Im Blickpunkt: Das Comeback von Manuel Friedrich

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DORTMUND - „Die Geschichte“, so betonte Manuel Friedrich, „die kannst du eigentlich keinem erzählen. Die glaubt dir sowieso niemand.“ Am 18. Mai hatte der Ex-Nationalspieler seine letzte Partie für Bayer Leverkusen beim 1:0-Erfolg in Hamburg bestritten, war dabei allerdings erst in der 90. Minute eingewechselt worden.

Am Samstagabend stand er im Bundesliga-Gipfel zwischen dem BVB und den Bayern von Beginn an und über die volle Distanz auf dem Platz. Für einen zuvor arbeitslosen Fußball-Profi eigentlich ein Traum, doch der 34-Jährige war nach dem Schlusspfiff enttäuscht. „Ich hätte der Mannschaft gerne mehr geholfen“, meinte der Innenverteidiger, der von den Dortmundern wegen der schweren Verletzungen von Neven Subotic und Mats Hummels verpflichtet worden war. „Vor drei Wochen habe ich mich noch zu Hause mit Läufen fitgehalten. Erst kam der Anruf von Kloppo, dann ging es Schlag auf Schlag“, sagte Friedrich. „Das ist eine Geschichte, die nur der Fußball schreibt und die es nicht so oft gab.“

Während Trainer Jürgen Klopp dem Debütanten im BVB-Trikot angesichts der Begleitumstände eine „Superleistung“ bescheinigte, gab sich Friedrich nach der Niederlage selbstkritisch. „In der ersten Halbzeit hat man gesehen, dass mir noch die Spielpraxis fehlt und ich nicht gerade vor Selbstbertrauen platze“, erzählte Friedrich. „In der zweiten Halbzeit wurde es dann besser. Dass diese Partie aber 0:3 ausgeht, das hatten wir nicht verdient. Ein Unentschieden wäre in Ordnung gewesen. Das Ergebnis verfälscht das wahre Kräfteverhältnis.“

Am Dienstag im letzten Heimspiel der Champions-League-Vorrunde gegen den SCC Neapel wird der Verteidiger nur auf der Tribüne sitzen, da er in der Königsklasse nicht spielberechtigt ist. Friedrich hat beim BVB einen Vertrag bis Saisonende unterschrieben. „Ich genieße das und fühle mich pudelwohl hier“, erklärte Friedrich. Selbst Klopp hält es für möglich, dass er sogar über die Saison hinaus blieben könnte. „Mal sehen, wie das läuft“, meinte der Coach. „Das ist durchaus eine Option.“ - P. Sch.

Quelle: wa.de

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