Der Überblick

Deutsche Gegner: Nur Ronaldo schon in Form

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Cristiano Ronaldo.

München - Die USA verlieren gegen die Ukraine, Ghana in Montenegro. Von den deutschen Gruppengegnern bei der WM überzeugt nur Portugal - dank Rekordmann Ronaldo.

Bundestrainer Joachim Löw hat in den kommenden Wochen genug mit seiner eigenen Mannschaft zu tun - da trifft es sich ganz gut, dass er sich um die deutschen Gruppengegner bei der WM in Brasilien erst mal keine großen Gedanken machen muss. Die USA unter Jürgen Klinsmann unterlagen auf Zypern der Ukraine 0:2 (0:1), Ghana verlor in Montenegro 0:1 (0:1) - und Portugal hatte sein 5:1 (1:1) gegen Kamerun vor allem einem zu verdanken: einem lustvoll aufspielenden Weltfußballer Cristiano Ronaldo.

„Das ist eben Ronaldo. Er ist der Spieler, der den Unterschied macht“, sagte Volker Finke, Trainer von WM-Teilnehmer Kamerun. In der Tat: erste Chance, erstes Tor - Ronaldo gab früh (21.) die Richtung vor, der zwischenzeitliche Ausgleich von Kamerun durch Vincent Aboubakar (43) war nur ein Schönheitsfehler. Am Ende der zweiten Halbzeit traf Ronaldo ein weiteres Mal - es war sein 49. Treffer im Nationaltrikot, er ist nun alleiniger Rekordtorschütze Portugals vor Pauleta (47).

„Er ist der Beste aller Zeiten“, lautete selbstverständlich die Schlagzeile auf Seite eins der Fußball-Zeitung A Bola. Ronaldo aber wollte sich nicht allzu wichtig nehmen. Der Rekord bedeute ihm ja schon etwas, gab er zu, zugleich aber betonte er: „Ich versuche nicht, Rekorde zu brechen. Sie kommen von selbst.“ Von selbst wird es sich auch ergeben, irgendwann im kommenden Jahr, dass Ronaldo Portugals Rekordspieler sein wird: Zu den 127 Spielen von Luis Figo fehlen ihm noch 17 Einsätze.

Portugal ist am 16. Juni in Salvador erster deutscher Gegner in der Gruppe G, es folgt dann am 21. Juni Ghana in Fortaleza. Die Black Stars boten beim 0:1 in Montenegro wenig Erbauliches. Es fehlten allerdings auch zahlreiche potenzielle Stammspieler in der Startformation wie Kevin-Prince Boateng von Schalke 04, der erst in der 58. Minute eingewechselt wurde. Die Zeitung Accra Daily Mail urteilte zum eher lahmen Spiel, das Zusammenwirken zwischen Mittelfeld und Angriff sei „lethargisch“ gewesen.

Am 26. Juni spielt die deutsche Nationalmannschaft dann in Recife gegen die USA - und gemessen am Gesichtsausdruck, der bei Jürgen Klinsmann am Mittwochabend in Larnaca zu beobachten war, hat der US-Nationaltrainer bis dahin noch mehr Arbeit vor sich als sein ehemaliger Assistent. Mit versteinerter Miene verfolgte er das 0:2 gegen die Ukraine und sagte danach: „Es wäre jetzt total falsch, das zu kritisieren, was schieflief.“ Die Aufzählung der Fehler hätte wohl zu lange gedauert.

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Gegen die ebenfalls für die WM qualifizierte Ukraine bot Klinsmann ausnahmslos Spieler aus Europa auf, darunter den ehemaligen Schalker Jermaine Jones, Fabian Johnson von 1899 Hoffenheim und John Brooks von Hertha BSC. Brooks gehörte zu der Vierer-Abwehrreihe, die erkennbar zum ersten Mal in dieser Besetzung spielte. „Wenn wir uns das Ganze nochmal auf Video anschauen, werden wir sehen, dass wir gerade dort eine ganze Reihe von Fehlern gemacht haben“, sagte Klinsmann.

sid

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