Nach Platzverweis ausgetickt

Nach Mega-Ausraster gegen Schiedsrichter: DFB fällt Urteil über Holger Badstuber - Geldstrafe und Sperre

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VfB-Spieler Holger Badstuber (links) muss im Spiel gegen Kiel mit Gelb-Rot vom Platz. 

Holger Badstuber hat die Schiedsrichter nach einem Platzverweis übel beleidigt. Jetzt hat das Sportgericht des DFB das Urteil gesprochen.

Update vom 22. Oktober: Das Urteil im „Muschi“-Eklat um Holger Badstuber ist gefallen. Das DFB Sportgericht verurteilte den Spieler des VfB Stuttgarts zu einem Spiel Sperre in der 2. Liga und einer Geldstrafe von 8000 Euro. Allerdings muss Badstuber nicht nur ein Spiel aussetzen, denn: Die Strafe des Sportgerichts gilt erst „nach Ablauf der automatischen Sperre für ein Spiel aufgrund der Gelb-Roten Karte zu verbüßen“, heißt es in der DFB-Mitteilung.

Die Strafe wird offiziell verhängt, da Badstuber sich mit seiner Äußerung „beim Verlassen des Platzes unsportlich gegenüber den Schiedsrichtern“ verhalten hatte. Zudem heißt es in der Mitteilung, dass Badstuber seine Aussage mittlerweile bedauert und sich auch entschuldigt habe.

Der VfB Stuttgart und der Spieler hat dem Urteil zugestimmt, damit ist es rechtskräftig.

Update vom 21. Oktober: Der DFB hat nach dem Platzverweis und den Schiedsrichter-Beschimpfungen ein Ermittlungsverfahren gegen Holger Badstuber eingeleitet. Das sagte ein DFB-Sprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Dem 30 Jahre alten Verteidiger drohe eine Sperre für mehrere Spiele. 

Der Profi des VfB Stuttgart hatte beim Zweitliga-Spiel gegen Holstein Kiel (0:1) am Sonntag in der 53. Minute zunächst Gelb-Rot wegen wiederholten Foulspiels gesehen, anschließend schimpfte er beim Verlassen des Platzes lautstark in Richtung der Unparteiischen: „Ihr seid Muschis geworden, Muschis.“ Badstuber entschuldigte sich später über die sozialen Netzwerke.

Trainer Tim Walter hat seinen Spieler für die 0:1-Niederlage des VfB Stuttgart gegen Holstein Kiel verantwortlich gemacht. „Gestern hat uns der Holger ein Bein gestellt“, sagte der 43-Jährige am Montag. „Mit zehn Mann zu verteidigen und wieder Torchancen herauszuspielen - wer Fußball gespielt hat, der weiß, dass das nicht so einfach ist.“

Ob die Worte auch interne Konsequenzen haben, stand nach VfB-Angaben noch aus. „Er weiß schon, was er getan hat“, sagte Walter nach einem Gespräch mit dem Stammspieler und räumte auch Verständnis ein: „Der macht das nicht absichtlich. Der macht das in der Emotion.“ Vonseiten des DFB droht Badstuber eine Sperre für mehrere Spiele.

Totaler Ausraster von Holger Badstuber - er beschimpft Schiedsrichter unter der Gürtellinie

Erstmeldung vom 20. Oktober:

Meinte Holger Badstuber, das hört keiner? Denkste! Diesen Ausraster haben auch viele TV-Zuschauer mitbekommen, die das Spiel VfB Stuttgart gegen Holstein Kiel am Sonntag live bei Sky verfolgt haben. Als Badstuber bei der 0:1-Heimniederlage des VfB in der 53. Minute nach einem taktischen Foul (Trikot-Ziehen) mit Gelb-Rot vom Platz flog, hatte er einen ziemlichen Hals auf die Unparteiischen. „Ihr seid Muschis geworden!“, brüllte er bei seinem Abgang in Richtung Schiedsrichter. Und die Stadion-Mikros sorgten dafür, dass man die Beleidigung deutliche bei der TV-Übertragung zu hören bekam.

Zwar waren es Wörter, die man auch in der Kreisklasse des Öfteren hört, wenn ein Spieler vom Platz muss. Dennoch könnten sie für Badstuber Konsequenzen haben. Schließlich findet sich auch in der Kreisklasse folgendes Schild auf vielen Sportplätzen: „Wer den Schiedsrichter beschimpft oder beleidigt, muß mit der Verweisung vom Sportplatz rechnen.“ Die Verweisung hat Badstuber bereits kassiert. Nun könnte es noch dicker kommen.

Holger Badstubers „Muschi“-Spruch: Beleidigung oder „Fußballdeutsch“?

Nach dem Spiel wird nun darüber diskutiert, inwieweit Badstubers „Muschi“-Spruch sich im Rahmen der fußballerischen Normalität bewegte. Sein Mannschaftskamerad Mario Gomez erklärte nach dem Spiel: „Ich will ihn nicht in Schutz nehmen. Natürlich macht man das nicht und er würde es jetzt wahrscheinlich auch nicht mehr machen. In der Situation ist das aber auch Fußballdeutsch. In der Emotion auf dem Fußballplatz fallen noch ganz andere Wörter.“ 

Auch Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat versuchte gegenüber den Journalisten, die Wogen zu glätten: „Ich weiß nicht, was für ein Druck da reinkommt, dadurch dass es im TV so laut ist. Ich hoffe man bewertet, dass die Jungs in solchen Situationen heiß sind und dass man das Wort nicht auf die Goldwaage legt.“ Dennoch hält Mislintat eine Sanktion gegen Badstuber für denkbar: "Es ist nicht auszuschließen."

Als Stuttgart-Trainer Tim Walter im Sky-Interview nach dem Spiel die (eindeutig dokumentierte) Badstuber-Beleidigung vorgespielt bekam, wand er sich: „Ich will mich selbst davon überzeugen, deswegen kann ich dazu nix sagen.“

Später in der Pressekonferenz äußerte Walter sich ein wenig konkreter. Möglicherweise hatte die Vereinsführung sich mittlerweile intern beraten und auf eine gemeinsame Sprachregelung geeinigt. Daher wiegelte der Trainer ab: „Ich kann schlecht beurteilen, ob die Herren vom DFB jetzt was folgen lassen. Aber wer den Fußball kennt weiß, dass es nicht immer alles zaghaft ist.“ 

Sollte der DFB im Fall des Muschi-Spruchs keinen Spaß verstehen, könnte Holger Badstuber dem VfB Stuttgart länger fehlen. Die Rechts- und Verfahrensordnung des DFB sieht für Beleidigungen der Schiedsrichter Sperren zwischen zwei Wochen und drei Monaten vor.

So reagiert Holger Badstuber nach dem „Muschi“-Spruch

Badstuber hat mittlerweile auf den Vorfall reagiert und über seinen Instagram-Account folgende Erklärung verbreitet: „Hochemotionales Spiel heute. Ich habe mich ungerecht behandelt gefühlt und falsch reagiert. Das tut mir leid und ich entschuldige mich bei allen Beteiligten. Ich bin meiner Vorbildfunktion nicht gerecht geworden. #HB28“

fro

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