Team soll sich Glück erarbeiten

Slomka: "Haben uns Respekt verschafft"

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Mirko Slomka muss in München auf Mame Diouf verzichten

Hannover - Trotz des besten Starts seiner Bundesligageschichte fährt Hannover 96 mit verhaltenem Optimismus zum Pokalspiel gegen den Cupverteidiger FC Bayern.

Vielleicht sollten sie den Mannschaftsbus neben der Theresienwiese parken, gemütlich eine Maß Bier auf dem Oktoberfest trinken und dann wieder nach Hause fahren. Für Hannover 96 gibt es beim FC Bayern traditionell ja eh nichts zu holen... Und so scheint vor dem Zweitrundenduell im DFB-Pokal am Mittwoch (20.30 Uhr/Sky) nur eine Frage offen zu sein: Oans, zwoa oder drei, wie viele Gegentore kriegt das Team von Trainer Mirko Slomka diesmal vom Triple-Gewinner eingeschenkt?

„Wir wollen fest damit rechnen, dass wir da eine Riesenchance haben zu gewinnen“, sagte 96-Sportdirektor Dirk Dufner und verrät mit seiner Wortwahl, dass er nicht wirklich auf eine Sensation wetten würde: „Es ist das schwierigste Pokalspiel, das man so bekommen kann.“

Die Bayern sind nach dem Bundesliga-Duell mit Hannover vor anderthalb Wochen endgültig in Fahrt gekommen. Dem 2:0 ließen sie einen souveränen 3:0-Auftaktsieg in der Champions League gegen ZSKA Moskau folgen und präsentierten sich beim 4:0-Auswärtserfolg am Samstag gegen Schalke 04 in bestechender Form.

„Wir müssen jetzt eine Serie hinlegen“, forderte Arjen Robben in der Münchner tz: „Wichtig ist, dass wir jetzt weitermachen.“Die Mannschaft von Star-Trainer Pep Guardiola ist genau vier Monate nach dem Triumph in der Champions League über Borussia Dortmund wieder griffig, gierig und fokussiert. „Wir wollen weiterkommen und müssen gegen Hannover 100 Prozent zeigen“, fügte Robben an.

Denn im Vorbeigehen wollen sich die Niedersachsen nach dem besten Bundesliga-Start ihrer Vereinsgeschichte nicht abspeisen lassen. Schon im Duell am 14. September war Slomkas Elf drauf und dran, in Führung zu gehen. Der Pfosten rettete Nationaltorhüter Manuel Neuer nach einem Schuss von Didier Ya Konan.

„Wir müssen uns das Glück des Tüchtigen erarbeiten und ein Tor machen“, sagte der 46 Jahre alte Fußballtrainer vor der nächsten Chance, bei der er erneut auf den verletzten Topstürmer Mame Diouf verzichten muss: „Ich denke, dass wir uns bei der letzten Partie in München Respekt verschafft haben.“

Den vor allem läuferisch starken Auftritt der Niedersachsen haben die Bayern tatsächlich noch nicht vergessen. „In der zweiten Runde gegen den Tabellenvierten der Bundesliga zu spielen, ist kein Glückslos“, sagte Stürmer Mario Mandzukic bei fcb.tv: „Ich glaube es wird schwierig, denn sie wissen jetzt noch mehr über uns.“ Dennoch ist für den 27-jährigen Kroaten klar:„Der Sieger darf nur Bayern heißen.“

Wie bei fast allen Duellen in der bayerischen Landeshauptstadt. 27-mal trafen beide Klubs bei Pflichtspielen in München aufeinander, Hannover verließ den Rasen erst einmal mit hochgestreckten Armen. Am 8. November 2006 machte Szabolcs Huszti, der am Samstag gegen den FC Augsburg ebenfalls erfolgreich war, mit seinem Treffer die bisher einzige Überraschung perfekt.

Seitdem hagelte es Niederlagen. Sieben Spiele in Serie siegten die Bayern in München gegen Hannover, darunter waren richtige Klatschen: 7:0, 5:0 und 5:1. Auch die Auswärtsschwäche der 96er, die in dieser Saison viermal zu Hause erfolgreich waren und zweimal in der Fremde verloren, macht nicht gerade Mut.

„Jeder geht davon aus, dass Bayern quasi schon weiter ist, aber die Einstellung wollen wir natürlich nicht teilen, sondern da hingehen und im Pokal alle Möglichkeiten nutzen, um weiterzukommen“, sagte Dufner und machte sich ein wenig Hoffnung auf ein Wunder.

Spätestens dann sollte die Reiseroute der Hannoveraner an der Oktoberfestwiese vorbeiführen.

SID

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