Trotz klarer Domonanz in Mönchengladbach

BVB verliert 0:2: Favre spricht von einem Wunder

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Kalte Dusche: Dortmunds Marco Reus (links) mit dem Gladbacher Granit Xhaka.

MÖNCHENGLADBACH - Es kommt selbst in Fußball sehr selten vor, dass der Trainer der siegreichen Mannschaft nach dem Spiel mit Konsequenzen droht. Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre unternahm nach dem schmeichelhaften 2:0 (0:0)-Erfolg im ausverkauften Borussia Park über Borussia Dortmund alles, um nach dem vierten Heimsieg der Saison nicht einen Hauch von Euphorie aufkommen zu lassen.

Von Peter Schwennecker

„Ich bin tief enttäuscht“, betonte der Schweizer. „So dürfen wir nicht Fußball spielen. Wir werden ab sofort intensiver trainieren, damit wir in Zukunft dieses Tempo auch mitgehen können.“

Favre war sichtlich beeindruckt vom BVB, der die Gladbacher über weite Strecken der Partie mit starkem Gegenpressing und schnellem Kombinationsspiel vorgeführt hatte, sich dafür aber nicht selbst belohnte. 27:6 lautete am Ende die Torschussstatistik zu Gunsten der Dortmunder, die allerdings trotz bester Chancen nicht trafen. Dagegen nutzten die Gastgeber gleich zwei ihrer drei Möglichkeiten durch den von Max Kruse verwandelten Foulelfmeter (80.), den Mats Hummels an Havard Nordveit verschuldet hatte und dafür auch noch Rot sah, sowie Nando Raffael (86.) zum 2:0.

Vor allem in der ersten Halbzeit war die Dortmunder Dominanz erdrückend, waren die Gladbacher angesichts eines Fehlpassfestivals ihrerseits nicht in der Lage, sich zu befreien. „Die erste Halbzeit haben wir verschlafen“, meinte Favre. „Es war schon ein Wunder, dass wir mit einem 0:0 in die Kabine gegangenen sind. Es war ein super Pressing von Dortmund – und eine Katastrophe von uns.“ Unter dem Strich war es dem Schweizer fast schon peinlich, dass die Punkte am Niederrhein blieben: „Wenn man beide Halbzeiten sieht, gewinnen wir klar unverdient, das muss man sagen.“ Was den VfL-Profis am Ende aber egal war. „Ob Dortmund jetzt heute statistisch besser war, interessiert uns nach dem Spiel nicht“, sagte Granit Xhaka. „Wir hatten vielleicht weniger Torschüsse, haben aber dafür gewonnen – das zählt.“

Die Schwarz-Gelben kamen sich vor wie in einem falschen Film, waren aber nach dem Schlusspfiff selbstkritisch genug, um die Ursachen für die bittere Niederlage bei sich selbst zu suchen. Außenverteidiger Kevin Großkreuz sprach von „eigener Doofheit. Gladbach ist eine sehr gute Mannschaft, die wir über 80 Minuten dominiert haben. Hätten wir nur ein Tor erzielt, wäre das Ding wahrscheinlich durch gewesen.“ Ähnlich äußerte sich Mittelfeldakteur Bender: „Die Niederlage geht ganz klar auf unsere Kappe, nicht weil Gladbach so gut gespielt hat, sondern weil wir am Ende nicht clever genug waren, so eine Begegnung für uns zu entscheiden.“ Sportdirektor Michael Zorc brachte es auf den Punkt: „Wir haben die Partie über 80 Minuten dominiert, wie ich es eigentlich fast noch nie erlebt habe. Leider haben wir dabei vergessen, noch gieriger auf den Torerfolg zu spielen. Da hat es dann oft am letzten Pass oder am Abschluss gefehlt.“

BVB-Trainer Jürgen Klopp wird die zweiwöchige Länderspielpause nutzen, um intensiv an den Abschlussschwächen zu arbeiten. „Wenn die Niederlage etwas weniger weh tut, werden wir auch die positiven Dinge mitnehmen“, so Klopp. „Wir sind durchaus der Meinung, dass wir unseren Anteil an dieser Niederlage haben. Wir hatten Ballbesitz, aber nicht ganz so klare Torchancen. So haben wir das Spiel offen und Gladbach am Leben gelassen.“

Quelle: wa.de

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