BVB-Geschäftsführer Watzke will hart durchgreifen / Trainer Klopp: „In diesem Moment schämt man sich“

Störfeuer trüben Dortmunder Derby-Freude

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Ziemlich benebelt: Die Aktionen einiger BVB-Fans werden noch ein Nachspiel haben.

DORTMUND - Ausgelassene Freude nach dem Derby-Triumph war bei Spielern und Verantwortlichen des BV Borussia Dortmund nach dem 3:1-Erfolg auf Schalke nicht zu erkennen. Einige wenige Chaoten hatten dem Großteil der schwarz-gelben Familie den Spaß schon vor dem Anpfiff verdorben.

Von Peter Schwennecker

 Meist vermummte „Pyromanen“ zündeten vor der Partie im Fan-Block nicht nur Bengalos und Rauchbomben, sondern sie schossen mit Leuchtraketen gezielt in andere Blöcke, in denen auch Kinder saßen, richteten zudem einen großen Sachschaden an. Selbst BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller flog ein Geschoss entgegen, als er sich in Richtung Kurve aufmachte um die Situation zu beruhigen. Schiedsrichter Knut Kircher schickte daraufhin beide Mannschaften wieder in die Kabine, pfiff die Partie erst sechs Minuten später an.

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Jürgen Klopp war fassungslos: „Wir gewinnen mit 3:1 und müssen dennoch und zurecht über die Aktion vor dem Spiel sprechen“, echauffierte sich der Dortmunder Fußball-Lehrer. „Das sind unschöne Bilder, um das milde auszudrücken. In diesem Moment schämt man sich. Ich bin oft stolz auf unsere Fans, aber das waren im wahrsten Sinne des Wortes Störfeuer.“ Und Klopp forderte gleich gezielte Maßnahmen: „Wir haben trotzdem gewonnen; nicht deswegen. Es sind vereinzelte Leute, die nicht das Gefühl bekommen dürfen, dazuzugehören. Wir müssen dagegen angehen. Das muss sanktioniert werden.“

Für den Vorsitzenden der Geschäftsführung, Hans-Joachim Watzke, der fast ständig den Konsens mit den Anhängern sucht, ist die Angelegenheit nach den Ereignissen jetzt Chefsache: „Diese Aktionen der Fans haben null Verständnis bei mir ausgelöst. Das ist nicht tolerierbar. Da muss man sich schämen, dass solche Leute behaupten, für den BVB auftreten zu können. Das wird Konsequenzen haben“, erklärte Watzke.

Dabei hatte es gerade vor dem Derby noch einige Gespräche zwischen der Fan-Abteilung und der Vereinsführung gegeben. Doch die hatten zumindest bei einigen nicht gefruchtet. „Mir tut das sehr leid. Es ist ja umgekehrt auch schon passiert, doch Schalke war heute Gastgeber, deswegen entschuldigen wir uns auch in aller Form“, betonte der Geschäftsführer. „Das sind nicht die Leute, die wir bei Borussia Dortmund sehen wollen. Das waren mehr als Einzelne. Nicht so viele, aber doch genug. Da wird es einmal den einen oder anderen mehr treffen.“ Ein hartes Vorgehen gegen die Übeltäter forderte auch die Deutsche Fußball-Liga (DFL). „Wir verurteilen die Vorfälle aufs Schärfste. Hier werden Verletzungen Anderer billigend in Kauf genommen“, sagte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig. „Jetzt gilt es, dass die Polizei gemeinsam mit den Clubs die Täter schnellstmöglich ermittelt, damit diese gezielt bestraft werden.“

Randale beim Revierderby: Bengalos im Dortmunder Block

Randale beim Revierderby: Bengalos im Dortmunder Block

Auch die Dortmunder Spieler waren sichtlich betroffen. „Ich bin der größte Fan von unseren Anhängern“, sagte Nuri Sahin. „Wir haben international einen Riesen-Ruf. Alle reden über Borussia Dortmund, auch die großen Stars, wie beeindruckend das ist mit unseren Fans. So etwas versteh ich nicht.“ Moderate Töne schlug Roman Weidenfeller an. „ Man darf nicht alle über einen Kamm scheren“, erklärte der Schlussmann. „Wichtig ist, dass wir weiter für ein friedvolles Derby plädieren, dass Emotionen dazu gehören. Das pflegen wir auf dem Platz. Aber die Aggression muss raus. Es muss gewährleistet sein, dass Familien ins Stadion gehen können.“

Bereits vor dem Spiel hatte es am Essener Westbahnhof Ausschreitungen gegeben. BVB-Anhänger durchbrachen eine polizeiliche Absperrung, stiegen in einen Zug und provozierten einen Nothalt. Der Bahnhof musste vorübergehend gesperrt werden. Insgesamt hat die Polizei am Derby-Tag acht Randalierer fest- und drei weitere in Gewahrsam genommen. „Von den nackten Zahlen hört es sich wie ein ganz normales Derby an, aber die erschreckenden Bilder haben wir alle vor Augen“, sagte Gelsenkirchens Polizeisprecher.

Quelle: wa.de

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