Antrag bei der DFL gestellt

Torlinentechnik: Bayern erhöhen den Druck

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Drin, aber nicht gewertet: Das Tor von Mats Hummels im DFB-Pokal-Finale wurde nicht gegeben.

München - Der FC Bayern startet einen neuen Versuch, die Torlinientechnik einzuführen. Die Münchner beantragten ihre Einführung beim Ligaverband offiziell  - ausschließlich für die oberste Spielklasse.

Nur vier Tage nach dem Torklau von Berlin hat ausgerechnet Pokal-Profiteur Bayern München zur Regel-Revolution im deutschen Fußball aufgerufen. Der Branchenprimus forderte eine neue Abstimmung über die Einführung der Torlinientechnologie ausschließlich für die erste Liga - und die bislang ablehnenden Clubs zu einem Umdenken in der hitzig geführten Debatte auf.

Rummenigge will Schiedsrichter schützen

„Es ist unerträglich, in welchem Maße die Unparteiischen, die nicht auf Wiederholung, Zeitlupen und sogar mathematische Berechnungen zurückgreifen können, öffentlich an den Pranger gestellt werden. Dies kann und sollte künftig verhindert werden“, erklärte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge am Mittwoch.

Nach dem negativen Votum Ende März müssen jetzt mindestens drei Erstligisten umgestimmt werden, um die nötige Zweidrittelmehrheit zu erreichen. Damals hatten sich neun der 18 Erstligisten gegen die Torlinientechnik ausgesprochen. Aus der zweiten Liga waren sogar nur drei dafür. Allerdings deuteten einige Nein-Sager aus Liga eins in einer ersten Reaktion bereits an, standhaft bleiben zu wollen.

„An den Argumenten gegen die Torlinientechnik ändert sich nichts. Es war doch von Anfang an klar, dass es in jeder Saison vier bis fünf strittige Entscheidungen geben wird“, sagte Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen. Auch der Hamburger SV halte an seinem Nein fest, erklärte Mediendirektor Jörn Wolf.

Entscheidung frühestens im Spätherbst

Weil sich die Zweitligisten vorwiegend aus Kostengründen gesträubt hatten, betrifft der aktuelle Antrag der Bayern nur die Vereine der ersten Liga. Denn Torlinientechnologien sind teuer: Ein Kamerasystem wie in England würde jeden Verein rund 500 000 Euro kosten, für den Chip im Ball müssten die Clubs rund 250 000 Euro bezahlen.

Man müsse „den Fußball und vor allem die Schiedsrichter künftig besser schützen“, sagte Rummenigge weiter. Ein entsprechendes Schreiben habe der Rekordmeister an den Ligapräsidenten Reinhard Rauball geschickt, was die Deutsche Fußball Liga bestätigte.

Eine Entscheidung über den Antrag der Bayern wird voraussichtlich erst im Spätherbst fallen. „Er wird bei der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung behandelt werden“, hieß es in einer Reaktion der DFL. Die Tagung soll wohl auf Anfang Dezember terminiert werden.

Zuletzt hatte eine Szene im DFB-Pokalfinale, bei der Borussia Dortmund beim 0:2 nach Verlängerung gegen die Bayern ein Tor durch Mats Hummels nicht anerkannt worden war, die Debatte neu entfacht. BVB-Coach Jürgen Klopp etwa attackierte die Schiedsrichter scharf.

"DFL bestens vorbereitet"

Der Vorsitzende der DFB-Schiedsrichter-Kommission Herbert Fandel hatte nach dem Endspiel von Berlin über eine „niveaulose Diskussion“ geklagt. Am Dienstag konterte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc und bezeichnete die Ausführungen des Ex-Referees als „ungeheuerlich“.

Sowohl Dortmund als auch Bayern sind seit längerem Befürworter einer Torlinientechnologie, wie sie etwa in der Premier League in England zum Einsatz kommt. Liga-Chef Rauball kündigte Anfang der Woche bereits an, einen neuen Antrag befürworten zu wollen. DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig sagte: „Wenn es der Wunsch der Clubs ist, steht einer erneuten Abstimmung über die Einführung einer Torlinien-Technologie nichts im Wege. Die DFL selbst war und ist bei diesem Thema bestens vorbereitet.“

sid/dpa

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