Van Buyten und Co. für WM qualifiziert

Hungrige Belgier wollen in Brasilien was reißen

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Nationaltrainer Marc Wilmots (l.) freut sich mit Bayern Münchens Daniel van Buyten über die WM-Qualifikation.

Brüssel - Willkommen auf dem Flug nach Rio: Für Belgiens Fußballer erlaubte sich der Kapitän auf der Rückreise nach Brüssel einen kleinen Scherz. Die Freude über das WM-Ticket nach langer Abstinenz war riesig.

Der höchste Gratulant meldete sich kurz nach dem Abpfiff. Belgiens König Filip rief nach dem 2:1-Sieg in Kroatien und der geschafften Qualifikation für die Fußball-WM 2014 bei Nationaltrainer Marc Wilmots an. „Er hat mir gesagt, dass er stolz auf meine Spieler ist“, berichtete Wilmots. Der einstige Schalker stand 2002 selbst noch in Japan auf dem Feld, als die Roten Teufel letztmalig die Endrunde eines großen Turnieres spielten und im Achtelfinale am späteren Champion Brasilien scheiterten.

Die talentierte neue Generation - mitangeführt von Bayern-Abwehrrecke Daniel van Buyten - hat inzwischen international den Durchblick gewonnen und mit dem WM-Ticket für Brasilien in der Tasche auch großen Spaß. Spezielle Brillen mit den Nationalfahnen Brasiliens und Belgiens anstelle von Gläsern waren auf dem Rückflug aus Zagreb gefragt, ehe Wilmots und seine Spieler nach Mitternacht von begeisterten Anhängern daheim in Brüssel empfangen wurden. Die Zeitung „Het Laatste Nieuws“ fühlte sich auf dem nüchternen Flughafen an die Atmosphäre in einem Fußballstadion erinnert.

Während Mittelfeldspieler Axel Witsel ans Feiern dachte, war Matchwinner Romelo Lukaku nur wenige Stunden nach dem entscheidenden Sieg in Kroatien noch lange nicht zufrieden. „Wir denken noch nicht an Brasilien, wir werden weiterarbeiten. Ich hoffe, dass wir so weitermachen“, betonte der Doppel-Torschütze.

Mittelfeld-Regisseur Eden Hazard mag nicht nur als Tourist zur WM-Endrunde im kommenden Sommer fliegen. „Wir haben keine Lust, nach Brasilien zu reisen, um drei Spiele zu machen und zurückzukommen“, unterstrich der kleine Wirbler vom FC Chelsea. Von der Qualität her müsse sich die zuletzt immer stärker gewordene Mannschaft nicht hinter Gastgeber Brasilien oder Titelverteidiger Spanien verstecken. „Aber uns fehlt die Erfahrung. Wir werden praktisch unser erstes großes Turnier spielen und müssen auch lernen“, erklärte Hazard.

Auch er hatte sich auf dem Rückflug eine der bunten Spaß-Brillen aufgesetzt, während der Flugkapitän die Mannschaft scherzhaft mit den Worten „Willkommen auf dem Flug nach Rio“ begrüßte. An Bord gab es Champagner, auch Wilmots genehmigte sich ein Gläschen. „Endlich können wir feiern“, stellte der 44-Jährige fest.

Allerdings denkt Wilmots nicht daran, die abschließende Partie am Dienstag daheim gegen Wales einfach herzuschenken, dafür sind Ehrgeiz und Sportsgeist trotz des feststehenden Gruppensieges zu groß. „Wir müssen gegen Wales seriös spielen, und mir müssen gewinnen“, stellte Wilmots trotz des Champagners trocken fest.

In Brasilien wird der Vize-Europameister von 1980 zum zwölften Mal an einer WM teilnehmen. Wilmots war als Spieler auch schon 1998 in Frankreich dabei. Die alten Meister um Torhüter Jean-Marie Pfaff und Spielmacher Enzo Scifo schafften es 1986 in Mexiko sogar bis ins Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Argentinien.

dpa

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