Überraschendes Aus

Big Chaos Club statt Big City Club - Hertha-Boss wirft hin und kehrt nach München zurück

Vorstands-Chef Carsten Schmidt (Hertha BSC), Friedhelm Funkel, Geschäftsführer Fredi Bobic (Hertha BSC) auf der Tribüne.
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Carsten Schmidt (l.) ist nicht mehr Hertha-Boss. Ihn zieht es zurück nach München.

Nach nur zehn Monaten im Amt verlässt Carsten Schmidt, Vorstandschef von Hertha BSC, den Hauptstadtclub schon wieder. Ihn zieht es zurück nach Bayern.

Berlin/München – Die Ambitionen von Hertha BSC* waren schon immer groß und blieben es auch in Zeiten, in denen es sportlich wie intern nicht wirklich rund lief. Immer wieder versuchte der Hauptstadtclub mit neuem Geld, neuem Trainer, neuen Spielern und neuen Verantwortlichen in der Bundesliga* zurück in die Spur zu finden.

Das war auch am 1. Dezember 2020 der Fall, als Carsten Schmidt als Hoffnungsträger den Vorsitz der neu aufgestellten Geschäftsführung bei den Berlinern übernahm. Kaum mehr als zehn Monate später hat er sein Amt als CEO der Hertha niedergelegt. Ausschlaggebend sind persönliche Gründe.

Hertha BSC: Vorstandschef Carsten Schmidt wirft hin - er will nach München

Schmidt trat in Berlin an, um neue Geschäftsfelder zu erschließen und den Verein wirtschaftlich zu stärken. Er hatte unter anderem das Projekt „Goldelse“ entwickelt, das dabei helfen sollte, Herthas künftige Philosophie zu erarbeiten. Nun berichtete der Tagesspiegel , dass Schmidt den Berliner Fußball-Bundesligisten* wieder verlassen will, um nach München zurückzukehren. Dort war Schmidt vor seinem Engagement in Berlin von 2015 bis 2019 als Chef des Pay-TV-Senders Sky* tätig.

Am Dienstagnachmittag (12. Oktober) bestätigte Hertha BSC die Trennung. „Ich danke dem Präsidium und Aufsichtsrat von Hertha BSC, dass meinem Wunsch zur Vertragsauflösung einvernehmlich und kurzfristig nachgekommen wurde. Es sind ausschließlich unauflösbare private Gründe aufgrund von Krankheit in meinem direkten familiären Umfeld, die mich zu diesem Schritt veranlassten", sagte Schmidt in der Klub-Pressemitteilung. Die Arbeit für Hertha habe ihm „zu jeder Zeit große Freude bereitet“. Er werde als Mitglied dem Klub „auf immer eng verbunden bleiben“, so Schmidt.

Carsten Schmidt kündigt bei Hertha BSC - das sind die Gründe

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer dankte Schmidt ausdrücklich für seine „wertvolle Arbeit“ und wünschte ihm und seiner Familie alles Gute für die Zukunft. „Nach vertrauensvollen Gesprächen haben wir seiner Bitte schweren Herzens entsprochen“, erklärte Gegenbauer. Den Aufgabenbereich von Schmidt übernehmen die beiden Geschäftsführer Fredi Bobic und Ingo Schiller.

Noch im März – da war Schmidt gerade 100 Tage im Amt – gab der Hertha-CEO große Ziele aus: „Wir wollen die größte Aufholjagd, die der deutsche und vielleicht der internationale Fußball je erlebt hat.“ Obwohl die Berliner gerade mitten im Abstiegskampf steckten, erklärte Schmidt, dass er mit Hertha BSC die Hauptstadt deutschlandweit repräsentieren wolle, in Zukunft auch international. „Bestenfalls als Regel, nicht als Ausnahme.“ Wer den Weg gemeinsam mit der Hertha gehe, der werde Teil einer Erfolgsgeschichte sein, sagte Schmidt. Heute steht Hertha trotz millionenschwerer Investitionen von Geldgeber Lars Windhorst auf Platz 14 in der Bundesliga-Tabelle. Jetzt muss sich der Klub an der Spitze erneut neu aufstellen. (jo) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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