Freiburg schießt Hertha ab, Bayern klettert

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Die Freiburger Cedric Makiadi und Yacine Abdessadki wagen ein Tänzchen.

München - Mit einem Kantersieg bei Hertha BSC sorgte der SC Freiburg für eine Sensation. Während Leverkusen und der HSV sieglos blieben, klettert der FC Bayern die Tabelle hoch: Die große Spieltagszusammenfassung.

Der Hamburger SV und Bayer Leverkusen bleiben in der Fußball-Bundesliga gemeinsam in der Pole-Position. Die Hanseaten verteidigten mit dem 1:1 (1:1) am Sonntagnachmittag bei Eintracht Frankfurt die Tabellenführung erfolgreich, weil die punktgleichen Leverkusener anschließend auch nicht über ein 0:0- Unentschieden gegen Werder Bremen hinauskamen. Drei Tage nach der bitteren 0:3-Pleite zum Europa-League-Auftakt bei Rapid Wien brachte Zé Roberto den HSV mit seinem Tor in der 8. Spielminute zurück in die Erfolgsspur. Trotz des Remis nach dem Ausgleich von Marco Russ (32.) blieb die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia an der Spitze. Allerdings schmolz der Vorsprung des Spitzenduos am 6. Spieltag auf die nachrückende Konkurrenz auf drei Zähler.

Schlusslicht bleibt Hertha BSC nach dem schlimmen 0:4 (0:3)- Heimdebakel am Sonntag gegen Aufsteiger SC Freiburg. Ivica Banovic (6./68.), Cedrick Makiadi (12.) und Mohamadou Idrissou (42.) verschlimmerten die Krise der Berliner mit Trainer Lucien Favre. Der junge Torhüter Sascha Burchert, der den verletzten Jaroslav Drobny vertrat, war an allen Gegentoren schuldlos. Mit dem zweiten Saisonsieg fanden die Breisgauer Anschluss an das Tabellen- Mittelfeld.

Glanzloser Sieg, glänzende Perspektive - der FC Bayern München kommt nach durchwachsenem Start dem Platz an der Sonne immer näher. Nach zwei überzeugenden Vorstellungen gegen Wolfsburg und in Dortmund genügte beim 2:1 im Derby gegen Nürnberg ein dürftiger Auftritt, um die Aufholjagd fortzusetzen. Anders als unter Vorgänger Jürgen Klinsmann im Vorjahr beim 2:5 gegen Bremen gelang unter Louis van Gaal ein erfolgreicher Start in das Oktoberfest. Selbstbewusst nahm Torschütze Daniel van Buyten das Führungsduo aus Hamburg und Leverkusen ins Visier: “Jetzt schauen wir nach vorn. Wir wollen wieder an die Spitze.“

Der 6. Bundesliga-Spieltag in Bildern

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Nicht nur in München, sondern auch in Hoffenheim kehrt der Glaube an die eigene Stärke zurück. Wie die Bayern feierte der letztjährige Herbstmeister beim 4:2 in Mönchengladbach den dritten Sieg in Serie. Selbst ein desolater Spielbeginn, der dem Gegner zu einer verdienten 2:0-Führung verhalf, warf das Team von Ralf Rangnick nicht aus der Bahn. In den letzten fünf Minuten der Partie schlugen die Gäste dreimal zu und rissen die Gladbacher aus allen Träumen von einem Sprung ins vordere Tabellendrittel. Trotz des Festivals der späten Tore sparte Fußballlehrer Rangnick nicht mit Kritik und bezeichnete die erste Halbzeit als “grottenschlecht“ und “unterirdisch“.

