"Das war natürlich blöd"

Nach Ausraster: Klopp entschuldigt sich

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BVB-Trainer Jürgen Klopp hat sich bei seiner Mannschaft und dem Schiedsrichter entschuldigt

Neapel - Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hat nach seinem Verweis auf die Tribüne bei der Champions-League-Niederlage in Neapel einen Fehler eingeräumt und sich entschuldigt.

Trainer Jürgen Klopp vom deutschen Fußball-Vizemeister Borussia Dortmund hat seine Mannschaft und das Schiedsrichtergespann für sein aufbrausendes Verhalten während des Champions-League-Auftakts beim SSC Neapel (1:2) um Entschuldigung gebeten. " Ich mach da draußen 'nen Affen, das geht nicht. Ich bin über das Ziel hinausgeschossen, das war völlig doof", sagte Klopp nach dem Abpfiff im ZDF. Er war nach 30 Minuten von Schiedsrichter Pedro Proenca (Portugal) auf die Tribüne verwiesen worden, nachdem er dem vierten Offiziellen aus nächster Nähe ins Gesicht geschrien hatte.

"Ich habe mich bei der Mannschaft schon entschuldigt, beim Schiedrichter und beim vierten Offiziellen. Ich habe das falsch eingeschätzt“, sagte Klopp: „Meine Rote Karte, diesen Schuh muss ich mir anziehen, das war natürlich blöd."

Bilder: Die Ausraster des Jürgen Klopp - eine Chronologie

Die Ausraster des Jürgen Klopp - eine Chronologie

Klopp hatte sich echauffiert, weil Proenca Neven Subotić seiner Meinung nach Sekunden vor dem 0:1 durch Gonzalo Higuain (29.) zu spät wieder auf das Spielfeld gelassen hatte.

Mit seinem Wutausbruch am Spielfeldrand erwies der Coach seinem Team nach eigener Einschätzung einen Bärendienst: „An guten Tagen, wenn der Trainer seine Nerven im Griff hat, können wir was mitnehmen.“

Vor allem in den Minuten vor dem Pausenpfiff überschlugen sich die Ereignisse. Die Führung des Gegners, der Verweis des Trainers auf die Tribüne, die Auswechslung des verletzten Nationalspieler Mats Hummels und die Rote Karte für Torhüter Roman Weidenfeller (45.+1), dessen Handspiel außerhalb des Strafraums regelkonform geahndet wurde, brachten die Borussia mächtig ins Wanken. Nicht nur Mittelfeldspieler Nuri Sahin wähnte sich „im falschen Film“.

Dass sich Weidenfeller-Ersatz Mitch Langerak bei einer Rettungstat in der zweiten Halbzeit auch noch zwei Schneidezähne abbrach, passte ins Bild von einem gebrauchten Abend. Nach dem 0:2 von Lorenzo Insigne (67.) schöpfte der BVB durch das späte Eigentor des Neapolitaners Juan Camilo Zúñiga (87.) zwar noch einmal Hoffnung, konnte aber den schmerzlichen Fehlstart in den noch in der Vorsaison märchenhaften Wettbewerb nicht mehr abwenden. Zumindest dem Anschlusstreffer gewann BVB-Präsident Reinhard Rauball positive Seiten ab: „Wenn es am Ende der Gruppenphase eng wird, könnte das im direkten Vergleich mit Neapel eine Rolle spielen.“

Klopp empfahl allen Beteiligten, die Niederlage nicht überzubewerten: „Wir schenken jetzt nicht ab. Wir haben ein Auswärtsspiel verloren - mehr nicht.“ Die Botschaft des Trainers war ganz im Sinne von Sahin. Der türkische Nationalspieler sprach sich und seinen Mitstreitern schon vor dem Rückflug aus Neapel Mut zu: „Das Gute ist, dass wir noch fünf Spiele haben.“

Kult-Trainer! Echte Typen am Spielfeldrand

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SID/dpa

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