Nach Niederlage von Arsenal

Fans machen sich über Podolski lustig

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Lukas Podolski musste sich nach der Niederlage seines Vereins verspotten lassen

London - Vor dem Spiel des FC Arsenal gegen Arsene Wenger hatte Lukas Podolski große Töne gespuckt. Umso bitterer war die Niederlage. Die Fans nahmen es mit Humor - und den Deutschen auf die Schippe.

Zuerst verschmäht, dann auch noch verlacht: Lukas Podolski konnte einem leidtun. Vier Tage nach dem peinlichen 3:3 mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Paraguay wollte der Stürmer mit dem FC Arsenal alles besser machen - stattdessen geriet das 1:3 (1:1) der Gunners zum Saisonauftakt in der englischen Premier League gegen Aston Villa für den „Bankangestellten“ Podolski zu einem persönlichen Tiefpunkt. „Das war ein trauriger Nachmittag, trotzdem müssen wir jetzt positiv denken“, twitterte Podolski am Sonntag. Vor dem Spiel war der 28-Jährige noch voller Hoffnung gewesen. „Wir sind bereit, wir sind fit, wir wollen die ersten drei Punkte der neuen Saison!“, twitterte er. Doch als Podolski in der vierten Minute der Nachspielzeit von Teammanager Arsene Wenger endlich eingewechselt wurde, war die Auftaktpleite längst besiegelt. Die Fans nahmen den Fehlstart mit Humor - und Podolski auf die Schippe: Trotz weniger Sekunden Spielzeit wählten sie ihn mit überwältigender Mehrheit zum „Spieler des Spiels“. Anstatt Podolski hatte Wenger zur Halbzeit den Spanier Santi Cazorla gebracht, der nach seiner späten Rückkehr vom Länderspiel in Ecuador auf ganzer Linie enttäuschte.

Als der Ex-Kölner Podolski in der Verlängerung für Veteidiger Bacary Sagna eingewechselt wurde, sprach sein Gesichtsausdruck Bände. Wenger musste sich während des Spiels neben Schmähgesängen der Fans auch die wiederholte Forderung nach Neuverpflichtungen anhören - bis auf den jungen Franzosen Yaya Sanogo (20) hatte das dünn besetzte Arsenal trotz voller Kassen keine Toptransfers präsentiert. „Die Gesänge tun mir nicht weh. Was mir wehtut, ist, dass wir Leute enttäuscht haben, die diesen Verein lieben. Mit dem Rest muss ich leben. Wir hätten hier heute auch gewinnen können“, sagte Wenger, dessen Team durch seinen Landsmann Olivier Giroud in Führung gegangen war (6.).

Die überfallartigen Konter der Gäste waren zu viel für die brüchige Defensive um Aushilfskapitän Per Mertesacker: Christian Benteke per Doppelpack (22./61.) und Antonio Luna (85.) drehten die Partie für Villa. Arsenal, der Champions-League-Anwärter aus Nordlondon, findet sich nach der ersten Auftaktniederlage im eigenen Stadion seit 20 Jahren auf einem Abstiegsplatz wieder. Nach einer Verletzung von Kieran Gibbs droht Angreifer Podolski in der Qualifikation zur Königsklasse am Mittwoch gegen Fenerbahce Istanbul (20.45 Uhr/Sky) sogar der Einsatz als Linksverteidiger.

Der türkische Vize-Meister hatte vor dem Sportgerichtshof CAS die Teilnahme an der Qualifikation eingeklagt, ob Fener bei einem Weiterkommen gegen die Engländer auch in die Gruppenphase einziehen darf, entscheidet die UEFA einen Tag nach dem Rückspiel (27. August). Doch diese Sorgen sind für Wenger derzeit weit weg. „Wir hatten eigentlich einen guten Start, aber es war ein Tag, an dem alles gegen uns lief“, sagte er. Weitaus erfolgreicher machte es Manchester Uniteds neuer Teammanager David Moyes. Der Erbe des nach 26 Jahren zurückgetretenen Sir Alex Ferguson sah auf der Bank des englischen Rekordchampions einen 4:1-Erfolg bei Swansea City: „Das war das Manchester United, dass die Leute kennen. Wir waren im Angriff eiskalt, und ich bin sehr zufrieden.“ Lukas Podolski bleiben nur wenige Tage, um die Enttäuschung gegen Aston Villa zu verdauen. Möglicherweise haben die Fans nach dem Duell um den Einzug in die Champions League gegen Fenerbahce einen echten Grund, den Stürmer als „Spieler des Spiels“ zu küren.

Mit dem in der 67. Minute eingewechselten Nationalspieler Andre Schürrle feierte derweil Star-Teammanager Jose Mourinho ein gelungenes Comeback beim FC Chelsea. Das Team des gefeierten Portugiesen siegte gegen Aufsteiger Hull City mit 2:0 (2:0). Tottenham Hotspur gewann ohne den angeschlagenen Nationalspieler Lewis Holtby bei Crystal Palace mit 1:0 (0:0). Das Siegtor erzielte 30-Millionen-Neuzugang Roberto Soldado, der in der 50. Minute einen Elfmeter verwandelte.

SID

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