"Permanent Höchstleistungen"

Slomka angriffslustig: Auch BVB ist schlagbar

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Mirko Slomka will mit dem HSV die Wende schaffen.

Hamburg- Verlieren verboten: Bei seinem Debüt als Trainer des Hamburger SV steht Mirko Slomka gleich unter Druck. Mit Dortmund wartet eine schwere Aufgabe.

Mirko Slomka ist gekommen, um zu bleiben. Gerade einmal vier Tage arbeitet der neue Trainer des Hamburger SV in der Hansestadt, doch eine Wohnung in feinster Alsterlage hat er schon bezogen. Richtig genießen kann der 46-Jährige die Vorzüge seines Luxus-Appartements allerdings nicht. Die Wiederbelebung des am Boden liegenden Bundesliga-Dinos ist ein Fulltime-Job. Und am Samstag (15.30 Uhr/Sky) kommt zu seinem Debüt Champions-League-Finalist Borussia Dortmund.

„Wir haben die Möglichkeit, zu Hause gegen jeden Gegner zu gewinnen“, sagte Slomka angriffslustig, er kämpft mit aller Macht um einen Stimmungsumschwung an der Elbe. Der BVB sei genau die richtige Herausforderung. „Wir müssen permanent Höchstleistungen abrufen und haben die Chance, in den 13 Spielen noch die beiden nötigen Tabellenplätze nach oben zu klettern. Wir müssen uns auch gegen den BVB nicht verstecken.“

Der Ex-Trainer von Hannover 96 und Schalke 04 sieht trotz der dramatischen Lage alles positiv, Ängste oder Fehler blendet er aus. Bei seinem ersten Spiel auf der Bank des HSV ist Slomka schon dazu gezwungen, den Negativ-Kreislauf von acht Pflichtspiel-Niederlagen in Serie zu durchbrechen. Der „Dino“, auf den vorletzten Tabellenplatz abgestürzt, muss ein Lebenszeichen senden. „Wir haben die Qualität dazu“, sagte Slomka.

Auf dem Übungsplatz geht es seit der ersten Einheit des neuen Chefcoaches deutlich lauter zur Sache. Slomka steht bei Trainingsspielen mitten zwischen seinen Spieler, klatscht, schreit, unterbricht. „Es war viel Dampf drin, so muss es sein“, sagte Dennis Diekmeier: „Jeder gibt Gas.“ Warum dies unter Slomkas Vorgänger Bert van Marwijk nicht der Fall war, konnten die Profis noch nicht beantworten.

Gegen den offensivstarken BVB gilt es vor allem, die Löcher der schlechtesten Defensive der Liga (51 Gegentore) zu schließen - der HSV wird tief stehen. Dabei könnte auch der laut Slomka sehr „aggressive und konzentrierte“ Slobodan Rajkovic eine Chance erhalten, der bei van Marwijk und Thorsten Fink auf dem Abstellgleis stand. Neben einer selbstbewussten Körpersprache dürften seinem Team nicht die spielerischen Elemente abgehen, forderte Hamburgs Trainer. „Unsere Situation ist brutal, wir haben viel zu wenig Punkte und sollten mit weniger Risiko spielen“, sagte er dem Fachmagazin kicker: „Aber der Glaube an die fußballerische Qualität muss da sein, die Mannschaft hat diese auch nachgewiesen. Dieses Element will ich ihr zurückgeben.“

Dass dies schon innerhalb von einer Trainingswoche gelingen kann, glaubt auch BVB-Trainer Jürgen Klopp. „Wir haben eine ganz, ganz schwere und spezielle Aufgabe vor uns“, sagte der Meistertrainer: „Jeder gewonnene Zweikampf wird gefeiert werden, als hätten sie ein Tor geschossen.“

Auch der Blick auf die Statistiken lässt beim BVB-Chefcoach die Alarmglocken läuten: Nur eines der letzten sieben Spiele beim HSV konnte sein Team gewinnen (5:1 im Januar 2012). Dazu haben die letzten sechs Cheftrainer der Hanseaten bei ihrem Debüt nicht verloren. Darauf setzt auch Slomka. Seine schicke Wohnung will er schließlich auch im Sommer noch als Erstliga-Trainer genießen.

SID

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