Tuchels Liga-Premiere im Topspiel: BVB will Zeichen setzen

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Dortmund - Das Seuchenjahr ist abgehakt, der Reset-Knopf gedrückt, der Neustart bei Borussia Dortmund ins Jahr eins nach Trainer Jürgen Klopp längst eingeleitet: Auf Nachfolger Thomas Tuchel wartet bei seiner Bundesliga-Premiere auf der Bank von Borussia Dortmund gleich ein Schwergewicht.

Denn Auftaktgegner am Samstag (18.30 Uhr/Sky) ist kein Geringerer als Champions-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach. Ausgerechnet Gladbach. Doch Nationalspieler Marco Reus kann dem brisanten Auftakt vor 81.359 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park viel Reizvolles abgewinnen. "Ich finde es super. Nicht nur, weil es mein Ex-Klub ist, sondern weil uns die Gladbacher sofort zeigen werden, auf welchem Level wir uns befinden", betonte Reus im kicker: "Es gibt keinen besseren Start."

Die Enttäuschung der abgelaufenen Saison mit dem zwischenzeitlichen Absturz auf den letzten Tabellenplatz ist noch in den Köpfen der BVB-Profis, die Lust auf Wiedergutmachung deshalb umso größer. "Wir wollen gleich ein Zeichen für die Konkurrenz setzen", tönte Torjäger Pierre-Emerick Aubmeyang. Das wollten die Borussen auch im Vorjahr gegen Bayer Leverkusen, gerieten jedoch schon nach neun Sekunden der neuen Spielzeit in Rückstand.

Um Derartiges zu verhindern, hat Tuchel in den bisherigen 47 Tagen seiner Amtszeit einiges umgekrempelt und den BVB wieder in die Spur gebracht. Dabei galt es die Balance zu finden in der Vorbereitung mit den Qualifikationsspielen für die Europa League. In den bisherigen elf Spielen gelangen unter Tuchel immerhin zehn Siege. Seine Taktik-Korrektur zu flexiblerem Ballbesitz-Fußball, statt ständiger Vollgas-Attacken auch gegen tief verteidigende Gegner, war unverkennbar.

Allerdings begleitete die Borussen wie im Vorjahr das Manko des Chancenwuchers. Noch befindet sich der BVB in der Entwicklungsphase, wird aber bereits als ein Anwärter auf die Spitzenplätze hoch gehandelt. Die abgelaufenen Saison, das sei lediglich ein "Durchhänger" der Dortmunder gewesen, warnte auch Gladbachs Torhüter Yann Sommer, der mit einem Duell der Schweizer Nationaltorhüter gegen Roman Bürki rechnen kann. Zwar hat sich Coach Tuchel offiziell noch nicht für Bürki (24) oder Weltmeister Roman Weidenfeller (35) als Nummer eins entschieden, doch als Favorit im Umfeld des BVB gilt der jüngere Eidgenosse.

Spätestens am Samstag dürfte Klarheit herrschen. Inzwischen wird in den Medien bereits mit der "Flucht" von Weidenfeller in die englische Premier League spekuliert. Ungeachtet der T-Frage ist für Tuchel das Duell mit seinem Gladbacher Kollegen und Taktik-Fuchs Lucien Favre eine besondere Herausforderung. Als Trainer des FSV Mainz 05 holte er in den letzten sechs Duellen mit Gladbach nur einen Punkt. Zudem ist das Team vom Niederrhein in der Liga seit sieben Auswärtsspielen ohne Niederlage.

Doch Gladbachs Neuzugang Lars Stindl warnte: "Dortmund wird alles geben, um vor eigenem Publikum ein gutes Spiel zu machen. Da gilt es am Samstag dagegenzuhalten." Und nicht wie in der letzten Spielzeit, als der BVB die Gäste an die Wand spielte, wenngleich er nur durch ein spektakuläres Eigentor von Christoph Kramer mit 1:0 gewann.

Mit dem ersten Sieg seit zwei Monaten verhinderte Dortmund am 9. November vergangenen Jahres den Sturz an das Tabellenende. Das war gestern, heute ist Tuchel. Es ist nicht bekannt, wo im Urlaub BVB-Fan Klopp den Saisonstart seiner ehemaligen Mannschaft erleben wird. Seine Dauerkarten, die er als Abschiedsgeschenk erhielt, wird er zumindest gegen Gladbach noch nicht nutzen. Dies kündigte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke zumindeste an. SID

Quelle: wa.de

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