DSV-Springer gewinnen Blech

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Martin Schmitt

Lahti - Vor einer Woche waren die deutschen Skispringer nach Platz vier im WM-Mannschaftswettbewerb im Tal der Tränen. Beim Weltcup in Lahti gab es die Chance zur Wiedergutmachung. Am Ende aber waren erneut drei andere besser.

Auch ohne den WM-Unglücksraben Michael Uhrmann haben die deutschen Skispringer beim Mannschaftsweltcup in Lahti das Podest knapp verfehlt. Eine Woche nachdem sich die Schützlinge von Bundestrainer Werner Schuster mit dem undankbaren vierten WM-Platz abfinden mussten, reichte es erneut nur zum ersten Rang neben dem Podium. Martin Schmitt, Michael Neumayer, Richard Freitag und Severin Freund schafften 1017,9 Punkte, doch Polen mit dem überragenden Adam Malysz war 10,4 Punkte besser.

Österreich in der Weltmeister-Besetzung mit Gregor Schlierenzauer, Martin Koch, Andreas Kofler und Thomas Morgenstern drückte der Konkurrenz erneut seinen Stempel auf. 1086 Punkte reichten zum souveränen Sieg vor Norwegen, das 1065,3 Zähler ersprang.

“Es war ein schönes, vor allem faires Springen. Leider waren wir nicht ausgeglichen genug, um leicht überdurchschnittlich springende Polen zu bezwingen“, bilanzierte Schuster. Während er mit Freitag und Freund sehr zufrieden war, patzten ausgerechnet die beiden Routiniers im Team.

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Größter Unsicherheitsfaktor war diesmal Neumayer, der für den zurückgetretenen Uhrmann in die Mannschaft gekommen war. “So konnte ich dem Team leider nicht helfen“, sagte der Berchtesgadener, der 113 und 117 Meter weit sprang und damit mit Abstand schwächster im DSV-Aufgebot war. “Irgendwie ist die Luft wohl raus. Im Training am Freitag sah es noch ganz gut aus, aber dann wurde es immer schlechter. Heute war vor allem mein erster Sprung viel zu kurz. Da habe ich acht, neun Meter liegen gelassen“, sagte Neumayer, der bereits bei der WM im Formtief war, dort aber mit der Mannschaft von der Normalschanze wenigstens Bronze geholt hatte.

So mussten die anderen die Kastanien aus dem Feuer holen. Doch auch Martin Schmitt war auf der Schanze, auf der er 2002 seinen bislang letzten Weltcup-Erfolg gefeiert hatte, nicht in der Lage, die Konkurrenten zu beeindrucken. “Wir geben unser Bestes. Wir sind ein ausgeglichenes und homogenes Team“, meinte der Schwarzwälder, der vor allem bei seinem ersten Sprung auf 119,5 Meter einiges liegen ließ.

Wenigstens auf Youngster Freitag und Überflieger Freund war Verlass. Der Auer Freitag konnte im ersten Durchgang den durch Neumayers Patzer entstandenen Rückstand verkürzen und hielt auch im Finale den Abstand zu den Polen gering. Freund landete zunächst bei der Durchgangsbestweite von 129 Metern, wackelte bei der Landung aber bedenklich und bekam deshalb nicht die erhofft hohen Noten.

Im Finale bot der Rastbüchler sehr gute 128,5 Meter an und brachte Malysz damit in Zugzwang. Doch der WM-Dritte von der Normalschanze, der am nächsten Wochenende in Planica seine Laufbahn beenden wird, konterte, flog auf die Tagesrekordweite von 131,5 Meter und sicherte den Polen damit den Platz auf dem Podest.

dpa

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