Bundesliga

0:6-Debakel trifft Gladbach und Trainer Marco Rose

Debakel
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Mönchengladbachs Trainer Marco Rose war nach dem 0:6 in München bedient.

Das katastrophale Auftreten Borussia Mönchengladbachs beim FC Bayern irritiert angesichts der Europapokal-Ambitionen des Clubs. Trainer Rose ist frustriert.

München (dpa) - Die Miene von Sportchef Max Eberl verfinsterte sich von Minute zu Minute. Auch der scheidende Trainer Marco Rose war bedient. Das 0:6-Debakel bei Bayern Münchens Meisterfeier hat Spuren bei Borussia Mönchengladbach hinterlassen.

Nach dem desaströsen Auftreten seines Teams, das sich im Kampf um die Europapokal-Qualifikation das Torverhältnis zerstörte und einen weiteren Zähler auf den Tabellensechsten Bayer Leverkusen verlor, lieferte Rose einen süffisanten Hinweis, warum er Gladbach im Sommer nach nur zwei Jahren schon wieder in Richtung Dortmund verlässt.

„Wenn du mit den Großen pinkeln willst, dann musst du auch so auftreten“, sagte der ehrgeizige Rose im ZDF. Allzu häufig taten seine Spieler dies nach der Champions-League-Qualifikation im vergangenen Sommer in dieser Saison nicht. Zwar führte der 44-Jährige die Gladbacher bis ins Achtelfinale der europäischen Königsklasse, dürfte die Ziele in der Bundesliga dafür aber um Längen verpassen.

An den noch ausstehenden beiden Spieltagen geht es für Gladbach wohl nur noch darum, Platz sieben und damit die Qualifikation zur neu geschaffenen Conference League zu sichern. „Die Luft wird dünner für unsere Ziele, also müssen wir punkten“, sagte Rose, der die Leistung seines Teams in München „als Stromausfall“ bezeichnete. Der frühere Gladbacher Lothar Matthäus war als Sky-Experte entsetzt: „Es ging ja noch um etwas. Sie haben sich abschlachten lassen in München. Das war unwürdig. Das war nicht Gladbach-like.“

Nicht erst seit Samstag gibt es das Geraune, ob Rose nach seinem verkündeten Wechsel zum BVB die Spieler nicht mehr erreiche. Teile der Gladbach-Fans forderten schon im Februar vehement die Ablösung Roses, was Eberl kategorisch ausgeschlossen hatte. „Max Eberl hat die Entscheidung letztendlich getroffen, aber nicht allein. Wir standen und stehen da hinter ihm“, sagte Gladbachs Vorstandsmitglied und Ex-Trainer Hans Meyer am Sonntag im Sport1-„Doppelpass“.

Allerdings leiden derzeit nicht nur die Fans, sondern auch der gute Ruf Roses. Beim BVB wollen sie mit dem smarten und ehrgeizigen Coach endlich wieder an die Ära von Jürgen Klopp anknüpfen. Mit jeder Niederlage und jedem weiteren Auftreten seines aktuellen Teams wie am Samstag wachsen indes Zweifel an Rose, der in Gladbach immerhin den besten Kader der vergangenen Jahrzehnte zur Verfügung hat. Denn zumindest in der Liga läuft die Borussia vom Niederrhein schon die gesamte Saison den Ansprüchen hinterher - nicht erst seit Roses Ankündigung im Februar, nach Dortmund wechseln zu wollen. Entsprechend ratlos wirkte Rose am Samstag und flüchtete sich in Plattitüden: „In den nächstem Spielen müssen wir alles raushauen.“

© dpa-infocom, dpa:210509-99-528749/2

Gladbach nach dem Debakel

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