Nach "Phantomtor"-Debatte

Kießling beklagt fehlende Menschlichkeit

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Stzefan Kießling sieht sich zu Unrecht kritisiert.

München - Bayer Leverkusens Stürmer Stefan Kießling ist durch sein „Phantomtor“ gegen 1899 Hoffenheim zur Zielscheibe der Kritik geworden. Nun beklagt er den Umgang mit ihm „weit über das Erträgliche hinaus".

Im deutschen Fußball fehlt es nach Ansicht von Fußballprofi Stefan Kießling an Menschlichkeit. „Ich will gar nicht groß an den Selbstmord von Robert Enke oder den Suizidversuch von Schiedsrichter Babak Rafati erinnern, aber ich habe mich nach meinem Phantomtor schon gefragt, mit welchem Recht manche Fans, Kollegen und Reporter Äußerungen über mich von sich geben“, sagte der 29-jährige Torjäger vom Bundesligisten Bayer Leverkusen im Interview des Nachrichtenmagazins „Focus“ (Montag). „Das ging weit über das Erträgliche hinaus.“

Besonders Aussagen von Ralf Rangnick, dem Sportdirektor von Red Bull Salzburg und früheren Bundesligatrainer, will der Stürmer nicht auf sich sitzen lassen. „Ralf Rangnick nannte mich einen Lügner“, bemerkte Kießling. Dabei habe Rangnick vor kurzem selbst noch einen Burnout gehabt. Er „müsste wissen, wie man sich gerade in einer Phase, in der es einem schlecht geht, anfühlt, wenn man ungerecht angefeindet wird“, ergänzte der Leverkusener Profi.

Kießling war zur Zielscheibe der Kritik geworden, weil er beim 2:1-Sieg bei 1899 Hoffenheim per Kopf das Außennetz traf, der Ball durch ein Loch ins Tor ging und vom Schiedsrichter als Treffer anerkannt wurde. Das DFB-Sportgericht hatte später den Einspruch der Hoffenheimer abgewiesen und ein Wiederholungsspiel abgelehnt.

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Große Hoffnungen, noch einmal im Nationaltrikot auflaufen zu können, hat der sechsmalige Nationalspieler nicht. „Der Bundestrainer hat klar gesagt, dass er bei der WM oder in Testspielen nicht auf mich setzt. Ich soll höchstens eine Rolle spielen, wenn mal Not am Mann ist“, berichtete Kießling, der sich mit Joachim Löw vor einige Zeit zum Gespräch getroffen hatte. Da entspanne er lieber mit seiner Frau und seinen beiden Kindern.

Eine Situation wie in Südafrika, als er bei der WM 2010 zum Kader zählte, wolle er nie mehr erleben. „Dort wurde schnell klar, dass ich keine Chance auf einen Einsatz habe und kein Vertrauen genieße“, sagte Kießling. Anschließend habe er einen Sportpsychologen zurate ziehen müssen, um wieder auf seine Fähigkeiten zu vertrauen.

dpa

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