AC Mailand protestiert

Geisterspiel wegen "territorialer Diskriminierung"

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Volle Ränge im San Siro - beim Match gegen Udinese wird das voraussichtlich nicht der Fall sein.

Mailand - Der AC Mailand muss sein nächstes Heimspiel in der Serie A wegen "territorialer Diskriminierung" vor leeren Rängen absolvieren. Der Club kündigte Einspruch gegen die Entscheidung an.

Der AC Mailand will Widerspruch gegen das „Geisterspiel“ am 19. Oktober gegen Udinese Calcio einlegen, nachdem die italienische Sportgerichtsbarkeit die Lombarden wegen angeblich diskriminierender Gesänge der Milan-Tifosi mit einem Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestraft hatte. Die Mailänder Fans hatten die Anhänger des Tabellenzweiten SSC Neapel in der Partie gegen Juventus Turin verunglimpft.

In Italien ist von „territorialer Diskriminierung“ die Rede, das Urteil gegen Milan bedeutet ein Novum. Verbale Provokationen zwischen Fans der Klubs in Nord- und Süditalien gehören seit vielen Jahren zum festen Bild im Land des viermaligen Weltmeisters.

Milans Geschäftsführer Adriano Galliani zeigte sich empört. „Territoriale Diskriminierung wird nur in Italien bestraft. Die UEFA bestraft lediglich die rassistische Diskriminierung. Beim Spiel gegen Juventus hat niemand diese Chöre gehört. Lediglich einige Funktionäre des Verbandes haben darauf aufmerksam gemacht, ich weiß nicht, wann sie diese Chöre gehört haben. In einem Land, in dem ohnehin die Zahl der Stadionbesucher stark sinkend ist, ist es ein Wahnsinn, dass die Stadien auch noch für das Publikum geschlossen werden. 50 Fans können eine Gesellschaft ruinieren“, sagte Galliani.

Er appellierte an Verbandschef Giancarlo Abete, Strafen für territoriale Diskriminierung abzuschaffen. „Rassismus muss aktiv bekämpft werden, doch territoriale Diskriminierung nicht. Was geschieht in Deutschland, wenn ein Bayer gegen einen Kölner brüllt?", fragte Galliani.

Sein Appell stößt nicht auf taube Ohren. Auch Liga-Chef Maurizio Beretta meinte, die Maßnahme müsste revidiert werden. Die Liga werde dem Verband ein Dokument mit Reformvorschlägen für die Sanktionen im Fußball vorlegen. `Wir führen seit jeher einen scharfen Kampf gegen Rassismus. Das Strafsystem ist jedoch so strukturiert, dass einige Gruppen verantwortungsloser Hooligans die Klubs in Schwierigkeiten bringen können“, betonte Beretta.

SID

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