Junioren-Champions-League

Fluch oder Segen? Youth League startet

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Julian Green (r.), hier im Bayern-Trainingslager mit Thomas Müller, wird am Dienstag bei der Youth League, der Junioren Champions League antreten.

Köln - Parallel zur Champions League startet am Dienstag auch die Youth League für U19-Mannschaften. Die vier deutschen Teilnehmer freunden sich mit dem umstrittenen Wettbewerb immer mehr an. So läuft sie ab.

Die Meister sind nicht automatisch startberechtigt, für die Spieler wird es ein echter Stresstest: Die neu gegründete Youth League wurde vor ihrem Start am Dienstag heftig kritisiert. Doch ungeachtet der hohen Belastung für ihre Nachwuchs-Fußballer freunden sich die vier deutschen Teilnehmer mit dem parallel zum Vorbild Champions League ausgetragenen Wettbewerb immer mehr an.

„Für unsere U19-Mannschaft ist es eine große Herausforderung, sich mit anderen Jugend-Teams von Klubs aus den besten Ligen in Europa zu messen“, sagte Wolfgang Dremmler, Leiter des Jugendleistungszentrums des deutschen Rekordmeisters Bayern München.

Neben dem Nachwuchs des Triple-Gewinners dürfen in Anlehnung an die europäische Königsklasse auch die A-Junioren von Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und Schalke 04 teilnehmen. Der deutsche Meister VfL Wolfsburg und Vizemeister Hansa Rostock schauen hingegen in die Röhre.

Das sind die größten Talente des deutschen Fußballs

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„Wir sehen das Thems mittlerweile deutlich positiver und gehen die Sache gewissenhaft und interessiert an“, sagte Leverkusens Manager Michael Reschke vor dem Start am Dienstag (17.00 Uhr/Eurosport) bei Manchester United. Allerdings sieht auch Reschke im jüngsten Kind der Europäischen Fußball-Union (UEFA) „Segen und Fluch zugleich“.

Andreas Rettig wird angesichts der hohen Belastung für die besten Juniorenspieler deutlicher. Hier habe der DFB gegen seine eigene Überzeugung und den Rat aller Fachleute den Wunsch der UEFA zur Einführung dieses Wettbewerbs mitgetragen. Er könne keinen Vorteil für die Vereine erkennen, so der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Die Spiele sind an die Champions League der Profis gekoppelt, weite Reisen unter der Woche und während der Schulzeit sind die Folge. Dabei haben die Talente mit dem Spiel- und Trainingsbetrieb in den Vereinen sowie DFB-Lehrgängen und Länderspielen ohnehin schon ein straffes Programm zu bewältigen. Der ehemalige DFB-Sportdirektor und jetzige Bremen-Trainer Robin Dutt zeigt daher wenig Verständnis: „Üben, üben, üben und dann anwenden, anwenden, anwenden, das ist die Grundregel in diesem Alter und eben nicht: spielen, reisen, regenerieren, spielen, reisen, regenerieren.“

Die UEFA wischt diese Bedenken weg. Präsident Michel Platini spricht von einer „attraktiven Ergänzung für die Klubs der Champions League“. Die zusätzlichen Erfahrungen würden ihnen helfen, die Lücke zur ersten Mannschaft zu schließen, so UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino.

Unterstützung erhält die UEFA von den Nationalspielern Mesut Özil und Sami Khedira. Je früher man international spielen könne, desto mehr Erfahrung bekomme man, sagte Arsenal-Akteur Özil. Auch sein ehemaliger Teamkollege bei Real Madrid ist von den Vorzügen der Youth League überzeugt. „Es ist wichtig für die Top-Spieler, dass sie sich auf einem hohen Niveau messen“, betonte Khedira.

Der Modus der Youth League

- Qualifiziert sind die U19-Mannschaften der 32 Champions-League-Teilnehmer.

- Die Spiele finden am Vortag oder am Spieltag der Profis statt.

- Die ersten beiden Mannschaften der acht Gruppen qualifizieren sich für das Achtelfinale. Achtel-, Viertel- und Halbfinale wird in nur einem Spiel entschieden (ohne Verlängerung, sofort Elfmeterschießen). Dabei haben die Gruppensieger im Achtelfinale Heimrecht. Das Heimrecht im Viertelfinale wird ausgelost.

- Die Halbfinals und das Endspiel (11. und 14. April) werden im Schweizer Nyon ausgetragen.

- Nach drei Einsätzen in der Champions League ist ein Spieler für die Youth League gesperrt.

SID

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