Mit "wahnsinniger Qualität" den SV Werder überrollt

BREMEN - Als sich Nuri Sahin in der 83. Minute bei eisiger Kälte und unter „Nuri-, Nuri“-Sprechchören der Fans aus seiner schwarz-gelben, wärmenden Decke pellte, war der Sieg schon unter Dach und Fach.

Von Jens Lederer

Dass der BVB nicht auf die direkte Hilfe des Heimkehrers angewiesen ist, bewiesen die Borussen mit einem furiosen Start in die Bundesliga-Rückrunde gegen den völlig überforderten SV Werder Bremen.

Vor 41 200 Zuschauern siegte der Deutsche Meister in Bremen durch Tore von Marco Reus (9.), Mario Götze (19.), Felipe Santana (48.), Robert Lewandowski (81). und Jakub Blaszczykowski (85.) mit 5:0 (2:0). „Das war eine Klassespiel von uns mit einem tollen Ergebnis, das sogar noch hätte höher ausfallen können“, kommentierte Cheftrainer Jürgen Klopp den Sieg über die Norddeutschen, die nur in der Anfangsphase über die Qualität eines Sparringpartners hinaus kamen.

Denn als der BVB in den zweiten 45 Minuten aufdrehte, hatte er keinerlei Probleme mit den Gastgebern, die nach Einschätzung von Klopp über eine gute Mannschaft verfügen. Probleme bereitete dem Cheftrainer allem Anschein nach die Fragen nach dem verlorenen Sohn Nuri Sahin, den einige Medien und Fans wohl allzu gern in der Anfangsformation gesehen hätten.

Dieser Meinung war Klopp nicht. Zwar attestierte er Sahin eine positive Entwicklung – doch, nach 647 Tagen und einer Odyssee durch Madrid und Liverpool erstmals wieder im BVB-Kader, musste der Mittelfeldspieler zunächst auf der Ersatzbank Platz nehmen. „Wir verfügen über eine brutale Qualität“, begründete der Chefcoach Sahins späten Auftritt. Dies erkannte auch der SV Werder Bremen, der von den Borussen unsanft aus dem Winterschlaf gerissen wurde. Denn auch ohne den besten Spieler der Hinrunde, Jakub Blaszczykowski, den Klopp erst in der 70. Minute für den sehr guten Marco Reus eingewechselt hatte, spielten die Dortmunder wie aus einem Guss.

Ursache dafür ist nach Einschätzung von Sebastian Kehl die gute Vorbereitung im Trainingslager. In La Manga sei intensiv daran gearbeitet worden, hinten besser zu stehen, sagte der Kapitän mit Blick auf die Vorrunde, in der die Borussia ungewöhnlich viele Gegentreffer kassiert hatte. „Dass wir heute so dominant auftreten würden, war nicht zu erwarten, auch wenn wir nach vorne eine wahnsinnige Qualität besitzen“, erklärte der Mannschaftskapitän und gibt als Grund für die Leistung bei der Demontage der Hausherren das Pressing an. Alle hätten sehr gut gegen den Ball gearbeitet und damit den Bremern nicht die Zeit gelassen, ins Spiel zu finden, bilanzierte Kehl, der genau wie alle anderen Profis auch den Hype um Nuri Sahin mitbekommen hat.

Er und Sportdirektor Michael Zorc sehen den Trubel um den Rückkehrer fast emotionslos. Beide freuen sich darüber, dass Sahin zurückgekehrt ist, halten aber den Ball flach. „Der Wirbel um Nuri ist von den Medien entfacht worden. Innerhalb der Mannschaft hat die Rückkehr zum BVB für keinerlei Aufregung gesorgt“, versicherte Zorc nach dem Schlusspfiff im Weserstadion. Sahin selbst schien überglücklich über seinen überbordenden, „nicht selbstverständlichen“ Empfang: „Das ist einmalig in der Welt“, so der 24-Jährige.

Quelle: wa.de

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