Eintracht-Coach nach Debakel mit Galgenhumor

Veh scherzt: "Bayern wird leichte Aufgabe"

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Armin Veh war trotz des 1:6 bei Hertha BSC zu Scherzen aufgelegt.

Berlin - Eintracht-Coach Veh hatte schon vor dem Hammer-Auftaktprogramm ein ungutes Gefühl. Die 1:6-Pleite bei der Hertha konnte er nicht so recht erklären. Das Team will sich bei den Fans entschuldigen - am Samstag kommen die Bayern.

„Die Reise ins Ungewisse“, wie Trainer Armin Veh die neue Saison einstufte, hat für Eintracht Frankfurt mit einer kräftigen Abreibung begonnen. Und am Samstag kommt der FC Bayern in die Commerzbank-Arena. „Blöder kann es nicht laufen“, kommentierte Chefcoach Veh nach 90 ernüchternden Minuten das 1:6 zum Auftakt der Fußball-Bundesliga bei Aufsteiger Hertha BSC. Die Berliner überraschten den Sechsten der Vorsaison bei ihrem Erstliga-Comeback mit Power, Ideen und Spielgenauigkeit - die Hessen fanden vor 54 376 Fans im Olympiastadion nur die ersten zehn Minuten und nochmals in einer Phase vor der Pause ein Gegenmittel.

Alexander Meier hatte mit einem verwandelten Foulelfmeter (37.) kurz Hoffnung bei den weitgehend überfordert wirkenden Gästen geweckt. Doch das 2:2 gelang trotz einiger Möglichkeiten nicht. „Wir haben mitgespielt, aber hatten keinen Zugriff vor allem auf Ramos, der die Bälle gut verteilt hat“, bemerkte Veh, dem die Analyse nach den sechs Gegentreffern durch Adrian Ramos (17. und 71. Minute), John Anthony Brooks (32.), Sami Allagui (58. und 60.) und den eingewechselten Ronny (89.) schwer fiel. „Es sind so viele Dinge passiert, die sonst nicht passieren“, meinte der Eintracht-Coach.

Der Europa-League-Starter fand vor allem gegen das starke Umkehrspiel des Neulings keine Mittel. „Man kann nicht sagen, dass wir nicht wollten. Aber wir haben uns einfach nicht so gut angestellt. Ich muss das Spiel noch mal anschauen, weil es ein komisches Spiel war. Die Tore darfst du alle nicht bekommen.“ Eine Teilschuld an dem Saison-Fehlstart nahm der Trainer auch auf sich: „In der zweiten Halbzeit haben wir das System umgestellt, was im Nachhinein nicht so gut war, weil wir noch mehr Lücken hatten.“

"Rabenschwarzer Tag"

Ein ungutes Gefühl hatte Veh schon vor dem schwierigen Auftaktprogramm beschlichen, zumal auch bei der Personalgestaltung nicht alles nach Wunsch lief. Zwar konnte der Überraschungsclub der Vorsaison alle Stammkräfte halten und sich mit Jan Rosenthal, Johannes Flum (beide von Freiburg) und Joselu (Hoffenheim) gut verstärken. Doch in Sachen Stürmer gibt es noch immer eine Hängepartie: Der Transfer von Wunschmann Vaclav Kadlec von Sparta Prag sollte eigentlich bis diesen Sonntag eingetütet sein.

„Ein rabenschwarzer Tag, das macht mich total ärgerlich“, kommentierte Sportdirektor Bruno Hübner die Pleite. Für Finanzvorstand Axel Hellmann war es „eine richtige Abreibung“. Verteidiger Marco Russ kündigte an, dass sich die Mannschaft „bei den mitgereisten Fans entschuldigen“ werde. „Wir sind tief getroffen, aber noch nicht k.o.“, bemerkte Kapitän Pirmin Schwegler und ergänzte: „Wer jetzt nicht weiß, woran wir sind, dem kann ich auch nicht helfen.“

Wie er nun auf das 1:6 reagieren werde, wurde Veh gefragt. „Jetzt gibt es richtig Stoff“, antwortete der Trainer und lachte: „Ich bin nicht erst seit gestern Trainer. Es wäre das Allerblödeste, wenn man so etwas macht.“ Ohnehin erwarte das Team jetzt eine leichte Aufgabe, scherzte Veh: „Wir spielen gegen den FC Bayern.“

dpa

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