Anhänger fühlen sich abgezockt

Fan-Sturm der Entrüstung gegen BVB-Ticketpreise

Dortmund - Super Fußball, super Spiele, Tabellenführrer: Eigentlich könnten die Fans von Borussia Dortmund derzeit selig sein. Aber: Durch das Fanlager weht aktuell ein heftiger Sturm der Entrüstung.

Grund sind die enorm hohen Preise, die der BVB für die Spiele in der Gruppenphase der Europa League aufruft. Die Anhänger fühlen sich vom Verein abgezockt und drohen mit Protesten. Gestern Nachmittag dann ein überraschendes Einlenken vom Verein: Auf Facebook teilte der BVB mit, es sei „ein Fehler unterlaufen“. Konkret will sich der Revierklub am Donnerstag äußern.

Seit Jahren kämpfen die Fans in der Bundesliga gegen aus ihrer Sicht explodierende Ticketpreise. Schlagzeilen machte bundesweit die Kampagne „Kein Zwanni für ‘nen Steher“, die beim BVB schon zum Zurückrudern bei Topzuschlägen geführt hat. Aktuell streben die Borussen-Fans einen Boykott des Auswärtsspiels bei der TSG Hoffenheim (23. September) an, wo die Kraichgauer von den Gästefans für den günstigsten Sitzplatz 55 Euro verlangen.

Nun aber bekommt auch der BVB Gegenwind von den eigenen Fans. Auslöser ist die Preisgestaltung bei den Dauerkarten, von denen Borussia jedes Jahr rund 55.000 verkauft. Seit einigen Jahren nun verlangt der BVB von seinen treuesten Fans, sich zwischen zwei Optionen zu entscheiden: entweder nur Bundesliga oder eben mit Pokal und Europapokal – dann aber im Paket. Einzelne Spiele herauspicken geht nicht mehr. Die Folge: Für die Europa-League-Gruppenspiele gegen die eher mäßig attraktiven Teams von Quäbälä, Krasnodar oder Saloniki wollte der BVB nun deutlich mehr verlangen als noch vergangene Saison zu zu Champions-Lleague-Zeiten – auf der Südtribüne etwa hätte das einen Aufschlag von mehr als 13 Prozent bedeutet.

„Der Fan als Melkkuh“, schimpft die Fanseite „schwatzgelb.de“, in den Foren häufen sich Boykottaufrufe. Mit Erfolg? Der BVB teilte gestern mit: „Wir nehmen Eure Belange sehr ernst. Um es klar zu sagen: Borussia Dortmund ist hier ein Fehler unterlaufen. Wir haben die Abbuchungen deshalb sofort gestoppt und arbeiten gerade intensiv an der Dauerkartenproblematik. Mit dem Ergebnis werden wir spätestens am morgigen Donnerstag auf Euch zukommen.“

Quelle: wa.de

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