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Eintracht Frankfurt unterliegt im Hessenliga-Spitzenspiel TGF

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Noah Michel Türk Gücü Friedberg
Noah Michel und Türk Gücü Friedberg haben das Spitzenspiel der Hessenliga gegen Eintracht Frankfurt gewonnen. © Charlie Rolff

Türk Gücü Friedberg hat am Samstagabend das Topspiel der Hessenliga mit 4:2 (1:1) gegen die U21 von Eintracht Frankfurt gewonnen und dadurch den Kampf um die beiden aufstiegsrelevanten Plätze noch spannender gemacht. Die Mannschaft von Trainer Enis Dzihic rang die Adlerträger im zweiten Abschnitt dank des größeren Siegeswillen nieder. Die Wetterauer konnten den Rückstand auf Eintracht II auf vier Punkte verkürzen und sind nun neben dem Zweitplatzierten FC Gießen ganz dick im Rennen.

Polemik hatte es im Vorfeld von behördlicher Seite gegeben. Die geplante Austragung auf dem Kunstrasenplatz wurde von der Polizeidirektion Friedberg 36 Stunden vor dem Spiel untersagt. Auf dem Nebenplatz wären nur 500 Zuschauer zugelassen gewesen. Die letztlich gekommenen 1360 Zuschauer konnten sich rund um den weitläufigen Rasenplatz natürlich besser verteilen. Dazu war eine bessere Sicherheit gewährleistet, auch wenn von Seiten der Gäste keine organisierten Ultragruppen vorstellig wurden. Die Partie auf dem schwer zu bespielenden Rasen begann schleppend. Die erste Möglichkeit hatten die Frankfurter durch Mehdi Loune, der wie einige andere Spieler nach dem Saisonende bei der U19 nun der U21 wieder zur Verfügung steht.

Eintracht Frankfurt unterliegt im Hessenliga-Spitzenspiel Türk Gücü Friedberg

Diese Verstärkungen waren deutlich zu spüren und der Eintracht spielte die Führung durch Maximilian Brauburger auf Zuspiel von Marcel Wenig in die Karten (21.). Friedberg aber blieb bissig und unbequem. Per Foulelfmeter glichen die Gastgeber aus. Nachdem Eintracht-Innenverteidiger Ben-Luca Fisher in Noah Michel hereingerauscht war, zeigte Schiedsrichter Philipp Metzger zum Entsetzen der Frankfurter auf den Punkt. Toni Reljic verwandelte sicher zum 1:1 (33.). Ein Blitzstart nach der Pause brachte Türk Gücü Friedberg schon nach 20 Sekunden in Führung. Einen langen Ball hob Kamil Yikilmaz über Eintracht-Torwart Simon Simoni zum 2:1 ins Netz (46.). Die Frankfurter antworteten aber schnell. Loune steckte auf Wachs durch, der resolut ins rechte Eck traf (49.). Das Spiel nahm nun richtig an Fahrt auf, die Kulisse ging in der Abenddämmerung richtig mit. Ein kuriosen Freistoß führte zum 3:2 der Hausherren. Michel schoss zunächst in die Mauer, von wo der Ball vor dem herausstürzenden Simoni in die Luft stieg.

Michel setzte entscheidend nach und köpfte zum vielumjubelten Tor ein (72.). Frankfurts U21 warf nun alles nach vorne, das letzte Aufbäumen fehlte aber. Friedberg wechselte geschickt fast nur offensive Leute wie Shelby Printemps ein, die für viel Entlastung sorgten. Der letzte Konter in der Nachspielzeit brachte die Entscheidung. Demyan Imeks Hereingabe erreichte Alija Izberovic, der den Schlusspunkt setzte. Damit war die erste Niederlage der Eintracht nach 16 Spielen besiegelt mit der Erkenntnis, dass die Gäste auf ihrem angestrebten Weg in die Regionalliga Südwest noch lange nicht durch sind. TGF-Trainer Enis Dzihic zeigte sich nach dem Schlusspfiff über den Abend begeistert, kritisierte aber auch den Zeitpunkt der Platzverlegung: „Ich bin megastolz auf die Jungs, obwohl wir ad hoc auf den Rasenplatz mussten. In der Besprechung rede ich normalerweise ein Stück weit über den Gegner. Diesmal wollte ich nicht so viel über die Eintracht sagen, da sie egal wer spielt eine gute Mannschaft haben. Für uns war wichtig zu zeigen, was in den letzten Monaten hier zusamnen gewachsen ist. Die jungen Spieler sind reifer geworden, die älteren Spieler sind Führungsspieler durch und durch. Die letzten 20 Minuten waren wir besonders giftig und bissig.“

Eintracht Frankfurts Trainer Kristjan Glibo: „Müssen die Köpfe aufrichten“

Zum aufgezwungenen Platzwechsel meinte Dzihic: „Das Spiel ist seit Wochen angesetzt und 36 Stunden vorher bekommen wir die Ansage, dass nur auf Rasen gespielt werden darf aus Sicherheitsgründen. Das hat mich geärgert, dass man sich von Seiten der Behörden nicht schon vorher darüber Gedanken gemacht hat.“ Eintracht-Trainer Kristjan Glibo ärgerte sich mehr über die Niederlage: „Wir sind verdient in Führung gegangen, allerdings war der Foulelfmeter aus meiner Sicht keiner. Da haben wir den Gegner wiederbelebt. Das Tor zum 2:1 direkt nach der Pause war total unglücklich. Da passt noch, dass der Freistoß nach einer Bogenlampe dem Spieler auf den Kopf fällt. Im großen und ganzen hätten wir den Sack schon am Anfang zumachen können. Wir müssen die Köpfe nun aufrichten, solche Spiele gibt es in einer Saison.“ Immerhin: Den direkten Vergleich, der am Saisonende bei Punktgleichheit zum Tragen kommt, hat Eintracht Frankfurt U21 dank des 5:2-Sieges vom Hinspiel knapp gezogen.

Die Statistik:

Türk Gücü Friedberg: Koob; Usic, Dudda, Häuser, Knecht - Jost (70. Printemps), Schorr (89. Izberovic) - Yikilmaz (57. Imek), Reljic (77. Henrich), Scheffler - Michel (90.+3 Hayashi).
Eintracht Frankfurt U21: Simoni; Schröder (86. Streker), Gebuhr, Fisher, Brauburger - Wachs, Dejanovic (77. Otto) - Schäfer (46. Bobson), Loune, Wenig (67. Cassaniti) - Amiri.
Schiedsrichter: Philipp Metzger (Hofgeismar-Wolfhagen).
Zuschauer: 1360.
Tore: 0:1 Maximilian Brauburger (21.), 1:1 Toni Reljic (33./Foulelfmeter), 2:1 Kamil Yikilmaz (46.), 2:2 Marc Wachs (49.), 3:2 Noah Michel (72.), 4:2 Alija Izberovic (90.+3).

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