Drastisch gestiegene Ticketpreise

Brasilien: Airlines wegen teurer WM-Flüge verklagt

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Für die Fans könnten Reisen in Brasilien kostspielig werden.

Rio de Janeiro - Für die Fans könnte die WM in Brasilien ein teures Vergnügen werden. Die Inlandsflüge sind teuer, auch die Hotelpreise ziehen deutlich an. Verbraucherschützer klagen, und die Regierung ist alarmiert.

Die öffentliche Verbraucherschutzzentrale in Brasilien hat vier lokale Fluglinien wegen der teils drastisch gestiegenen Ticketpreise zur Fußball-WM 2014 verklagt. Betroffen sind die Airlines TAM, Gol, Azul und Avianca/OceanAir, aber auch die Flugaufsichtsbehörde Anac, wie die amtliche Nachrichtenagentur Agência Brasil am Montag (Ortszeit) berichtete.

Steigerung um bis zu 1000 Prozent

Die Verbraucherschutzzentrale „Procon“ in Rio de Janeiro - eine Stiftung des öffentlichen Rechts - verwies auf Medienberichte, wonach die Preise für die Tickets zur WM in einigen Fällen im Vergleich zu normalen Tagen um bis zu 1000 Prozent gestiegen seien.

Procon-Rechtsberater Rafael Couto betonte, anders als etwa Hotels könnten die Airlines nicht einfach die Preise an der Nachfrage ausrichten, denn Fluggesellschaften hätten eine Konzession und der Luftverkehr sei eine öffentliche Dienstleistung.

In der Klage verlangt Procon eine Rückgabe von bereits gezahlten überhöhten Ticketpreisen für die Verbraucher sowie eine Strafandrohung für die Anac, sollte die Behörde die Preisaufsicht vernachlässigen.

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Ein Preis-Check der „Agência Brasil“ ergab am Montag deutliche Unterschiede der Ticketpreise kurz vor der am 12. Juni beginnenden WM und dem Tag vor dem WM-Finale am 13. Juli in Rio. Wer am 10. Mai 2014 vom Stadtflughafen Congonhas in São Paulo zum Stadtflughafen Santos Dumont in Rio fliegen will, kann dies derzeit für 83 bis rund 104 Reais (34 Euro) buchen.

Am 12. Juli liegt der Ticketpreis für den knapp einstündigen Flug zwischen 799 und 845 Reais (278 Euro). Die Regierung hatte kürzlich eine Kommission gegründet, die Wucherpreise zur WM verhindern soll. „Wir wollen faire Preise zur WM“, hatte die Kabinettschefin der Regierung, Gleisi Hoffmann, die Kommission begründet. Anbieter sollten bezahlt, aber Touristen und Verbraucher dürften nicht ausgebeutet werden.

dpa

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