Neben München und Hoffenheim zählt der 1. FC Köln zu den großen Gewinnern des Spieltages. Beim verdienten 2:0 in Stuttgart gelang der erste Saisonsieg und der Sprung vom letzten Tabellenplatz. Der Triumph bei seinem ehemaligen Club verschaffte vor allem dem in die Kritik geratenen FC -Trainer Zvonimir Soldo Genugtuung: “Das ist Schicksal, ausgerechnet in Stuttgart zu gewinnen. Damit habe ich nicht gerechnet.“ Dagegen herrschte beim Gegner Krisenstimmung. Den schlechtesten Saisonstart seit 32 Jahren quittierten die Fans mit lauten Pfiffen. Teamchef Markus Babbel sprach von einer “kritischen Situation“ und auch Sportdirektor Horst Heldt fand deutliche Worte: “Das ist ein kapitaler Fehlstart, der nicht nachvollziehbar ist.“

Ähnlich schlecht wie der VfB ist Borussia Dortmund in die Saison gestartet. Das 1:1 in Hannover war das fünfte sieglose Bundesliga- Spiel in Serie. Anders als erhofft, zeigte das nach der 1:5-Schlappe gegen den FC Bayern anberaumte Kurztrainingslager nicht die erhoffte Wirkung. Nach dem schlechtesten Saisonstart seit 1988 liegen die Abstiegsränge nur zwei Punkte entfernt. Dennoch hält Trainer Jürgen Klopp das Wort Krise für maßlos übertrieben: “Wir haben keine Sorgen, aber wir sind nicht zufrieden. Unser Spiel muss stabilisiert werden - das ist auch schon alles.“

Noch schlechter als in Stuttgart und Dortmund ist die Stimmung in Berlin und Bochum. Schon während der mit 2:3 gegen Mainz verlorenen Partie kochten die Anhänger vor Wut. Nach dem Schlusspfiff protestierten Hunderte vor dem Stadion und forderten lautstark die Entlassung von Trainer Marcel Koller. Erst die Diskussion von Profis und Verantwortlichen mit den aufgebrachten Fans trug zur Deeskalation bei. Der Kommentar von VfL-Sportvorstand Thomas Ernst klang nicht nach einem Vertrauensbeweis für Koller: “Es baut sich eine Wand auf. Wir laufen Gefahr, die emotionale Bindung unserer Fans zu verlieren.“ Am Sonntagabend wurde Koller dann entlassen.

Maskottchen in Deutschlands Fußballstadien

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Alle Ergebnisse im Überblick

FC Schalke 04 - VfL Wolfsburg 1:2
Bayern München - 1. FC Nürnberg 2:1
VfB Stuttgart - 1. FC Köln 0:2
Hannover 96 - Borussia Dortmund 1:1
VfL Bochum - 1. FSV Mainz 05 2:3
Borussia Mönchengladbach - 1899 Hoffenheim 2:4
Eintracht Frankfurt - Hamburger SV 1:1
Hertha BSC - SC Freiburg 0:4
Bayer Leverkusen - Werder Bremen 0:0

Die Tabelle

1 Hamburger SV 6 4 2 0 16:7 9 14
2 Bayer Leverkusen 6 4 2 0 13:5 8 14
3 Bayern München 6 3 2 1 13:6 7 11
4 1899 Hoffenheim 6 3 2 1 9:4 5 11
5 1. FSV Mainz 05 6 3 2 1 10:9 1 11
6 Eintracht Frankfurt 6 2 4 0 8:5 3 10
FC Schalke 04 6 3 1 2 8:5 3 10
8 Werder Bremen 6 2 3 1 9:6 3 9
9 VfL Wolfsburg 6 3 0 3 11:12 -1 9
10 Borussia Mönchengladbach 6 2 1 3 9:12 -3 7
11 SC Freiburg 6 2 1 3 8:12 -4 7
12 Hannover 96 6 1 3 2 4:4 0 6
13 Borussia Dortmund 6 1 3 2 6:12 -6 6
14 1. FC Nürnberg 6 1 2 3 4:7 -3 5
15 VfB Stuttgart 6 1 2 3 6:10 -4 5
16 1. FC Köln 6 1 1 4 5:9 -4 4
17 VfL Bochum 6 1 1 4 7:14 -7 4
18 Hertha BSC 6 1 0 5 5:12 -7 3

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