Viertelfinale gegen Hoffenheim

DFB-Pokal bietet Dortmund letzte große Chance

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[UPDATE 14 Uhr] DORTMUND - Borussia Dortmunds Hoffnungen ruhen nach der schwachen Bundesligasaison und dem Aus in der Champions League nun auf dem DFB-Pokal. Im Viertelfinale trifft der BVB am Dienstag auf 1899 Hoffenheim. Die einzige große Möglichkeit, eine verkorkste Saison doch noch halbwegs zu retten.

Das sahen am Osterwochende auch die Spieler so: „Im DFB-Pokal haben wir noch viel vor. Das ist der Wettbewerb, in dem wir uns bisher am besten geschlagen haben“, betonte Verteidiger Marcel Schmelzer direkt nach der Niederlage gegen die Bayern. „Das wollen wir weiter durchziehen, da steht Hoffenheim jetzt aber im Weg. Wenn wir die vollen 90 Minuten konzentriert angehen, werden wir eine Runde weiterkommen.“

Auch Michael Zorc wies auf die große Bedeutung hin: „Das Pokalspiel ist jetzt ganz wichtig. Nach Berlin zu kommen ist noch ein großes Saisonziel. Und obwohl es noch weit weg ist, ist es natürlich eine Möglichkeit, wieder ins internationale Geschäft zu kommen“, erklärte Dortmunds Sportdirektor.

Die Termine im DFB-Pokal

Die Fußball-Bundesliga ist in Teil eins des DFB-Pokal-Viertelfinales unter sich. Am Dienstag (20.30 Uhr/ARD) erwartet Borussia Dortmund drei Tage nach dem 0:1 gegen Bayern München den Tabellen-Siebten 1899 Hoffenheim. Außerdem treffen der Tabellenzweite VfL Wolfsburg und der SC Freiburg aufeinander. Am Mittwoch (19.00 Uhr) erwartet Drittliga-Spitzenreiter Arminia Bielefeld den Bundesliga-Dritten Borussia Mönchengladbach, der am Wochenende mit dem 4:1 bei Hoffenheim überzeugte. Den letzten Halbfinalisten ermitteln danach (20.30 Uhr/ARD) im Topspiel des Viertelfinales Bayer Leverkusen und Cup-Verteidiger Bayern München.

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Borussia Dortmund unterliegt im Spitzenspiel gegen Bayern München

Historische Torflaute belastet BVB

Mit dem Ballast einer historischen Negativ-Bilanz steuert Borussia Dortmund der letzten Ausfahrt in Richtung Europa entgegen. Drei Pflicht-Heimspiele der Schwarz-Gelben in Folge oder 274 Minuten ohne Torerfolg - das gab es seit Bestehen der Bundesliga noch nie. Auch das 0:1 (0:1) gegen Bayern München deckte die Defizite des westfälischen Vollgas-Fußballs gnadenlos auf und sorgte bei den Fans mit Blick auf das richtungweisende Pokal-Viertelfinale gegen 1899 Hoffenheim für Skepsis und Unruhe.

Trainer Jürgen Klopp betonte am Montag: "Der Pokal ist unheimlich wichtig - und das würde ich gerne unserem Spiel ansehen." Europa League heißt das Ziel nach frühzeitig verspielter Champions-League-Qualifikation. Der DFB-Pokal ist mit drei Siegen - inklusive Endspiel am 30. Mai - der kürzeste Weg dorthin. Dafür muss jedoch zunächst ein Erfolg gegen die auswärtsschwachen Kraichgauer her. Doch der ist nach dem 0:0 gegen Köln, 0:3 in der Königsklasse gegen Juventus Turin und der Niederlage gegen die Bayern längst kein Selbstgänger mehr.

Den letzten Heimtreffer erzielte Marco Reus im Revierderby gegen Schalke 04 (28. Februar) in der 86. Minute zum 3:0-Endstand. Wegen der Abschlussschwäche müsse man sich "keine Sorgen machen, Gedanken aber schon", äußerte Klopp. Das Spiel gegen die Bayern sei "keine Katastrophe gewesen. Wir müssen nicht jeden Stein umdrehen".

Das bemängeln die BVB-Stars:

Teamkollege Mats Hummels beklagte nach der Niederlage gegen die Bayern wieder einmal die "mangelnde Effektivität", Verteidiger Marcel Schmelzer "zu wenig Torabschlüsse" und Nationalspieler Marco Reus die fehlenden "großen Chancen". Das soll sich gegen Hoffenheim ändern, denn es winkt der Einzug ins Pokal-Halbfinale als Balsam für die geschundene Borussen-Seele.

Dass 1899 mit der Hypothek einer 1:4-Heimklatsche gegen Borussia Mönchengladbach anreist, macht die Aufgabe für den dreimalige Cupsieger nicht leichter. Allerdings bekleckerten sich die Gäste auswärts mit nur zwei Ligasiegen in dieser Saison nicht gerade mit Ruhm. Erinnerungen an den 26. Februar 2008 werden wach, als der BVB gegen den damaligen Zweitligisten wenige Monate vor dessen Bundesliga-Aufstieg das Viertelfinal-Heimspiel mit 3:1 gewann und am Ende sogar ins Finale in Berlin (1:2 n.V. gegen Bayern München) einzog.

Die Erwartungen der Dortmunder Anhänger sind hoch. Innerhalb von zwei Stunden war die Arena mit 80.607 Zuschauern ausverkauft und sorgt für die zweitgrößte Kulisse der Pokal-Geschichte. Die größte wurde auch in Dortmund, im Halbfinale 2007/08 gegen Carl Zeiss Jena (3:0) registriert. Klopp warnte nach der Niederlage gegen die Bayern jedoch, nur noch auf den Pokal zu schauen. "Unsere Situation ist nicht komfortabel genug, dass wir sagen könnten, wir lassen die Bundesliga auslaufen", betonte der Coach des Tabellenzehnten. - sid/dpa/P. Sch.

Quelle: wa.de

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