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Phänomen Gekas

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Zwei, die für den Frankfurter Erfolg stehen: Gekas jubelt mit Trainer Skibbe © Getty

Frankfurt/Main Wohl dem, der einen Theofanis Gekas in seinen Reihen hat. Mit seinen Saisontoren zehn und elf führte der Grieche Eintracht Frankfurt zum 3:1 gegen Wolfsburg.

Theofanis Gekas wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte. Nach seinem Treffer zum 1:0 rannte der Grieche schnurstracks auf Michael Skibbe zu und sprang seinem Trainer in die Arme. Das Verhältnis zwischen Skibbe und dem derzeit erfolgreichsten Torschützen der Fußball-Bundesliga ist der Schlüssel für den Höhenflug der Frankfurter Eintracht, die am Samstag durch einen 3:1 (2:0)-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg vorübergehend auf Platz drei stürmte. “Theofanis ist enorm wertvoll für uns. Nicht nur, weil er trifft, sondern auch, weil er sehr mannschaftsdienlich agiert“, lobte Skibbe nach dem zweiten Heimsieg.

Gegen zahnlose “Wölfe“ traf Gekas kurz nach der Pause per Strafstoß ein weiteres Mal und erhöhte sein Trefferkonto damit auf elf. “Er ist ein Phänomen. Wir wissen auch nicht, was er gemacht hat, ob er seine Seele verkauft hat. Der trifft im Moment einfach alles“, sagte Marco Russ. Ob er derzeit gegen Gekas spielen wolle, wurde der Eintracht-Verteidiger gefragt. “Nein, auf keinen Fall“, entgegnete er.

Gekas hat im Moment einen Lauf, die Tore helfen dem Bundesliga- Torschützenkönig von 2007 (20 Treffer) zudem, sich weiter in Frankfurt zu integrieren. Denn völlig unumstritten ist der Angreifer in seinem neuen Club trotz seiner Treffsicherheit nicht. Der 30- Jährige gilt nicht als trainingsfleißigster Profi der Liga, setzte auch in der vergangenen Woche mehrmals aus. Am Riederwald murren sie deshalb immer mal wieder, doch sie wissen, was sie an Gekas haben. “Er trifft und rackert im Spiel für das Team. Und wir rackern für ihn“, sagte Maik Franz.

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Skibbe hält seinen Knipser, der vor der Saison für eine Million Euro kam, an der langen Leine. Er gewährt ihm die gewünschten Pausen, Gekas zahlt es mit Toren zurück. “Er hat ja schon in Bochum und Leverkusen gezeigt, was er kann“, sagte Skibbe, der seinem besonderen Verhältnis zum Hellenen nicht allzu Bedeutung beimisst.

Auch Gekas, dem gegen Wolfsburg bereits der vierte Doppelpack dieser Saison gelang, will nicht darüber reden, wie er überhaupt über seinen Anteil an der Frankfurter Erfolgsserie von nun schon sechs ungeschlagenen Spielen in Serie nicht sprechen will. Auch am Samstag schlich der Matchwinner wieder ohne jeden Kommentar aus dem Stadion.

Manche führen dies darauf zurück, dass er trotz nun schon mehr als vier Jahren in Deutschland der Sprache immer noch nicht mächtig ist. Doch dies scheint nur die halbe Wahrheit zu sein. “Er sagt uns schon, wo er die Bälle hinhaben möchte. Und was er verstehen will, dass versteht er auch“, sagte Pirmin Schwegler, der das zwischenzeitliche 2:0 erzielte, mit einem Schmunzeln. Zusammen feierten Gekas und Co. am Abend auf dem Sportpresseball in Frankfurt, Vorstandsboss Heribert Bruchhagen gab sich aber gewohnt zurückhaltend, was die weiteren Ziele angeht. “Dafür bin ich nicht zuständig. Das macht ja mein Umfeld schon“, sagte Bruchhagen zu etwaigen Europapokal-Träumen.

Die Wolfsburger, für die Ashkan Dejagah nur noch das 1:3 erzielte, waren da schon wieder auf der Heimreise. “Uns fehlt die Konstanz“, bemängelte Trainer Steve McClaren, der zudem den Elfmeter vor dem 0:3 anzweifelte. “Wenn er den gibt, muss er bei jeder Ecke einen geben“, sagte der Engländer, der es sich damit aber etwas zu einfach machte. Vielmehr hatte sein besonders offensiv exquisit besetztes Team wieder einmal sein Potenzial nicht ausgeschöpft und hinkt den Erwartungen weiter hinterher.

dpa

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