Es wird weiter diskutiert

Champions-League-Reform: Kommt jetzt alles ganz anders? Neuer Plan aus Frankreich

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Wie sieht die Zukunft der Champions League aus?

Gibt es die Champions League bald mit einem dreistufigen Ligensystem? Oder entscheidet man sich für ein Alternativ-Modell aus Frankreich - es bleibt spannend.

Update vom 20. Juni: Nach dem heftigen Gegenwind aus der Fußball-Bundesliga und der Serie A für die Pläne von Juventus-Chef Andrea Agnelli zur Reform der Champions League ab 2024 wird nun nach Informationen der SportBild ein neues Alternativ-Modell mit 36 Klubs diskutiert.

Nach einem Vorschlag aus der französischen Ligue 1 sollen die 36 Vereine in sechs Sechsergruppen spielen. Die acht Viertelfinalisten der Vorsaison verbleiben im Wettbewerb, die vier Halbfinalisten der Europa League 1 steigen auf. Zudem qualifizieren sich 18 Klubs aus den ersten zehn nationalen Ligen des UEFA-Rankings, dazu kommen sechs Vereine aus kleineren Ligen. Jeweils die Gruppenersten und Gruppenzweiten sollen ins Achtelfinale einziehen, ergänzt durch die vier besten Gruppendritten.

Das Frankreich-Modell war schon unter jenen Bundesligisten wie Borussia Dortmund und FC Schalke 04 diskutiert worden, die an der Generalversammlung der European Club Association (ECA) auf Malta teilgenommen hatten. Eine Simulation der abgelaufenen Europacup-Saison hatte allerdings erbracht, dass an der neuen Super League fast ausschließlich Klubs aus den Top-5-Ligen (England, Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich) teilnehmen würden.

Champions-League-Reform? FIFA-Präsident Infantino hat eine klare Meinung

Update vom 13. Juni: Eine Revolution in der Champions League? Die Pläne der UEFA sind klar: Ein dreigleisiges System soll her. Widerstand gibt es allerdings von zwei prominenten europäischen Ligen: Bundesliga und Premier League.

Jetzt hat sich FIFA-Präsident Gianni Infantino zur Thematik geäußert. In einem Interview mit der L'Equipe sprach er sich klar gegen die Reformpläne für die Champions League aus. „Ich habe der UEFA nichts vorzuschreiben, aber ich stehe diesen Plänen diametral gegenüber“, sagte der 49-Jährige der französischen Sport-Tageszeitung.

Die Reformbestrebungen sehen neue Zulassungskriterien vor. So sollen in der Königsklasse ab 2024 nur noch vier von 32 Startplätzen über Platzierungen in den nationalen Ligen vergeben werden. 24 Plätze gingen automatisch an Teilnehmer aus dem Vorjahr. Die UEFA hat sich auch auf einem anderen Gebiet nach vorne gewagt - die Bundesliga profitiert davon zuerst

Champions-League-Reform? Allianz aus Bundesliga und Premier League wehrt sich

Update vom 5. Juni: DFL-Präsident Reinhard Rauball sieht vor der Generalversammlung der Europäischen Klub-Vereinigung ECA ab Donnerstag auf Malta eine mächtige Allianz von Bundesliga und Premier League gegen deren Pläne zur Fußball-Europapokal-Reform. "Die deutsche und die englische Liga sind dagegen, und ich glaube nicht, dass man ohne Deutschland und England eine Lösung finden kann", sagte der 72-Jährige britischen Medien beim FIFA-Kongress in Paris.

"Wir müssen klarmachen, dass die nationalen Ligen das Wichtigste sind", so Rauball weiter: "Wenn du ein pyramidales System, wie die ECA es plant, einführst, zerstörst du die Klubs und das ist gefährlich. Wir sind Traditionalisten und wir wollen, dass die Zukunft des Fußballs das auch ist." Ziel sei es deshalb, beim Treffen in Malta einen Kompromiss zu finden: "Lasst uns erst diskutieren und danach können wir entscheiden, Schritt für Schritt."

