Uefa Europa League / Anstoß um 21.05 Uhr

BVB will Hype um Klopp ausblenden und gutes Ergebnis vorlegen

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Jürgen Klopp genießt die Momente in Dortmund mit den Fans.

Dortmund - Es ist in diesen Tagen nicht einfach für Thomas Tuchel, angesichts des in Dortmund grassierenden Hypes um die Rückkehr seines Vorgängers Jürgen Klopp die Mannschaft auf das Wesentliche zu fokussieren. Wenn heute Abend um 21.05 Uhr (live bei Sport1) der Anstoß zum Viertelfinal-Hinspiel der Europa Leage zwischen dem BV Borussia und dem FC Liverpool erfolgen wird, soll aber spätestens der Fußball im Mittelpunkt stehen.

Tuchel gesteht ein, dass nach den erfolgreichen sieben Jahren in Dortmund immer noch ein bisschen Klopp in seiner Mannschaft steckt. „Die Entwicklung hat dazu beigetragen, dass wir jetzt da sind, wo wir sind. Wir haben es immer als unsere Aufgabe gesehen, die Mannschaft weiterzuentwickeln“, sagt der Fußball-Lehrer.

Deshalb wäre seiner Meinung nach „alles andere als ein warmherziger Empfang für Klopp sicherlich eine Überraschung“, betont der aktuelle BVB-Trainer. „Doch ich kenne Jürgen. Spätestens, wenn er den Pfiff hört, ist er nur noch ein Gegner und will wie kein anderer unbedingt den Sieg.“ 

Nach einer herzlichen Begrüßung werden auch alle Dortmunder in den Wettkampfmodus schalten. „Der Wirbel um Klopp war bei uns Spielern in den vergangenen Tagen überhaupt kein Thema“, erklärt Mittelfeldakteur Gonzalo Castro. „Wir konzentrieren uns nur auf unsere Leistung, wollen zeigen, dass wir die bessere Mannschaft sind und mit Blick auf das Rückspiel in einer Woche ein gutes Ergebnis erreichen.“ 

Dass der neue Coach des FC Liverpool die Favoritenrolle im Vorfeld an der BVB weiterreicht, löst im Lager der Borussen unterschiedliche Reaktionen aus. Tuchel nimmt sie nicht ganz ernst. „Als ich noch Trainer in Mainz war, hat er uns vor den Spielen gegen Dortmund auch immer in die Favoritenrolle geredet“, schmunzelt der Coach.

"Back home": Jürgen Klopp mit Liverpool zu Gast beim BVB

Ebenso locker geht Castro mit der Ansage um. „Wir nehmen die Favoritenrolle gerne an. Schließlich haben wir in den letzten beiden Runden gezeigt, dass wir sehr gut vorlegen können.“ 

Liverpool allmählich mit Klopps Handschrift

Die Dortmunder stellen sich auf eine Liverpooler Mannschaft ein, die sich in den vergangenen Wochen laut Tuchel ständig verbessert hat. „Inzwischen ist deutlich die Handschrift von Klopp zu erkennen“, sagt der Nachfolger, der aber zuversichtlich ist, dass seine Elf auch in dieser so emotional beladenen Begegnung die richtige Herangehensweise finden wird.

„Liverpool ist eine extrem schwer zu bespielende Mannschaft. Sie verteidigen sehr intensiv und haben herausragende individuelle Klasse. Wir wissen, dass wir die nächste Top-Leistung benötigen“, meint der BVB-Coach, der sich allerdings zuversichtlich zeigt. „Meine Mannschaft hat in dieser Saison schon sehr oft bewiesen, dass sie gerade gegen starke Gegner immer wieder die richtigen Lösungen findet.“ 

Letzte Chance für Klopps Elf auf Champions League

Für den aktuellen Tabellenneunten der Premier League ist die Europa League vermutlich die letzte Chance, doch noch in die Königsklasse zu rutschen. Deswegen rechnet Castro keineswegs wie zuvor gegen Tottenham mit einem Gegner, der im Sparmodus agieren wird. „Das ist uns völlig egal“, beteuert der Ex-Leverkusener. „Wir werden uns nur auf uns konzentrieren und versuchen, wieder eine starke Leistung abzurufen.“ 

Personell sieht es gut bei der Borussia aus. Die zuletzt gegen Bremen fehlenden Mats Hummels, Sokratis und Ilkay Gündogan befinden sich wieder im Mannschaftstraining. 

Allerdings deutet der BVB-Trainer an, dass es im Falle Gündogan wohl noch nicht für einen Einsatz über 90 Minuten reichen wird. „Das könnte sehr knapp werden“, sagt Tuchel, der erst die Reaktion des lädierten Fußes nach dem Abschlusstraining abwarten will.

Blitzlichtgewitter amüsiert Klopp: "Seid ihr denn wahnsinnig?"

Ein minutenlanges Blitzlichtgewitter begleitete Jürgen Klopp auf das Podium in den Dortmunder Presseraum. Mit den Worten „seid ihr denn wahnsinnig“ eröffnete der Rückkehrer die offizielle Pressekonferenz des FC Liverpool vor dem ersten Viertelfinale der Europa League bei der Borussia. 

Was Liverpools Mittelfeldakteur James Milner sichtlich amüsierte. „Die ganze Aufmerksamkeit gilt dem Trainer, da können wir uns doch ganz auf das Spiel konzentrieren“, zeigte sich Milner fokussiert.

„Ich fühle mich gut“, beantwortete Klopp die ersten Fragen nach seinem aktuellen Befinden. „Weil die B1 einmal nicht zu war, waren wir 20 Minuten früher als geplant hier. Da konnte ich noch gute Gespräche mit ein paar Bekannten führen.“ Das schloss er für den Spieltag allerdings aus. 

"Es ist besser hier zu sein als in Nordkorea“ 

„Da werde ich sofort in die Kabine gehen, die Mannschaft vorbereiten – und dann ist nur noch Fußball“, sagte der FC-Teammanager, der auch keine Rücksicht von Seiten der BVB-Fans erwartet: „Es wird ein echter Kampf. Niemand muss sich darüber Gedanken machen, wie ich mich morgen fühle. Das ist kein Problem. Es ist besser hier zu sein als in Nordkorea.“ 

Auch sportlich gab er sich zuversichtlich: „Wir haben schon den Eindruck, dass wir in verschiedenen Momenten unsere Chancen bekommen werden. Die Dortmunder sind Favorit. Sie können theoretisch sogar noch ein historisches Triple gewinnen.“

Quelle: wa.de

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