wie sich sein Spielmacher unterstützt von Per Mertesacker und Lukas Podolski bei den „Gunners“ einführen wird. „Ich habe natürlich ein bisschen beobachtet, wie er sich damit fühlt. Er hat einen guten Eindruck gemacht, er freut sich auf London. Was die nächsten Wochen bringen, muss man mal abwarten, wie er sich einfügt“, sagte Löw in Tórshavn.

Anpassungsprobleme erwartet Löw nicht, zumal Arsenal-Coach Arsène Wenger seinen Wunschspieler und Rekordeinkauf mit offenen Armen empfängt. „Mesut ist ein Spieler, der relativ schnell mit einem anderen Verein und einem anderen Trainer klarkommt“, sagte Löw: „Und er findet dort zwei Spieler vor, die er sehr gut kennt und die zu seinen Freunden zählen. Daher wird es nicht so schwierig sein.“

sid/lin

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