Der Vorschlag der ECA, der für die Champions League künftig ein dreistufiges Ligensystem mit zahlreichen Fixplätzen für Topvereine vorsieht, war in den vergangenen Wochen europaweit auf massive Kritik gestoßen. Auch die Bundesliga-Klubs lehnen diese Pläne geschlossen ab. Eine Delegation der 13 deutschen ECA-Mitglieder hatte zuletzt bereits bei einem Treffen in München gegenüber ECA-Präsident Andrea Agnelli ihre Bedenken zum Ausdruck gebracht.

Radikal-Reform der Champions League? Rummenigge mit eindeutiger Aussage

Update vom 31. Mai: Nach Uli Hoeneß hat sich auch der zweite Big Boss des FC Bayern klar zum aktuellen Modus der Champions League bekannt und damit einer Reform eine Absage erteilt. „Warum müssen wir eigentlich überhaupt etwas verändern? Um die Champions League beneidet uns die ganze Welt“, betont Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge im Interview mit dem Spiegel

Karl-Heinz Rummenigge hat eine klare Meinung.

Die „Königsklasse“ sei „der mit Abstand beste und am schwierigsten zu gewinnende Wettbewerb der Welt“. Zugleich erklärt der ehemalige Vorsitzende der Klub-Vereinigung ECA: „Ich bin auch kein großer Freund der Idee, die Gruppenphase zu erweitern. Wir haben schon bei dem aktuellen Modell mit den Vierergruppen oft zum Ende hin sogenannte Dead Games, wo es um nichts mehr geht.“

Bayern-Boss über die CL-Reform: Wohin wandert das Geld?

Natürlich weiß Rummenigge, dass die Überlegungen über eine CL-Revolution vor allem von wirtschaftlichen Anreizen getrieben sind. Doch er gibt zu bedenken: „Es ist ja nicht so, dass wir jetzt eine Gewinnexplosion hätten und unsere Aktionäre daran partizipieren.“ Vielmehr wandere das Geld „in die Spielergehälter und Beraterhonorare“.

Einen diskutierten Punkt der möglichen Reform lehnt Rummenigge strikt ab: „Am wichtigsten wird es sein, dass der Europapokal nicht an den Wochenenden ausgetragen wird. Denn das würde einen zu großen Kampf mit den nationalen Ligen erzeugen.“ Am Samstag steht das Finale der laufenden Champions-League-Saison an.

Deutsche Klubs lehnen CL-Reform ab - Hoeneß: „Für mich nicht vorstellbar, dass ...“

Update vom 16. Mai: Uli Hoeneß hat auf einer Podiumsdiskussion in Bonn bekräftigt, dass die Bundesliga in ihrer jetzigen Form beibehalten werden muss - trotz der Reformpläne für die Champions League. „Es ist für mich nicht vorstellbar, dass es wegen internationalen Spielen am Samstag keine Bundesliga mehr gibt“, sagte der Präsident des FC Bayern.

Zudem wies er Berichte zurück, wonach der Rekordmeister in der Vergangenheit mit anderen europäischen Topklubs an einer Abspaltung von den nationalen Ligen gearbeitet habe. „Die Gerüchte, dass der FC Bayern und Borussia Dortmund bestrebt waren, in diese Super League zu gehen, kann ich für Bayern München total ausschließen. Wir sind uns schon im Klaren, dass die Bundesliga das Wichtigste ist“, betonte Hoeneß. Für die Bundesliga plant die DFL mit dem neuen ab 2021 geltenden TV-Vertrag auch einige Änderungen, etwa bei den Anstoßzeiten.

Erstmeldung vom 10. Mai: Alle 36 deutschen Profiklubs lehnen Reformpläne ab

Es soll eine Mega-Reform werden - die neue Superliga für Europas Topvereine. Einstimmig lehnten die 36 deutschen Profiklubs - also auch Bayern München und Borussia Dortmund - die von der europäischen Klubvereinigung ECA angestrebte Änderung nun aber ab. Das erklärte die Spitze der Deutschen Fußball Liga (DFL) nach der Versammlung am Mittwoch in Offenbach mit deutlichen Worten.

