BVB schlägt Bremen

Klopp: "Gearbeitet wie ein Stier"

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Voll des Lobes: BVB-Trainer Jürgen Klopp.

Dortmund - 32 Torschüsse, aber nur ein Treffer. Im Duell mit den Bremern musste der BVB viel Geduld aufbringen. Nach langem Transferstreit sorgte Lewandowski beim 1:0 mal wieder aus rein sportlichen Gründen für Schlagzeilen.

Kaum war der Sturmlauf auf das Bremer Tor beendet, konsultierte Jürgen Klopp den Teamarzt. Der Wespenstich auf dem Arm, den sich der Dortmunder Trainer bei der Einwechslung von Sven „Manni“ Bender kurz vor dem Abpfiff zugezogen hatte, wurde in der Kabine desinfiziert. Das kleine Missgeschick tat der guten Laune keinen Abbruch. „Manni und ich haben uns abgeklatscht. Da war die Wespe tot, aber der Stachel steckte noch drin“, scherzte der Fußball-Lehrer. Der dritte Sieg im Serie beim 1:0 (0:0) über Werder tröstete ihn über die Schwellung hinweg: „Hoffentlich wird das jetzt nicht zum Hauptthema auf den Titelseiten.“

Die Sorge des Fußball-Lehrers erwies sich als unbegründet. Mehr noch als über den Wespenstich wurde über den erlösenden Treffer von Robert Lewandowski geredet. Nur wenige Tage nach seiner Gehaltserhöhung, die ihn mit der Vereinsführung halbwegs versöhnte, knackte der polnische Torjäger als erster Bundesliga-Profi in dieser Saison das Bremer Bollwerk. Am Ende der Partie standen 32 Torschüsse zu Buche - mehr als jemals zuvor in der Ära von Klopp. Das Happy End veranlasste den Coach zu einem Sonderlob für den Matchwinner: „Robert hat gearbeitet wie ein Stier. Dafür hat er sich heute belohnt.“

Der Ärger von Lewandowski über die Weigerung der Borussia, ihn schon in diesem Sommer an den FC Bayern abzutreten, scheint verraucht zu sein. Erstmals in dieser Saison tat sich der polnische Nationalspieler als einer der Besten hervor. Trotz des Traumstarts in die Saison sieht er für den BVB noch reichlich Luft nach oben: „1:0 zu Hause ist zu wenig. Ich hoffe, es wird bei uns noch besser.“

Viele Fans werten die drei Startsiege als gutes Omen. Ein ähnliches Kunststück gelang dem BVB schließlich bisher nur in den Spielzeiten 1994/1995 und 2001/2002 - und beide Male wurde damit der Grundstein zur späteren Meisterschaft gelegt. Allerdings lässt das eher leichte Auftaktprogramm in Augsburg (4:0), gegen Braunschweig (2:1) und Bremen nur bedingt Schlüsse zu. „Die besten Spiele kommen erst noch“, sagte Lewandowski.

Verbesserungswürdig ist vor allem der Torabschluss. Sowohl gegen Braunschweig als auch gegen Bremen blieben beste Möglichkeiten ungenutzt. Der Kritik an dieser altbekannten Schwäche seiner Mannschaft wollte sich Klopp jedoch nicht anschließen: „Ich finde nicht, dass nach neun Punkten aus drei Spielen die mangelnde Chancenverwertung das coolste Thema ist. Was soll ich herummeckern? Wir haben einen giftigen Gegner über 80 Minuten brutal bearbeitet.“

Nur in den ersten 35 Minuten konnten die Bremer, die zuvor als einziges Bundesliga-Team ohne Gegentreffer geblieben waren, halbwegs dagegenhalten. Danach geriet das Bollwerk mächtig ins Wanken. Viel Glück und die gute Form von Torhüter Sebastian Mielitz verhinderten Schlimmeres. Bis auf einen Konter von Marko Arnautovic kurz vor der Pause und die Schlussoffensive sorgte der Werder-Angriff nicht für Entlastung. „Defensiv kann man zufrieden sein. Aber in der Offensive sind wir noch nicht so weit“, befand Robin Dutt.

Dennoch wirkte der Werder-Coach nicht unzufrieden. Sowohl das Bekenntnis von Arnautovic, in Bremen bleiben zu wollen, als auch die Gegenwehr seiner Mannschaft in der Schlussphase stimmten ihn für den weiteren Saisonverlauf zuversichtlich. „In den letzten zehn Minuten haben wir gezeigt, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt.“

dpa

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