Endspiel gegen Eintracht Frankfurt

Aufstellung des FC Bayern im DFB-Pokalfinale: Feiert Neuer heute sein Comeback? 

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Manuel Neuer ist vor dem Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt voll belastbar - feiert er heute sein Comeback? 

Die Bayern plagen vor dem Finale im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt gleich in mehreren Mannschaftsteilen Personalprobleme. Hier erfahren Sie, wem Jupp Heynckes im Pokalfinale vertraut. 

Berlin - Selten war ein Pokal-Endspiel, in dem zwei sportlich so ungleiche Kontrahenten aufeinandertreffen, von ähnlicher Brisanz, wie das diesjährige DFB-Pokal-Finale zwischen dem FC Bayern München und Eintracht Frankfurt. Auf dem Papier sind die Kraftverhältnisse eigentlich eindeutig: Laut dem Fußball-Portal transfermarkt.de ist der Kader der Bayern 779 Millionen Euro wert, der der Hessen „nur“ rund 114 Millionen Euro. Sechs Mal wurde der FC Bayern in den letzten sechs Jahren Meister, die Eintracht spielt ihrerseits die beste Saison seit Jahren, dennoch verpasste man knapp die Qualifikation für das europäische Geschäft. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Denn daran, dass die Frankfurter sich nächstes Jahr einzig und allein auf die Bundesliga konzentrieren können, sind die Bayern zumindest nicht ganz unbeteiligt. 

Übrigens: Hier gibt es alle Infos zum Livestream des Pokalfinales in Berlin

Eintracht Frankfurt strauchelt seit Bekanntgabe des Kovac-Transfers zum FC Bayern

Seit der Bekanntgabe des Transfers von Niko Kovac zu den Bayern, holte die Eintracht gerade einmal vier Punkte aus sieben Spielen. Zu wenig für das internationale Geschäft. Besonders ärgerlich für die Hessen ist dabei die Tatsache, dass sich der VfB Stuttgart erst am letzten Spieltag an den Frankfurtern vorbeischieben konnte - ausgerechnet mit einem Sieg über die Münchner. Natürlich hat der FC Bayern nicht die Schuld am Abwärtstrend der Frankfurter, die Bekanntgabe von Transfers während der Saison ist im Profifußball üblich und war in diesem Fall wohl auch unvermeidlich, letzten Endes werden sich die Frankfurter eingestehen müssen, dass ihr Kollektiv eben doch nicht stabil genug war, um den bevorstehenden Abgang ihres wichtigsten Mitarbeiters ausreichend aufzufangen. 

Inzwischen haben sich die Gemüter beruhigt

Dies ist nur menschlich und absolut nachvollziehbar, schließlich handelt es sich bei der Eintracht nicht um einen abgebrühten Spitzenklub, sondern eine Mannschaft, die weite Teil der Saison über ihren Möglichkeiten gespielt hat. Ihnen aus dem Leistungsabfall nun einen Strick zu drehen, wäre genauso falsch, wie den Bayern die Schuld in die Schuhe zuzuschieben. Es sind die klassischen Mechanismen, nach denen der Fußball funktioniert. 

Dennoch folgte der Bekanntgabe des Trainer-Transfers ein offener Schlagabtausch beider Klubs über die Medien - die Eintracht klagte über den Zeitpunkt der Verkündung, die Bayern wiesen jegliche Schuld von sich. Auch zwischen Sportvorstand Fredi Bobic und Niko Kovac soll es wohl ordentlich gekracht haben, doch inzwischen dürften sich die Gemüter wieder beruhigt haben: Die Frankfurter haben einen ambitionierten Kovac-Nachfolger gefunden, die Bayern wollen ihren Altmeister Jupp Heynckes mit einem Double gebührend verabschieden. Wie die Bayern diese Aufgabe personell angehen könnten, erfahren Sie hier. 

FC Bayern München - Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal-Finale: Die Aufstellung im Tor

Hier schien es vor dem Spiel zum ersten Mal seit vielen Monaten wieder so etwas wie Spannung zu geben. Manuel Neuer absolvierte am Dienstag erstmals nach seiner Mittelfuß-OP wieder eine volle Trainingseinheit. Nach Informationen des kicker gab er dabei wieder „eine richtig gute Figur“ ab. Zunächst wurde noch spekuliert, nun steht fest: Der Kapitän des DFB-Teams wird am Samstag erstmal seit September 2017 im Kader des Rekord-Pokalsiegers stehen, jedoch zunächst Ulreich den Vortritt im Bayern-Kasten lassen. 

