Alkoholsucht im Fußball

Fußball-Profi und Alkoholiker? Bundesliga-Star gibt bestürzende Eindrücke - „Jeder Dritte ...“

Alkoholsucht im Fußball? Bundesliga-Profi Martin Hinteregger verrät erschreckende Erfahrungen und stellt eine düstere Zukunftsprognose.

Frankfurt - Im Fußball liegen Erfolg und Misserfolg oft nah beieinander. Während die einen von den Fans gefeiert werden und den Ruhm genießen, fristet manch ein anderer ein einsames Leben und zerbricht am Erwartungsdruck. Viele Profis sehen dann nur noch einen Ausweg - der Griff zur Flasche. Das behauptet zumindest Martin Hinteregger, Abwehrstar von Bundesliga*-Klub Eintracht Frankfurt*.

Der Österreicher zeigte sich in seinem Buch “Innensicht” zuletzt schon sehr offen und gab tiefe Einblicke in sein Seelenleben mit allen Höhen und Tiefen - auch was die Themen Depression und Spielsucht angeht. Jetzt sprach der 28-Jährige über Alkoholsucht* unter Profis.

Alkoholiker im Fußball: Hinteregger erklärt das traurige Phänomen

„Viele Profifußballer sind Alkoholiker geworden oder komplett abgestürzt. Wahrscheinlich ein Drittel. Das ist eine erschreckende Zahl, weil keiner während der Karriere darüber redet”, sagte Hinteregger bei ServusTV in der Sendung „Sport und Talk aus dem Hangar 7“ zum Thema Alkohol.

„Je mehr Geld du hast, desto mehr Sorgen, desto mehr Unruhe hast du und desto unglücklicher wirst du. In einer schwierigen Zeit kannst du aber in eine Phase hineinrutschen, in der es dir extrem schlecht geht und du Hilfe in Anspruch nehmen musst“, erklärte der österreichische EM-Teilnehmer.

„Mit meiner Aussage meinte ich, dass gefühlt jeder dritte Fußballer nach seiner aktiven Karriere gefährdet ist, in ein Loch zu fallen. Einige davon haben Alkoholprobleme. Darauf wollte ich aufmerksam machen“, fügte Hinteregger auf Nachfrage der Sport Bild hinzu.

Hinteregger macht Fußball-Business für Alkoholsucht verantwortlich: „Hässlichstes Geschäft“

Hinteregger fiel bereits selbst durch Alkohol-Eskapaden auf. „Ich bin kein Alkoholiker. Ich feiere halt gern“, stellte der Eintracht-Profi aber unmissverständlich klar. Er gab aber ein ernsthaftes Problem mit einer anderen Krankheit zu. „Das Glücksspiel zog mich regelrecht an. Immer mehr. Der Zeitpunkt kam, an dem ich allein ins Casino ging. Drei Mal die Woche. Auch tagsüber”, schrieb Hinteregger unter anderem in seinem Buch.

An eine Verbesserung im Fußball-Business im Hinblick auf die Zukunft glaubt er nicht „Es wollen immer mehr Leute profitieren und mitreden. Im Fußball ist das große Geld und deswegen wird es für mich immer das hässlichste Geschäft bleiben, das es auf dieser Welt gibt“, lautet Hintereggers bittere Prognose. Am Samstagnachmittag muss Abwehrturm „Hinti“ wieder seinen Mann in der Bundesliga gegen Arminia Bielefeld stehen. (ck) *Merkur.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Jan Huebner via www.imago-images.de

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