"Wir lieben den Spieler"

Mourinho baggert ganz offen an Wayne Rooney

+
Wayne Rooney

London - Rooney oder nichts - im Stile von Pep Guardiola buhlt Jose Mourinho für den FC Chelsea um Manchester Uniteds Sturmstar. Noch schiebt der englische Meister dem Wechsel einen Riegel vor.

Im fernen Bangkok hielt es „The Special One“ ganz mit Pep Guardiola. „Wayne Rooney oder nichts“, lautete die unmissverständliche Ansage von Jose Mourinho. Dass der extrovertierte Wieder-Trainer des FC Chelsea sich in Windeseile einen Korb des Erzrivalen Manchester United einhandeln würde, damit rechnete er freilich nicht. Schon alleine deshalb legte er noch einmal nach - verbal zumindest.

„Wir lieben den Spieler, wir wollen den Spieler“, sagte der Portugiese. Und zwar nur ihn. Eine alternative Lösung werde es auch aus Respekt gegenüber seinen eigenen Akteuren nicht geben, erklärte Mourinho weiter. Zwar ist der Europa-League-Gewinner und viermalige englische Meister auch ohne den englischen Nationalspieler Rooney gut aufgestellt, neben dem spanischen Welt- und Europameister Fernando Torres fehlt im Sturm allerdings ein richtiger Kracher. Und das weiß Mourinho.

Unter anderem die Daily Mail und Sky Sports News hatten berichtet, dass Chelsea 11,5 Millionen Euro geboten habe und zudem den spanischen Weltmeister Juan Mata oder den brasilianischen Nationalverteidiger David Luiz abgeben würde. Die Londoner warfen den Red Devils vor, diese Fehlinformation im Trainingslager in Sydney an die Presse gegeben zu haben.

Schlechter Verlierer: Die Skandale und Eskapaden des José Mourinho

Schlechter Verlierer: Die Skandale und Eskapaden des José Mourinho

Viel wahrscheinlicher erscheint sowieso das Szenario, dass der russische Mäzen Roman Abramowitsch deutlich tiefer in die Tasche gegriffen hat. Rooneys Marktwert beläuft sich aktuell auf etwa 50 Millionen Euro, eine Offerte wie die berichtete wäre ein Witz. „Die Situation ist klar“, sagte Mourinho, „wir haben das Angebot unterbreitet, jetzt sind Manchester United und der Spieler am Zug.“ Sauber und ethisch soll das Angebot nach Aussage Mourinhos gewesen sein. Über Details - und damit eben auch über die Höhe der möglichen Ablöse - haben beide Seiten ganz im Sinne der feinen englischen Art Stillschweigen vereinbart.

Allein in 278 Ligaspielen für ManUnited erzielte der 27-jährige Rooney 141 Treffer. Manchesters neuer Trainer David Moyes, der den Schotten Sir Alex Ferguson nach 27 Jahren und 38 Titelgewinnen abgelöst hatte, plant allerdings eher mit dem Niederländer Robin van Persie. Vehement bat Rooney in der jüngsten Vergangenheit um die Freigabe für einen Wechsel, doch erst Ferguson und zuletzt auch Moyes sagten entschieden „No“.

Die Causa Rooney ruft mittlerweile sogar alteingesessene ManU-Stars auf den Plan. „Ich wünsche mir, dass er bleibt. Jeder wünscht sich, dass er bleibt“, sagte Andy Cole. Deutlich entspannter sieht sein langjähriger Sturmpartner Dwight Yorke die Gelegenheit. „Alles ist gut, außer, dass Wayne nicht im Trainingslager in Sydney, sondern zu Hause ist“, sagte Yorke. Offiziell, um eine Oberschenkelverletzung auszukurieren.

Auch an der Stamford Bridge blicken die Verantwortlichen den Dingen derweil gelassen entgegen. „Mit unserem Verhalten“, betonte der nicht immer für eine charakterlich einwandfreie Art bekannte Mourinho, „sind wir sehr glücklich. Wir werden sehen, was passiert, denn momentan ist er bei ManU und nicht bei uns.“ Noch nicht.

sid

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare