Sportvorstand schwelgt in Erinnerungen

Sammer in Plauderlaune: "Ich wollte Torwart werden"

+
Matthias Sammer

München - Bayerns Sportvorstand gilt vielen als „Feuerkopf“, als hitzig und kritisch. Matthias Sammer kann aber auch plaudern: Über seine ersten Fußballschuhe, Startrainer Pep Guardiola und sein nicht ganz makelloses Image.

Bayern Münchens Sportvorstand Matthias Sammer gilt seit jeher als „Feuerkopf“. So war er auch bei der Premiere der Gesprächsreihe „Munich Talk Nights“ am Montag in der alten Münchner Kongresshalle angekündigt - und fiel aus der Rolle. Nicht nur, dass er sich schon vor längerem von seiner roten Haarpracht verabschiedet hat, auch sein Temperament hatte an diesem Abend nichts Feuriges, Hitziges. Dafür plauderte Sammer bestens gelaunt über seine ersten Fußballschuhe und über Bayerns neuen Startrainer Pep Guardiola.

Der sonst so kritische Sammer kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus: Guardiola passe wunderbar zum Fußball-Triplesieger FC Bayern, das späte Siegtor gegen den FC Chelsea im europäischen Supercupfinale vergangenen Freitag sei kein Zufall gewesen. „Das war der Verdienst unseres Trainers“, sagte Sammer mit Blick auf dessen Ansprachen in den Pausen. „Wie er die Seele der Spieler berührt hat, das war für mich unglaublich.“ Und das, obwohl der Spanier Guardiola gleich in mehreren Fremdsprachen unterwegs ist: Mit den Spielern spreche er deutsch, nur „zwischendurch haut er auch einen englischen Brocken mit rein. Klar, alle verstehen das auch nicht“, kommentierte Sammer.

Der frühere Libero selbst hatte in seiner Karriere ganz andere Hürden zu meistern. Zum Beispiel an die richtigen Fußballschuhe zu kommen. In der DDR, wo Sammer aufwuchs, waren begehrte Markenschuhe nicht zu kriegen. Bis er dann welche geschenkt bekam. „Die habe ich zwei Wochen mit ins Bett genommen“, berichtete Sammer, der an diesem Donnerstag seinen 46. Geburtstag feiert.

Ein anderer Wunsch wurde ihm in ganz frühen Jahren aber nicht erfüllt. „Ich wollte eigentlich Torwart werden, weil dieses Fliegen so schön war.“ Sein Jugendtrainer habe ihn auf später vertröstet - aber im Tor stand Sammer nicht einmal. Dafür machte er sich als Feldspieler einen Namen, fuhr nationale und internationale Titel ein, wurde Europas Fußballer des Jahres. Trotz oder vielleicht auch wegen dieser Erfolge ist sein Image nicht das allerbeste, manch einer hält ihn für arrogant. Das sei nur Selbstschutz, sagte Sammer. „Ecken und Kanten ja - aber Arroganz ist maximal die Wirkung.“

Sein Aufgabengebiet beim FC Bayern ist vielen nicht klar genug definiert. Die Frage danach aber weiß Sammer knapp zu beantworten: „Titel. Titel holen.“ Sein Temperament hat der „Feuerkopf“ diesmal zwar im Griff, sein Ehrgeiz aber bleibt.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare