Europa League

Nichts für Feinschmecker: Eintracht bejubelt glanzlosen Sieg

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Frankfurts Trainer Adi Hütter freute sich über den Sieg gegen Standard Lüttich. Foto: Uwe Anspach/dpa

Eintracht Frankfurt bleibt in der Europa League auf Kurs Zwischenrunde. Glanz verbreiten die Hessen bisher aber nicht. Trainer Hütter ist trotz des fehlerhaften Spiels gegen Lüttich zufrieden und weist Kritik zurück. Das Gegentor könnte noch schmerzhaft sein.

Frankfurt/Main (dpa) - Sportvorstand Fredi Bobic war die Erleichterung nach dem glanzlosen 2:1 (1:0)-Sieg von Eintracht Frankfurt gegen Standard Lüttich anzumerken - und auch Trainer Adi Hütter störte sich nicht am weiter fehlenden Glamour auf Europas Fußball-Bühne.

"Ich denke, wir müssen aufpassen, dass wir uns über Siege wie heute weiter freuen und sie nicht als Selbstverständlichkeit ansehen", dozierte Hütter. "Wir werden es nicht schaffen, alle drei Tage ein Feuerwerk abzubrennen. Aber wir punkten - auch unter Druck."

Auch wenn der Vorjahreshalbfinalist bislang nicht an die Festtage aus der Vorsaison anknüpfen konnte, befindet er sich nach dem sechsten ungeschlagenen Pflichtspiel in Serie doch auf Kurs. "Und das, obwohl wir im Sommer drei Stürmer verloren haben, die in der Vorsaison zusammen 57 Tore erzielt haben", erinnerte Hütter an die Abgänge von Luka Jovic (Real Madrid), Ante Rebic (AC Mailand) und Sebastien Haller (West Ham United).

In der Bundesliga sind die Hessen als Achter mit 14 Zählern auf Tuchfühlung zum Tabellenführer Borussia Mönchengladbach (16), den sie mit einem Sieg im Topspiel am Sonntag überflügeln können. In der Europa League belegen die Frankfurter in der Gruppe F zur Halbzeit mit sechs Punkten hinter Spitzenreiter FC Arsenal (9) den zweiten Platz, der zum Weiterkommen reicht. "Wir sind sehr, sehr froh über den Sieg, denn es war ein sehr wichtiges Spiel", sagte Bobic. "Jeder kann die Tabelle lesen."

Doch Vorsicht ist geboten. Sollte die Eintracht in zwei Wochen das Rückspiel in Lüttich (3) verlieren, könnte am Ende bei Punktgleichheit der direkte Vergleich zwischen den beiden Rivalen den Ausschlag geben. Daher schmerzte der späte Anschluss durch Selim Amallah (82.). "Das Gegentor kann uns ärgern, wenn wir unsere Hausaufgaben im Rückspiel nicht machen", sagte Bobic.

Am Donnerstagabend sprangen ausgerechnet die Abwehrkräfte David Abraham (28.) und Martin Hinteregger (73.) als Torschützen für die verletzt fehlenden Stürmer Bas Dost und André Silva in die Bresche und erlösten die ideenarmen Hessen. "Für uns ist es wichtig zu wissen, dass wir nach Standards treffen können und variabel sind", sagte Hinteregger. Das erfreute auch den Trainer. "Es freut mich immer, wenn nicht nur Angreifer für die Tore zuständig sind", lobte Hütter und befand: "Der Sieg war verdient."

In Lüttich muss die Eintracht in zwei Wochen aber mindestens einen Gang zulegen, soll es kein böses Erwachen geben. "Da erwartet uns ein hitziges Spiel, in dem wir uns warm anziehen müssen", sagte Bobic. Zumal der Bundesliga-Achte dann ohne die Unterstützung seiner Fans auskommen muss, die wegen der Krawalle Anfang Oktober in Guimarães von der UEFA für zwei Auswärtsspiele ausgeschlossen wurden.

Gegen die Sperre für das Gastspiel in London am 28. November wird die Eintracht Berufung einlegen, kündigte Vorstand Axel Hellmann nach dem Abpfiff an. Zunächst war er aber froh, dass es gegen Lüttich weitgehend ruhig blieb. "Die Polizei hat das im Griff gehabt. Das muss man auch mal loben, weil es auch uns als Verein entlastet", sagte Hellmann. "Das Sicherheitskonzept ist aufgegangen."

Nach der Partie kam es allerdings zu tätlichen Angriffen von Lüttich-Fans, die Einsatzkräfte der Polizei mit Steinen bewarfen und Eisenstangen schlugen. Bei der Attacke wurden vier Beamte leicht verletzt und vier Personen festgenommen.

Fakten zum Spiel

Kader beider Teams

Pressemappe der UEFA

Tabelle Gruppe F

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