Triple-Traum lebt weiter

Rummenigge: "Ergebnis wichtiger als Spielqualität"

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Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge freut sich über den Einzug ins Finale.

München - Auch beim 2:0 im Pokal-Halbfinale gegen Werder Bremen tut sich der FC Bayern sehr schwer. Doch die Münchner stört das derzeit nicht: Auf dem Weg zum Triple stimmen ja die Ergebnisse.

Nein, sagte Philipp Lahm mit einem Schmunzeln, nein, „ganz zufrieden“ werde Trainer Pep Guardiola wohl nicht sein, „das kann ich mir nicht vorstellen“. Der Kapitän von Bayern München und seine Mitspieler übten sich nach dem sehr mühsamen 2:0 (1:0) gegen Werder Bremen und dem Einzug ins Endspiel des DFB-Pokals in vorauseilendem Gehorsam in Selbstkritik - doch das war gar nicht nötig. Denn selbst der Schöngeist Guardiola ist derzeit der Ansicht: Hauptsache, das Ergebnis stimmt.

Auf der Zielgeraden einer Saison, die nach der historischen vierten Meisterschaft nacheinander auch nach wie vor mit dem Triple enden könnte, bewegen sich die Münchner momentan eher im Kriechgang als beschwingten Schrittes. „Wir haben“, sagte unter anderem der zweifache Torschütze Thomas Müller (30. und 71., Foulelfmeter), „sicher schon bessere Spiele gemacht“. Er betonte nach seinen Saisontreffern 30 und 31 aber auch: „Wir haben getan, was am Wichtigsten ist, nämlich weiterkommen.“

Rummenigge: "Ergebnis wichtiger als die Spielqualität"

Beim Weiterkommen half erneut entscheidend auch Arturo Vidal mit, allerdings anders als zuletzt: Der eingewechselte Chilene zeigte eine Schwalbe allererster Güte - Schiedsrichter Tobias Stieler (Hamburg) fiel darauf herein, Müller verwandelte den unberechtigten Strafstoß. „Der Elfmeter war kein Elfmeter. Es tut mir leid“, sagte selbst Guardiola und betonte, auf so eine Art wolle er eigentlich nicht gewinnen. Aber er erwähnte auch: So sei nun mal der Fußball.

Die Schwalbe von Vidal, der keine Bestrafung seitens des DFB-Sportgerichts zu befürchten hat, kam für die Münchner zu einem denkbar günstigen Zeitpunkt, für die kessen Bremer, die sich gerade um den Ausgleich bemühten, war es der K.o. Nein, diesen Elfmeter „muss man nicht geben“, sagte auch der Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der sich ansonsten aber auch nicht mit dem mäßigen Spiel der Bayern aufhalten wollte. In dieser Phase der Saison „ist das Ergebnis wichtiger als die Spielqualität“, betonte er, „deswegen können wir zufrieden sein“.

Auch dem Ästheten Guardiola, der noch am vergangenen Samstag nach dem Spiel gegen Schalke 04 (3:0) ungewohnt kritisch mit seiner Mannschaft ins Gericht gegangen war, scheint derzeit in erster Linie das Ergebnis wichtig zu sein - und nicht, wie es zustande kommt. „Natürlich bin ich glücklich“, sagte er, „noch einmal dieses schöne Finale in Berlin zu spielen“. Und „danke, dass mir die Spieler die Möglichkeit geben, noch eine Woche länger mit ihnen zu arbeiten“.

Müller: "Große Chancen, dieses Jahr viel mitzunehmen"

Bis zum 21. Mai werden sie also zusammen sein, ob es noch eine Woche mehr wird, hängt von den Spielen gegen Atletico Madrid im Halbfinale der Champions League (27. April in Madrid und 3. Mai in München) ab. „Wir sind da“, betonte Guardiola, womit er wohl meinte: Ja, wir haben noch die Chance auf das Triple. Ihm wird allerdings nicht entgangen sein, dass der FC Bayern dafür schon wesentlich besser spielen muss als etwa jetzt gegen die Bremer, sonst stimmt auch das Ergebnis nicht.

„Wir sind jetzt noch überall im Titelrennen dabei und haben große Chancen, dieses Jahr viel mitzunehmen“, sagte Torhüter Manuel Neuer, der am Mittwoch einen neuen Vertrag bis 2021 bei den Bayern unterschrieb. Kapitän Lahm ist jedenfalls der Überzeugung, dass die derzeitigen spielerischen Mängel zu vernachlässigen sind. „Man muss sich keine Sorgen machen“, versicherte er, „das ist alles nicht so dramatisch.“ Er glaube fest daran, „dass wir besser spielen können und auch werden.“ Und wenn nicht: Hauptsache, die Ergebnisse stimmen.

SID

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