Bei Benfica saß er nur auf der Bank

Bayern-Torjäger Lewandowski: Plötzlich Problemfall

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Steckt Robert Lewandowski in einer Formkrise?

München/Lissabon - Autounfall, 84 Minuten auf der Bank, kein Ende der Torflaute: Münchens Topstürmer Robert Lewandowski gibt Rätsel auf.

Robert Lewandowski schlich mit hängendem Kopf aus dem Estadio da Luz. Dass der FC Bayern gerade das Halbfinale der Champions League erreicht hatte, war dem polnischen Toptorjäger kaum anzusehen. „Lewa“ hatte wohl andere Dinge im Kopf.

Seinen Autounfall am Sonntag vielleicht, die seltene Jokerrolle beim 2:2 (1:1) im Viertelfinal-Rückspiel der Königsklasse bei Benfica Lissabon, oder womöglich seine seltene Torflaute. Zu erfahren war es nicht, Lewandowski sprach nur kurz. 

Lewandowski kommt mit Schrecken davon

Der Unfall am Sonntag im Münchner Stadtteil Bogenhausen, bei dem Ehefrau Anna im Wagen saß, sei nicht seine Schuld gewesen, sagte er. „Zum Glück ist nichts passiert. Es ist alles okay.“ 

Alles okay? Lewandowski erlitt bei dem Zwischenfall einen Schock. Dass er in Lissabon - für viele überraschend - nicht in der Startelf stand, habe jedoch mit dem sonntäglichen Schreckmoment ebensowenig zu tun gehabt wie damit, dass er gelbbelastet ins zweite Duell mit Benfica gegangen war, betonte Sportvorstand Matthias Sammer. 

Entsprechend verärgert war Lewandowski über die Ausbootung. „Dass so ein Spieler nicht happy ist, ist klar“, sagte Sammer verständnisvoll. Es sei „ein gutes Zeichen“ gewesen, dass „Lewa“ nach seiner späten Einwechslung (84.) „sehr bemüht war. Körperhaltung und Körpersprache zeigten Bereitschaft, das war sehr gut.“ 

Allerdings: Der Angreifer versemmelte alleine vor Torwart Ederson eine Großchance - wieder einmal. Schon im Hinspiel hatte er sich vor dem Tor einen Lapsus erlaubt, als er unpräzise auf Kapitän Philipp Lahm ablegte, anstatt zu schießen. Vier Spiele hat er nun nicht getroffen - eine Flaute, wie sie der 27-Jährige beim FC Bayern noch nicht hatte. 

Sammer bleibt entspannt

Über die Saison gesehen sind Lewandowskis Werte zwar noch immer herausragend. In der Champions League traf nur Real Madrids Superstar Cristiano Ronaldo häufiger (8:16 Tore), in der Bundesliga führt er die Torjägerliste mit 25 Treffern in 28 Spielen an. Von der historischen 40-Tore-Marke des einstigen Bayern-Bombers Gerd Müller spricht allerdings längst niemand mehr.

Sammer macht sich dennoch „nullkommanull“ Sorgen um den Angreifer. Dass er in Lissabon so lange zuschauen musste, werde dem viel Belasteten für das Heimspiel am Samstag gegen Schalke 04 „gut tun“, sagte er. „Wir brauchen ihn“, fügte Sammer bestimmt an. Und sonst? „Alles in Ordnung.“ 

Das empfand in der Nacht auf Donnerstag wohl irgendwann auch Lewandowski so. „Semifinal - here we come“, twitterte er aus dem noblen Teamquartier Four Seasons Hotel Ritz, und schloss die Kurznachricht mit dem Symbol eines muskulösen Arms.

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sid

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