BVB-Star ist ein harter Hund

Sven Bender: Gegen ihn ist Chuck Norris ein Weichei

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Sven Bender zog sich gegen den SSC Neapel wieder mal eine Gesichtsverletzung zu.

Saarbrücken - Der Mann ist wirklich unverwüstlich. Ein halbes Dutzend Gesichtsverletzungen hat Sven Bender im Alter von 24 Jahren schon erlitten. Seinen Spielstil will er nicht ändern.

Es ist schon ein wenig paradox. Oberschenkelbeschwerden waren es, die den Einsatz von Sven Bender im Achtelfinale des DFB-Pokals in Saarbrücken fraglich machten. Oberschenkelbeschwerden. Es klang unglaublich banal für einen wie Bender. Einen, dessen Krankenakte im Alter von 24 Jahren unter anderem schon eine Prellung des Augapfels, einen Kieferbruch und, wie es Trainer Jürgen Klopp so blumig ausdrückte, eine „Ganzkörperprellung“ zieren.

Ein halbes Dutzend Gesichtsblessuren hat der „eiserne Bender“ schon hinter sich, doch am vergangenen Mittwoch verneigten sich endgültig alle vor dem vorbildlichen Kämpfer. Im Champions-League-Spiel gegen den SSC Neapel (3:1) erlitt er bereits in der 18. Minute einen Nasenbeinbruch, spielte mangels Alternativen im Kader aber durch und lehnte sogar eine Schutzmaske ab. Weil die Nase immer wieder blutete, musste Bender unzählige Male das Trikot wechseln. Am Ende musste der BVB Nachschub aus dem Fanshop beschaffen und noch schnell das „Respect“-Emblem der UEFA aufnähen.

Sein Mitspieler Nuri Sahin nannte ihn anschließend ehrfürchtig „Iron Man“, für Kapitän Sebastian Kehl war er „ein harter Hund“, und Michael Zorc griff sogar zum ultimativen Lob. „Gegen Sven Bender“, sagte der Manager von Borussia Dortmund, „ist Chuck Norris ein Weichei!“

Die Helden in Benders Jugend hießen Arnold Schwarzenegger, Bud Spencer und Terence Hill. Im heimischen Rosenheim fieberte der zwölf Minuten jüngere Zwillingsbruder des Leverkuseners Lars Bender mit den Actionstars, fast ist er inzwischen selbst einer.

Eisenhart nahm er auch den erneuten Rückschlag gegen Neapel hin. „Ich finde, dass ich jetzt schon längere Zeit Glück hatte und verschont geblieben bin“, sagte er der Bild-Zeitung lapidar: „Ich war jetzt knapp ein Jahr am Kopf verletzungsfrei. Für mich ist das eine halbe Ewigkeit.“

Es ist irgendwie auch folgerichtig, dass es ausgerechnet immer Bender erwischt. Den kaum jemand wirft sich so hinein wie der Mittelfeldspieler, den sie in Anlehnung an einen früheren Bayern-Profi alle nur „Manni“ nennen. „Mir war klar, dass Manni nicht ohne Narben durch seine Karriere kommt“, erklärte BVB-Trainer Jürgen Klopp, der Bender gerne seine „Lebensversicherung“ nennt. Schon vor wenigen Monaten hatte Klopp beteuert, er sei „echt froh, dass ich weder Vater noch Mutter von den Benders bin. Wenn ich vor dem Fernseher sitze und die Kinder blutend vom Platz kommen, das braucht ja kein Mensch.“

Bender kenne eben „keine Angst“, stellte Sahin fest: „In Situationen, in die ich nie im Leben mit dem Fuß reingehen würde, hält er sogar seinen Kopf hin.“ Und auch Mats Hummels macht sich manchmal richtig Sorgen um seinen Mitspieler beim BVB und in der Nationalelf: „Er wirft sich überall rein. Vielleicht ist es auch manchmal zu viel des Guten.“

So hart ist Chuck Norris

So hart ist Chuck Norris

Das denkt sicher auch seine Freundin Simone. Inzwischen, so Bender, habe sie sich aber daran gewöhnt. „Sie ist immer nur froh, wenn sie mich nach den Kopf-Verletzungen noch wiedererkennt“, sagte er. Und stellte deshalb auch klar, dass er keinen Grund sehe, seine Spielweise irgendwann zu ändern. Und eine Maske werde er natürlich auch nicht tragen. „Was ist das denn für eine Frage?“, meinte „Iron Man“ Bender entgeistert.

Chuck Norris trägt so etwas schließlich auch nicht.

sid

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