Bayern-Präsident ab März vor Gericht

Anklage im Steuer-Prozess: So reagiert Hoeneß 

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Uli Hoeneß findet es überraschend, dass die Behörden seine Selbstanzeige nicht für wirksam erklärten.

München - Uli Hoeneß muss sich in seiner Steueraffäre ab März 2014 vor Gericht verantworten. Bayerns Präsident zeigte sich von der Entscheidung der Staatsanwaltschaft überrascht. Er will das Gericht von seinen Argumenten überzeugen.

Der Arm der Justiz griff bereits nach Uli Hoeneß, da plauderte der am Münchner Flughafen noch gewohnt süffisant über Borussia Dortmund. Obwohl der Präsident von Bayern München vor dem Abflug zum Champions-League-Spiel in Pilsen gewiss schon wusste, dass er sich in seiner Steueraffäre im März 2014 vor Gericht verantworten muss, ließ er sich nichts anmerken. Überraschend kam die Mitteilung offenbar weder für Hoeneß, noch für den Rekordmeister selbst, der seinem Patron nur Minuten später den Rücken stärkte.

Vier Verhandlungstage angesetzt

Gegen 10.30 Uhr am Montagvormittag verschickte die Pressestelle des Oberlandesgerichts München II die brisante Botschaft: Die zuständige 5. Strafkammer des OLG hat die Anklage der Staatsanwaltschaft München II gegen Hoeneß wegen Steuerhinterziehung vom 30. Juli 2013 „unverändert“ zur Hauptverhandlung zugelassen. Der Prozess beginnt am 10. März 2014, zunächst sind vier Verhandlungstage angesetzt.

In einer ersten Reaktion am Rande der Reise nach Pilsen gab sich Hoeneß kämpferisch. "Ich bin sehr überrascht, dass unsere Selbstanzeige vom 17. Januar bis jetzt von den Behörden nicht für wirksam erklärt wird. Ich werde mit den Anwälten in den nächsten Monaten sehr hart daran arbeiten, dass unsere Argumente das Gericht überzeugen„, sagte er Sport Bild online.

Der FC Bayern reagierte auf die neue Sachlage ausführlich und nur gut eine halbe Stunde nach Bekanntwerden. Die Kerninformation war, dass der 61-Jährige seinen Vorsitz im Aufsichtsrat des Rekordmeisters zunächst behalten wird. Das Gremium habe dies "einvernehmlich“ entschieden, hieß es in der Stellungnahme. Der Aufsichtsrat habe im Vorfeld des Beschlusses ein Rechtsgutachten eingeholt, dass dieses Vorgehen stütze. Es liege demnach im Ermessen des Gremiums, Hoeneß das Vertrauen auszusprechen.

Steuer-Affäre Hoeneß - eine Chronologie

Steuer-Affäre Hoeneß - eine Chronologie

Das Vertrauen des Klubs sei für ihn enorm wichtig, so Hoeneß: „Das hab ich von Anfang an gemerkt, in allen Sitzungen war immer die hundertprozentige Unterstützung des Aufsichtsrats, des Verwaltungsbeirats und der Fans spürbar. Ich habe unglaublich viele Briefe von Fans bekommen, die sich sich hinter mich als Präsident stellen. Ich habe diese Fehler als Privatmann gemacht und stehe als Privatmann dazu, aber ich glaube nicht, dass meine Arbeit für den FC Bayern darunter gelitten hat.“ Über seine Gefühlslage wollte Hoeneß indes keine Auskunft geben.

Hoeneß' langjähriger Weggefährte Franz Beckenbauer äußerte sich bei einem Termin im Münchner Olympiapark zurückhaltend. „Es kann ein gutes und schlechtes Zeichen sein. Er ist ja noch nicht verurteilt. Er hat jetzt die Chance alles offen zu legen. In der katholischen Kirche bekommt man auch eine zweite Chance. Warum sollten wir ihm dann nicht auch eine zweite Chance geben?“, sagte Beckenbauer.

Hoeneß hatte sich in seinen letzten inhaltlichen Äußerungen zum Steuerfall optimistisch gezeigt, dass die Angelegenheit glimpflich für ihn ausgeht. „Ich bin zuversichtlich, dass es eine gute Lösung gibt“, hatte er Ende Juli über die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gesagt. Er habe „wie 48.000 andere Deutsche“ eine Selbstanzeige gestellt und wüsste nicht, „warum meine nicht gültig sein sollte“.

Die Steuer-Affäre in Zitaten

Hoeneß: Die Steuer-Affäre in Zitaten

Vom Ausgang des Verfahrens will der Klubpatron abhängig machen, ob er seine Ämter als Präsident und Aufsichtsratschef weiterführen wird. In Ruhe wolle er abwarten, „wie diese Steuer-Angelegenheit weitergeht, dann werden wir weitersehen“, hatte Hoeneß vor Monaten gesagt. Nachsicht vom zuständigen Richter Rupert Heindl darf er kaum erwarten: der hat den Spitznamen „Richter Knallhart“.

sid

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