"Wann hört das bitte auf?"

Nach Terrorwarnung: Stimmen zum abgesagten DFB-Spiel

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Rainer Koch lobte die besonnene Arbeit mit der Polizei.

Hannover - Es sollte die Antwort auf Paris sein: Doch das Spiel Deutschland gegen Niederlande musste wegen einer Terrordrohung abgesagt werden. Die Stimmen zur Absage:

Thomas de Maiziere (Bundesinnenminister): „Die Gefährdung für Deutschland und Hannover ist hoch, die Lage ist ernst, das sage ich seit Längerem und habe ich nachdrücklich wiederholt nach dem Anschlag von Paris. Hinweise auf die Gefährdung des Fußballspiels haben sich im Laufe des frühen Abends so verdichtet, dass die Behörden des Bundes und ich nach Abwägung der Vor- und Nachteile, nach sorgfältiger Überlegung, aus Gründen des Schutzes der Bevölkerung dringend empfohlen haben, dieses Länderspiel abzusagen. Mir persönlich ist das als Bundesinnenminister und Sportminister nicht leicht gefallen.“

Boris Pistorius (Innenminister Niedersachsen): „Eine Austragung des Spieles wäre nicht zu verantworten gewesen.“

Rainhard Rauball (DFB-Interimspräsident): „Der Schutz der Menschen muss höchste Priorität haben. Dies ist ein trauriger Tag für Deutschland und den deutschen Fußball. Mein Eindruck ist, dass der Fußball in Deutschland mit dem heutigen Tagen in vielen Facetten eine andere Wende bekommen hat. Dass unsere Mannschaft innerhalb von vier Tagen zweimal so tragische Ereignisse miterleben musste, übersteigt meine Vorstellungskraft.“

Rainer Koch (DFB-Interimspräsident, zum SID): „Wir stehen in engem Kontakt mit den Sicherheitsbehörden. Wir stellen hier fest, dass die niedersächsische Polizei und auch die Bundespolizei hochprofessionell arbeiten. In solchen Situationen ist immer Besonnenheit angebracht. Wir haben sehr ruhig das Stadion verlassen und sind dann direkt ins Innenministerium gefahren.“

Edith Schippers (niederländische Sportministerin): „Das fühlt sich wie eine Niederlage an, dass dieses Spiel abgesagt worden ist. Das Spiel stand im Zeichen unserer Unterstützung für Frankreich.“

Michel Dinzey (ehemaliger Fußballer, am Dienstag im Stadion in Hannover, via Twitter): „Seit dem Krieg im Kongo damals habe ich nicht soviel Polizei - Waffen etc. gesehen. Unfassbar alles hier.“

Jan Ahlers (Vorsitzender des Innenausschusses im niedersächsischen Landtag, zu Sport1): „Die Polizei sagt nicht einfach ohne Grund ab, da sind schon gewichtige Gründe, da geht wirklich Sicherheit vor Fußballspiel. Aber es ist irgendwie eine Kapitulation vor dem Terrorismus.“

Bodo Illgner (Weltmeister-Torhüter von 1990, via Twitter): „Zwar kein Fußball, aber trotzdem: Alle zusammen für Frieden, Freiheit, Gleichheit und Demokratie!“

Sabine Lisicki (deutscher Tennis-Star, via Twitter): „Wann hört das bitte auf!??“

Hans Sarpei (Ex-Bundesligaspieler, via Twitter): „Der Terror hält Einzug in unser Leben. Was bis Freitag undenkbar war, ist seit diesen Tagen Realität. Ich bin entsetzt und tieftraurig.“

zusammengestellt vom sid

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