FA-Cup-Sieger

Arsenal-Coup: "Merte" lässt "die Sau raus"

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Per Mertesacker.

London - Die Party nach dem 3:2-Endspielsieg gegen Hull ging bis in die Morgenstunden. Am Sonntag folgte eine Straßenparade durch London. Der FC Arsenal hat den ersten Titel seit 2005 gebührend gefeiert.

Die unglaubliche Aufholjagd nach 0:2-Rückstand auf dem Rasen und die anschließende Feier hatten bei Per Mertesacker und seinen Teamkollegen Spuren hinterlassen. „Seid ihr auch so müde wie ich?“, fragte der deutsche Fußball-Nationalspieler in Diensten des FC Arsenal nach dem schwer erkämpften 3:2 (2:2, 1:2)-Sieg nach Verlängerung im FA-Cup-Finale gegen Hull City bei Facebook. Schon im Londoner Wembleystadion hatte der Abwehrchef angekündigt: „Am Sonntag geht es noch mal richtig ab. Da werden wir die Sau rauslassen. Ich werde nichts auslassen.“

Am Morgen nach dem Finale bestiegen die Pokalsieger sichtlich geschafft einen offenen Doppeldecker-Bus und brachen zu einer großen Straßenparade durch den Londoner Stadtteil Islington auf. Nach neun Jahren voller Titel-Sehnsucht, Endspiel-Frust sowie Hohn und Spott von gegnerischen Fans hatten die Gunners endlich wieder eine Trophäe gewonnen. Die Erleichterung bei Mertesacker und seinen Nationalmannschaftskollegen Lukas Podolski und Mesut Özil war riesig, die Party entsprechend heftig.

Bundestrainer Joachim Löw erwartet die drei DFB-Kicker am Mittwoch im Trainingslager in Südtirol, um mit ihnen die Vorbereitung auf die WM in Brasilien zu beginnen. „Wir haben also genug Zeit, uns wieder zu erholen“, meinte Mertesacker und schickte mit Blick auf die WM einen Gruß nach Deutschland: „Der Anfang ist gemacht.“

3283 Tage, 512 Spiele und dann noch bange 120 Minuten hatten die Anhänger der Nord-Londoner seit dem FA-Cup-Triumph 2005 gegen Manchester United auf den nächsten Titel gewartet. „Die Feierlichkeiten zeigen, was dieser Triumph bedeutet“, schrieb der „Independent“. Coach Arsène Wenger meinte nach Aaron Ramseys Siegtor in der 109. Minute, der elfte FA-Cup-Triumph der Vereinsgeschichte und sein siebter großer Titel mit Arsenal sei aufgrund der großen Last, der auf seinen Spieler und ihm lag, der wichtigste überhaupt. „Das kann eine Wende im Leben dieser Mannschaft gewesen sein“, meinte der Franzose. Eine Niederlage wäre ein böser Rückschlag gewesen, der Sieg sei aber eine gute Basis, um in der neuen Saison noch stärker zurückzukommen. Ramsey versprach: „Jetzt folgen weitere Pokale.“

Die Sportseiten der englischen Zeitungen waren voll mit jubelnden Arsenal-Spielern. „Das Warten hat ein Ende“ war der Tenor in den meisten Blättern. Der „Observer“ druckte ein Foto von Wenger in den Armen seiner Kicker. Champagner lief über sein weißes Hemd, Podolski war der erste, der den Coach damit übergossen hatte. Am Sonntag meldete „Sky Sport News“, dass Arsenal in den nächsten Tagen die Vertragsverlängerung von Wenger bekanntgeben werde.

Besonders dem Trainer war die Erleichterung anzumerken. Die neun titellosen Jahre hatte auch an ihm genagt. Immer wieder hatten Kritiker bezweifelt, dass er noch in der Lage ist Titel einzufahren. Rivale Jose Mourinho nannte ihn „Spezialist im Versagen“. „Es ist ein Moment großer Freude“, sagte der 64-Jährige. „Wir wollten Geschichte schreiben. Das haben wir geschafft - auf zwei Arten. Wir haben gezeigt, wie man ein Pokal-Endspiel nicht beginnen sollte und wie man in so ein Spiel zurückkommt“, meinte Wenger süffisant.

Bereits nach acht Minuten hatte Hull durch Tore von James Chester (4.) und Curtis Davies (8.) 2.0 geführt. Santi Cazorla (16.) und Laurent Koscielny (71.) glichen aus, ehe Ramsey zuschlug. „In der Verlängerung hat man gesehen, dass wir die bessere Qualität hatten. Dieser Triumph gibt uns auch Selbstvertrauen für die neue Runde“, sagte Mertesacker, ehe die große Party begann.

dpa

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