„Das vorgestellte Konzept hätte fatale Konsequenzen für die nationalen Ligen in Europa. Deren Zukunft wäre massiv gefährdet“, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert, der vor dem Treffen der Mitglieder der Europäischen Fußball-Union (UEFA) am Freitag in Budapest einen Appell an den Verband richtete: „Das kann niemals im Interesse der UEFA sein. Ich bin davon überzeugt, dass die UEFA um die Bedeutung der nationalen Ligen als Herzkammern des Fußballs in Europa weiß. Und dass UEFA-Präsident Aleksander Ceferin den Prozess mit Weitsicht moderiert.“

Dreigleisiger europäischer Wettbewerb?

Details der Reform, die den Europacup ab 2024 mehr oder weniger zu einer dreigeteilten Europaliga machen würde, veröffentlichte zuletzt die Nachrichtenagentur AFP. Demnach spielen in der 1. Liga (Nachfolger der Champions League) 32 Mannschaften. Diese sollen in vier Achtergruppen die Teilnehmer der K.o.-Runden ermitteln. Das würde 14 Gruppenspiele für jedes Team statt der bisherigen sechs bedeuten.

Teilnehmen sollen die international erfolgreichsten Vereine in den Spielzeiten von 2020 bis 2024 - und diese elitäre Gesellschaft wäre fast geschlossen. Denn die 24 besten Teams sollen sich automatisch für die kommende Saison qualifizieren. Nur vier Klubs würden den Einzug über die nationalen Ligen schaffen, vier weitere würden aus der 2. Liga (Nachfolger der Europa League) aufsteigen.

Topligen sind gegen die Reform

An dieser 2. Liga nehmen ebenfalls 32 Mannschaften teil, 20 davon qualifizieren sich über die Ligen. Erst in der 3. Liga würden 64 Klubs antreten, die den Einzug ausschließlich über die nationalen Meisterschaften schaffen. Beim UEFA-Treffen am Freitag sind vonseiten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) der Interimspräsident Rainer Koch und Generalsekretär Friedrich Curtius vertreten.

„Bei allen Topligen herrscht die Meinung, dass dieses Konzept nicht kommen darf. Mit Blick auf uns haben sich der FC Bayern und der BVB auch eindeutig dagegen ausgesprochen“, äußerte Seifert: „Spiele am Wochenende sind wohl vom Tisch. Aber ich habe dennoch den Eindruck, dass die Vordenker der ECA die Dinge nicht zu Ende gedacht haben. Ich habe Aleksander Ceferin als jemanden kennengelernt, der das gesamte Bild im Auge hat. Ich habe deshalb keinen Anlass zu glauben, dass die Reform widerstandslos durchgeht.“

Weitere Themen auf der Tagesordnung

Seifert machte deutlich, dass die ECA-Führung um Andrea Agnelli (Juventus Turin) bei Weitem nicht für alle ihre 233 Mitglieder spricht. Schließlich gehören auch 13 deutsche Klubs der Vereinigung an.

Neben der Europacup-Reform standen noch weitere Themen auf der Tagesordnung. Dabei wurde die bereits beschlossene Videobeweis-Einführung in der 2. Liga aber der kommenden Saison abgesegnet. Mit Blick auf das Polizeikosten-Urteil des Bundesverwaltungsgerichts wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit den Konsequenzen befassen soll. Die Gründung eines Fonds steht laut DFL nicht zur Debatte, den Gang vor das Bundesverfassungsgericht behält sich der Ligaverband weiter vor.

Und wer wird neuer DFB-Präsident?

Vorangekommen sind die DFL und der DFB bei ihrem Streben nach einer DFB-Strukturreform. „Wir haben einen Weg gefunden, den beide Seiten gehen können. Der ist aber noch nicht in der Endfassung“, sagte DFL-Präsident Reinhard Rauball: „Danach kümmern wir uns darum, wer Präsident werden könnte.“

Über ihre eigenen Neuerungen, an deren Ende Seifert als Präsidiums-Sprecher installiert werden soll, will die DFL bei einer außerordentlichen Versammlung am 18. Juni beraten.