Ein Einsatz von Anfang an wäre zwar vermutlich möglich, insgesamt aber aus mehreren Gründen eher unwahrscheinlich gewesen. Auch wenn Neuer im Saft zu stehen scheint, will ein so erfahrener Trainer wie Heynckes erstmal kein Risiko eingehen. Ohnehin lässt sich darüber streiten, ob ein Einsatz Neuers, trotz dessen immenser Qualität, ohne jegliche Spielpraxis in einem Finale, schlicht fahrlässig wäre. Dennoch scheint es nach wie vor möglich, dass Neuer heute noch ein paar Spielminuten bekommt. Dafür muss das Ergebnis und die personelle Situation natürlich passen - ein Einsatz ist also nicht ausgeschlossen. 

Erst jüngst betonte Löw die Notwendigkeit von Spielpraxis für Torhüter. Schließlich wäre die Nicht-BerücksichtigungSven Ulreichs im Finale ein Schlag in dessen Gesicht gewesen. Ulreich hütete das bayerische Gehäuse in jedem Pokalspiel dieser Saison, hielt gegen Leipzig den entscheidenden Elfmeter. Seine Abservierung im Finale wäre für jemanden wie Heynckes, der großen Wert auf die Befindlichkeiten seiner Schützlinge legt, höchst untypisch gewesen. 

FC Bayern München - Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal-Finale: Die Aufstellung in der Abwehr

Die Besetzung der Abwehr war im Voraus bereits relativ klar. Aufgrund der Verletzung Jerome Boatengs werden aller Voraussicht nach Mats Hummels und Niklas Süle die Innenverteidigung der Bayern bilden. Links verteidigt wieder David Alaba, sein Pendant auf der rechten Seite ist selbstverständlich Joshua Kimmich. Wie gewohnt, werden die beiden Außenverteidiger nicht nur die schnellen Umschaltmomente der Frankfurter verteidigen müssen, sondern dem bayerischen Offensivspiel die nötige Durchschlagskraft und Breite geben. Ziel der Bayern muss es sein, die kompakte Defensive der SGE, die vermutlich mit einer Fünfer-Kette verteidigen wird, auseinanderzuziehen und die dadurch frei werdenden Räume zu nutzen. 

FC Bayern München - Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal-Finale: Die Aufstellung im Mittelfeld

Auf der linken Offensivseite ist die Antwort klar: Franck Ribery befindet sich nicht erst seit seiner Vertragsverlängerung in guter Form und wird wohl sicher spielen. Deutlich spannender war die Situation im zentralen Mittelfeld und auf der rechten Seite. Nun steht fest: Heynckes setzt im Zentrum auf das Dreiergespann Thiago,  James Rodriguez und als Absicherung Javi Martinez. Die Kreativität von Thiago und James wird nötig sein, um das Abwehrbollwerk der Frankfurter mit vermutlich zwei recht klaren Sechsern vor der letzten Kette - Omar Mascarell und Kevin-Prince Boateng - zu überwinden. 

Mit Martinez hat sich der Bayern-Coach für die defensivere Variante entschieden. Der offensivstärkere, vertikaler spielende Corentin Tolisso nimmt vorerst auf der bank Platz. 

Ähnlich brisant war die Lage auf der rechten Offensivseite. Hier hatte Heynckes mit Arjen Robben und Thomas Müller bekanntermaßen zwei hochkarätige Alternativen zur Verfügung. Das Problem: Beide befinden sich momentan im Lazarett statt auf dem Trainingsplatz: Während Arjen Robben, der erst jüngst seinen Vertrag verlängerte, Rückenprobleme hat und nicht trainieren konnte, litt Thomas Müller an einem Magen-Darm-Infekt. Beim Holländer ist die Sachlage mittlerweile klar - er wird im DFB-Pokalfinale nicht spielen können. Zusätzlich zu seinen Rückenproblemen kamen nun auch noch Adduktorenprobleme hinzu. Müller dagegen scheint seinen Infekt überwunden zu haben und steht heute Abend in der Startaufstellung.

Zuvor wurde auch über einen Einsatz von Kingsley Coman spekuliert, der wieder „voll belastbar“ ist, jedoch nach fast drei Monaten Pause noch nicht bereit für die erste Elf ist. Er könnte jedoch als Joker kommen. 

FC Bayern München - Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal-Finale: Die Aufstellung im Angriff

Hier gab es von Anfang an wenig Raum für Spekulationen. Robert Lewandowski gibt heute den bayerischen Mittelstürmer. Sandro Wagner hat nach seinem WM-Aus, inklusive Nachtreten gegen den Bundestrainer, zwar ordentlich Wut im Bauch und ist dementsprechend motiviert, doch letzten Endes überwiegt die Qualität Lewandowskis Wagners Groll. 

FC Bayern München gegen Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal-Finale: Die Aufstellung im Überblick

Startaufstellung: Ulreich - Kimmich, Süle, Hummels, Alaba - James, Martinez, Thiago, Ribéry, Müller - Lewandowski. 

dk/kus

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