Vor dem Europa-League-Rückspiel in Liverpool

"Star-Poker" des BVB auf Schalke soll sich auszahlen

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Der BVB will nach dem Rückspiel in Liverpool auch wieder Grund zum Jubeln haben.

Liverpool - Jürgen Klopp verspricht seiner alten Liebe ein "brennendes Anfield" - doch Borussia Dortmund will seinen Meistertrainer beim zweiten Rendezvous mit allen Stars eiskalt abservieren. "Wir wollen keine romantischen Abende veranstalten. Wir wollen unbedingt ins Halbfinale!", sagte Sportdirektor Michael Zorc vor dem Viertelfinal-Rückspiel der Europa League am Donnerstag (21.05 Uhr/Sport1 und Sky) beim FC Liverpool. 

Hopp oder Klopp? Das 1:1 im Hinspiel lässt alle Optionen offen. Der BVB hat für den letzten fehlenden Europapokal im Trophäensaal seine kleine Meisterschaftschance riskiert - und diese im Derby bei Schalke 04 (2:2) verspielt. Die umstrittene Rotation der Führungsfiguren soll sich nun an der mythenumrankten Anfield Road auszahlen. 

"Wir werden nicht nur ein Tor schießen, wir werden zwei machen", tönte Torhüter Roman Weidenfeller. Der Hype vor dem Hinspiel, vor Klopps hysterisch begleiteter Rückkehr nach Dortmund, hat die Spieler abgelenkt, das räumte Trainer Thomas Tuchel ein. 

Vielleicht wird es auswärts sogar einfacher, das war eine Überlegung vor dem Abflug vom Dortmunder Flughafen in den verhangenen englischen Nordwesten. "Wir spielen nicht gegen unseren Freund Kloppo. Wir haben den Auftrag, Liverpool rauszufegen", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. 

Klopp: Jeder, der eine Karte bekommen hat, kann sich freuen

Klopp selbst ist erleichtert, dass die "Kloppo-Manie" keinen sportlichen Schaden bei den Reds angerichtet hat. Von der Last des Hypes befreit, geradezu euphorisch richtet er den Blick auf den Anpfiff. "Da ist richtig Pfeffer drin. Jetzt brennt Anfield! Das wird geil, das wird richtig lässig", sagte er voller Vorfreude. "Da geht die Post ab! Jeder, der eine Karte bekommen hat, kann sich freuen." 

Aber: "Wir wissen alle, wie unfassbar schwer es wird." Die Lockerheit, die Klopp vorlebt, hätte Tuchel im Hinspiel gerne von seiner Mannschaft gesehen. "Wir grübeln ein bisschen. Wir waren zu verkopft", sagte der BVB-Coach: "Ich hätte mir gewünscht, wir spielen es mit einem Lächeln auf den Lippen."

Hummels: Bei uns ist deutlich mehr Luft nach oben

Immerhin ist die allgemeine Aufregung wieder auf ein Normalmaß geschrumpft, es darf sogar über Fußball geredet werden. "Bei uns ist deutlich mehr Luft nach oben. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir eine Runde weiterkommen", sagte Kapitän Mats Hummels. 

Allerdings ist dem BVB in den vergangenen Wochen die Leichtigkeit abhanden gekommen, auch die Defensive steht nicht mehr so stabil wie zuvor. Das war sowohl im Derby als auch zuvor in der Liga gegen Werder Bremen (3:2) auffällig. 

Zorc: Für Romantik ist kein Platz

Dennoch: Der BVB ist 2016 in 18 Spielen ungeschlagen, nie zuvor hatte er nach 29 Spielen 68 Bundesliga-Punkte. Dass Klopp nach der Auslosung vom "extrem respekteinflößenden Spiel" der Dortmunder warnte, bezog sich aber noch auf eine andere, stärkere Phase. 

Während der 48-Jährige seinen Kapitän Jordan Henderson (Knieverletzung) ersetzen muss, wird Tuchel wieder alle Säulen der Dortmunder Offensivabteilung bringen. Es steht viel auf dem Spiel: "Für Romantik ist kein Platz", sagte Zorc. - sid

Quelle: wa.de

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