Mega-Revolution in der Champions League: Mit der neuen Superliga soll künftig alles anders werden

Unsere Erstmeldung vom 10. Mai 2019: 

München - Der FC Bayern München in einer Superliga statt in der Bundesliga? Oder wird der internationale Wettbewerb revolutioniert? Gibt es eine Idee, auf die bisher noch niemand gekommen ist? Aktuell traut man der FIFA oder UEFA alles zu. Nun haben die New York Times und die Bild wohl enthüllt, wie der neue internationale Wettbewerb der Zukunft aussehen soll. Diese Pläne würden alles über den Haufen schmeißen und die Champions League, so wie sie es aktuell gibt, würde verschwinden. 

Ab 2024 soll es drei internationale Wettbewerbe geben. Zwischen den verschiedenen Ligen, die unterschiedliche Klassen darstellen, gibt es Auf- und Absteiger. Doch wie funktioniert das? Es gibt dann künftig eine neu formierte League 1 (die jetzige Champions League), eine League 2 (die jetzige Euro League) und eine League 3 (die 2021 neu eingeführte Euro League 2). 

Die neue Champions League: Das soll League 1 werden

Ein derartige Auf- und Abstiegssystem kennt der Fußball-Fan sonst nur aus den heimischen Ligen oder aus der Nations League, die gerade ihre erste Saison feiert. In League 1 sollen weiterhin 32 Mannschaften teilnehmen. Mitmachen sollen die Teams, die sich von 2020 bis 2024 in einer Vier-Jahres-Wertung am besten geschlagen haben. Es dürfen maximal fünf Vereine aus einem Land teilnehmen.

Doch es gibt eine große Änderung im Vergleich zur Champions League. Aktuell spielen die Teams in acht Gruppen à vier Mannschaften. Bekanntlich kommen die zwei Gruppenbesten ins Achtelfinale, der Dritte in die Euro League, und der Vierte scheidet aus. Doch jetzt wird es kompliziert. Das neue System schmeißt alte Gewohnheiten um. 

Künftig würde in vier Achtergruppen gespielt werden. Es gäbe also 14 Spieltage in der Gruppenphase - acht mehr als diese Saison. Die vier Gruppenbesten kommen ins Achtelfinale. Die restlichen vier einer jeden Gruppe spielen gegen den Abstieg in League 2. Allerdings bleiben somit die besten 24 Teams in der League 1 und sind somit im nächsten Jahr auch qualifiziert. 

In der Folgesaison dürfen sich dann vier Aufsteiger aus der League 2 sowie vier Vereine, die sich über die nationalen Vereine direkt qualifizieren, mitspielen. Wer sich da wie durchsetzt, ist nicht genauer bekannt.

Wie die New York Times schreibt, würden für die jeweiligen Teilnehmer Mega-Summe herausspringen, die einen erheblichen Vorteil im Gegensatz zu Teams aus der jeweiligen nationalen Liga ausmachen. Angeblich wünschen sich Teams aus Italien und Spanien diesen Schritt am ehesten. 

Die neue Europa League: So funktioniert dann die League 2

Die Euro League (oder künftige eben League 2) würde ab 2024 statt mit 48 Mannschaften nur 32 an den Start gehen. Auch hier zählt die Vier-Jahres-Wertung von 2020 bis 2024, die 20 Teams ins Feld schickt. Dazu gesellen sich die vier Absteiger aus League 1, die vier Aufsteiger aus League 3 und vier Vereine, die in der Liga bleiben dürfen. 

In League 2 bleibt es bei Vierergruppen. Wer am Ende im Halbfinale steht, darf sich über den Aufstieg in die League 1 freuen. Danach geht es „lediglich“ um den Pokalsieg. 

Die neu geschaffenen League 3: So läuft der neue Wettbewerb

Hier dürften die meisten Teams teilnehmen. 64 Mannschaften würden sich in League 3 versuchen. Es heißt, dass der Wettbewerb in vier regionale Zonen mit je vier Gruppen aufgeteilt wird. Die Teilnehmer werden jedes Jahr neu zusammengemischt. Wie in League 2 steigen auch hier die vier Halbfinalisten in die höhere Liga auf.

ank/sid

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