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Frankreich setzt auf Franck Ribéry

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Franck Ribéry hat bei Frankreichs neuem Nationaltrainer Laurent Blanc einen Stein im Brett. © Getty

Paris - Franck Ribéry hat bei Frankreichs neuem Fußball- Nationaltrainer Laurent Blanc trotz WM-Blamage und Sex-Affäre einen Stein im Brett.

Das gegen Ribéry in Paris eingeleitete Anklageverfahren wegen Sex mit einer minderjährigen Prostituierten sei kein Grund, den Star des FC Bayern München von der Nationalelf auszuschließen, meinte Blanc in einem Exklusiv-Interview der Sportzeitung “L'Équipe“ (Mittwochausgabe). “Man muss sich davor hüten, radikale Entscheidungen zu treffen“, sagte Blanc. Ribéry sei allerdings auch kein unumstrittener Stammspieler. “Niemand ist es, bis auf den Torwart (Hugo Lloris)“, betonte der 44-Jährige.

Der Weltmeister von 1998 und frühere Meistertrainer von Girondins Bordeaux warnte vor “Effekthascherei“ und erklärte, bei den Anklageverfahren gegen Ribéry und gegen Real-Madrid-Stürmer Karim Benzema handele es sich um “private Angelegenheiten“. Für den Nationalelf-Ausschluss von Ribéry und Benzema hatten sich unter anderen Sportministerin Roselyn Bachelot und der neue Präsident des FFF-Verbandes, Fernand Duchaussoy, ausgesprochen.

Blanc sieht das anders: “Ich hoffe, dass Ribéry und Benzema in Zukunft wichtige Elemente des französischen Teams werden“, sagte er. Der Coach verriet, dass er sogar erwägt, Benzema für das erste Saison-Freundschaftsspiel der “Équipe tricolore“ am 11. August in Oslo gegen Norwegen zu nominieren. Ribéry kann er nicht berufen, da die 23 Mitglieder des französischen WM-Kaders wegen des desaströsen Auftretens des Teams in Südafrika auf Antrag des Trainers für das Spiel in Oslo gesperrt sind. Der Kader für das Spiel gegen Norwegen soll am nächsten Mittwoch bekanntgegeben werden.

Bei der WM waren die “Bleus“ inmitten von Skandalen und Querelen als amtierende Vizeweltmeister bereits nach der Vorrunde sieglos ausgeschieden. Um ähnliche Blamagen in Zukunft zu verhindern, will Blanc neben der Leistung auf dem Platz andere Berufungskriterien berücksichtigen. Er nannte gegenüber “L'Équipe“ “die geistige Verfassung, das Benehmen und die Verbundenheit zum (National-) Trikot“.

Der Coach warnt die französischen Profis: “Derjenige, der das nicht akzeptieren will, der verläßt das Team, der fliegt.“ Blanc stellt aber auch hohe Ansprüche an sich selbst. “Sollte ich es nicht schaffen, gegenüber der von mir ausgewählten Gruppe Autorität zu zeigen, dann gehe ich zum Verbandspräsidenten und sage ihm, dass ich gehe“, versprach der neue Hoffnungsträger der “Grande Nation“.

Nach dem Freundschaftsspiel gegen Norwegen steht für Blanc und seine Franzosen die erste große Herausforderung auf dem Programm: Die Qualifikation zur Europameisterschaft 2012. Das erste Qualifikationsspiel ist schon am 3. September gegen Weißrussland.

dpa

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