Ehemaliger Nationalspieler

Özil bleibt präsent: Löw will Schlussstrich und Kontakt

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Aus der Sicht von Bundestrainer Joachim Löw hat Mesut Özil (r) klar seinen Rücktritt erklärt. Foto: Christian Charisius

Das Sommer-Dauerthema um Mesut Özil zieht sich in den Fußball-Herbst. Vor dem Neustart gegen Frankreich erinnern internationale Journalisten Löw an die Causa um seinen einstigen Lieblingsspieler. Der Bundestrainer schafft Fakten und hat doch noch Redebedarf.

München (dpa) - Joachim Löw hat das Kapitel Mesut Özil bei der Fußball-Nationalmannschaft für beendet erklärt. Und doch lässt den Bundestrainer der Rücktritt seines im Zorn geschiedenen einstigen Lieblingsspielers nicht los.

"Mesut Özil hat vor einigen Wochen seinen Rücktritt erklärt. Er hatte seine Gründe. Von daher ist das Thema abgeschlossen. Wenn ein Spieler so seinen Rücktritt erklärt, holt man ihn nicht acht Wochen später zurück", erklärte Löw bei einer Pressekonferenz vor dem Länderspiel gegen Frankreich in München kategorisch.

Gleichzeitig kündigte Löw im DFB-Teamhotel auf die bohrenden Nachfragen internationaler Journalisten aber an, nach den Partien gegen die Équipe Tricolore und drei Tage später gegen Peru nochmals den Kontakt zu Özil suchen zu wollen. "Wir werden weiter versuchen, die Initiative zu ergreifen", sagte der DFB-Chefcoach. Özil sei ein Spieler mit "hohen Verdiensten" für die Nationalmannschaft, erklärte der 58-Jährige. Ihn einfach so ohne persönliches Gespräch gehen zu lassen, fällt Löw dann doch schwer. Bislang hat Özil laut Löw nicht auf Kontaktversuche reagiert. DFB-Teammanager Oliver Bierhoff vermutete kürzlich, der sensible Star scheue ein solches Gespräch.

Der 29-jährige Özil war nach dem WM-Aus nach 92 Spielen für Deutschland aus dem DFB-Team zurückgetreten. Er fühlte sich vom Deutschen Fußball-Bund und speziell von Verbandschef Reinhard Grindel in der Affäre um seine umstrittenen Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan alleingelassen. Den von Özil in einer dreiteiligen Social-Media-Botschaft im Juli geäußerten Rassismusvorwurf gegen den DFB wies Löw in München einmal mehr energisch zurück. "Bei uns in der Mannschaft gab es nie eine Form von Rassismus. Unsere Spieler waren alle hervorragend integriert."

Auch Toni Kroos versuchte den zahlreich zu einer Werbeveranstaltung für die deutschen EM-Bewerbung 2024 gereisten internationalen Journalisten die Besonderheit der Causa Özil zu erklären. Eine Verbindung der Themen Deutschland, Fußball und Rassismus gilt es vor der Turniervergabe durch die UEFA am 27. September, zu der auch Löw nach Nyon an den Genfer See reisen wird, unbedingt zu verhindern.

"Ich glaube, dass das gar nichts über den deutschen Fußball sagt. Ich glaube, dass wir über Jahre das Gegenteil bewiesen haben, und dass dies ein spezieller Fall ist", betonte der Real-Madrid-Star. "Wir haben über Jahre bewiesen, dass Spieler aller Kulturen willkommen sind", sagte Kroos.

In einem Nebensatz gestand der 28-Jährige indirekt ein, dass Özil in diesem Sommer in der Erdogan-Causa "drumherum und in den Stadien" durchaus "Dinge widerfahren" seien. Nur der Rassismus-Vorwurf gegen den DFB sei absolut zurückzuweisen. Bereits im August hatte sich Deutschlands Fußballer des Jahres kritisch über die Vorwürfe seines Ex-Kollegen geäußert. "Der Anteil, der in seiner Erklärung gut und richtig angesprochen wird, wird leider durch den wesentlich höheren Anteil an Quatsch überschattet", sagte Kroos damals.

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