Spiel auf des Messers Schneide

„Finale dahoam“: Salzburg steht Kopf - Fliegen Liverpool und Klopp aus der CL?

Am Dienstag steht Titelverteidiger FC Liverpool in der Champions League ein heißer Tanz bevor: Die auswärts oft nicht überzeugenden Briten kämpfen bei Red Bull Salzburg um das Weiterkommen.

  • In der CL-Gruppe E kommt es am Dienstagabend zum Showdown.
  • In Salzburg empfängt der FC Red Bull den Titelverteidiger FC Liverpool.
  • Die Österreicher könnten das Team von Jürgen Klopp aus dem Wettbewerb kegeln.

Salzburg/Liverpool - Beinahe ganz Österreich, zumindest ganz Salzburg: Die Mozartstadt brennt auf ihr "Finale dahoam" gegen den ruhmreichen FC Liverpool - und den Champions-League-Siegern um Jürgen Klopp geht schon mächtig die Düse. "Bei uns denkt jeder: Oh, mein Gott, das wird hart", sagte Teammanager Klopp vor dem Endspiel um den Achtelfinal-Einzug am Dienstag (Anstoß 18.55 Uhr) bei RB Salzburg um Jungstar Erling Haaland. Im Falle einer Pleite könnten die Reds als zweiter Titelverteidiger in der Geschichte der Königsklasse nach dem FC Chelsea 2013 die K.o.-Runde verpassen.

FC Liverpool in Salzburg: Endspiel statt Urlaubsausflug

Ein echtes Finale schon Monate vor dem Endspiel am 30. Mai 2020 in Istanbul? Das lag noch vor Kurzem außerhalb des Vorstellungsvermögens der Anhänger. "Ich weiß doch, wie die Menschen ticken", sagte Klopp, "sie wollten, dass wir ein Urlaubsspiel in Salzburg haben."

Doch nach dem 1:1 am fünften Spieltag gegen Neapel ist alles anders. Anstelle eines gemütlichen Ausflugs in die Mozartstadt im hektischen Adventsprogramm sind Topstar Virgil van Dijk und Co. richtig gefordert. "Wenn wir in der Champions League Ambitionen haben, müssen wir das in Salzburg zeigen", betonte Klopp.

Ein Remis würde dem FC Liverpool reichen, um den drohenden GAU zu verhindern. Eine Niederlage mit einem Tor Unterschied könnte sich der souveräne Spitzenreiter der Premier League nur dann erlauben, sofern er nach dem spektakulären 4:3 im Hinspiel mindestens viermal trifft. Red Bull Salzburg, das Rang drei und damit den "Abstieg" in die Europa League wie Liverpool sicher hat, glaubt aber ans Wunder.

Red Bull Salzburg: Der Wahnsinn kennt keine Grenzen mehr

"Wir haben jetzt ein Endspiel, ein 'Finale dahoam' gegen Liverpool. Besser geht's nicht", sagte der frühere Bremer Zlatko Junuzovic: "Jetzt wird die Hütte brennen, wie sie noch nie gebrannt hat!" 29.520 Zuschauer finden in besagter "Hütte" Platz, bis zu 100.000 (!) wollten das Spiel sehen. Weil auf dem Schwarzmarkt bis zu 1000 Euro für ein Ticket aufgerufen werden (Normalpreis: 60 bis 80 Euro), schrieb die Krone: "Euphorie in Salzburg - Wahnsinn kennt keine Grenzen mehr".

Jürgen Klopp und der FC Liverpool sollten in Österreich eine Niederlage vermeiden.

Reporter sogar aus Kasachstan und Kolumbien haben sich akkreditiert, die Pressekonferenz mit Klopp am Montag musste aus Platzgründen vom PK-Raum ins größere VIP-Zelt verlegt werden. Das "Spiel der Spiele" stellt laut Salzburger Nachrichten "jede andere Partie, die jemals in Salzburg stattgefunden hat, in den Schatten".

Red Bull Salzburg: Betriebssportgruppe träumt von Sensation

Schafft die von Red Bull mit Millionen geförderte Betriebssportgruppe die Sensation und zieht als erste österreichische Mannschaft in die K.o.-Phase ein? "Liverpool ist das beste Team der Welt", sagte Torjäger Haaland (acht Treffer in fünf Spielen), "aber wir haben zu Hause eine gute Chance." Dass der unter anderem von Borussia Dortmund umworbene Norweger auch am Dienstag besonders im Fokus steht, stört ihn nicht: "Ich mag es, wenn alle auf mich schauen."

Einen Sieg gegen ein englisches Team hat Salzburg im Europacup aber noch nie gepackt. "Jedes Mal vor dem Einschlafen geht mir das Spiel durch den Kopf", sagte Torwart Cican Stankovic, "es kommt ganz schön was auf uns zu. Sie haben den besten Trainer, den besten Angriff und die beste Verteidigung..." Zu Hause aber, betonte Sportchef Christoph Freund, "können wir jedem Gegner weh tun. Die Sensation ist möglich".

Lesen Sie auch: Kann es der FC Bayern finanziell mit den Vereinen aus der Premier League aufnehmen? Eine neue Studie verdeutlicht Überraschendes, wie tz.de* berichtet.

SID/PF

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Rubriklistenbild: © dpa/Georg Hochmuth

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