Sebastian Kehl tritt als Kapitän des BVB zurück

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DORTMUND - Sebastian Kehl ist nicht mehr Kapitän des BV Borussia Dortmund. Diese Entscheidung teilte er am Mittwochnachmittag in Bad Ragaz (Ostschweiz) mit, wo sich die Dortmunder zum vierten Mal nacheinander auf die Fußball-Bundesliga-Saison vorbereiten.

Von Jens Lederer

„Borussia Dortmund steht vor einer fantastischen Zukunft und ich bin froh, sie mitgestalten zu können. Dennoch habe ich mich dazu entschlossen, das Amt des Kapitäns jetzt niederzulegen, um meinem Nachfolger mit Rat und Tat zur Seite zu stehen“, verkündete Sebastian Kehl.

Den Entschluss, sich von der Kapitänsbinde zu trennen, fasste er bereits Ende der Saison. Er sei nicht zu diesem Schritt gedrängt worden, deshalb sei ihm diese Entscheidung auch nicht schwer gefallen. „Wir haben genügend Spieler in unserer Mannschaft, die dieses Amt bekleiden können“, sagt Kehl, der jedoch ebenso wie alle anderen Profis nicht weiß, wer seine Nachfolge antreten wird. Es sei Sache des Trainers, an wen er den Staffelstab übergeben werde. Er verhehle jedoch nicht, wahnsinnig gerne Verantwortung für Team und Verein getragen zu haben. Dem Mannschaftsrat wird der Defensivspezialist weiterhin angehören. „Das war auch Wunsch der anderen Spieler“, sagte er. Ein Nachfolger wird nun gesucht. Favoriten sind wohl seine Stellvertreter aus der vergangenen Saison, Roman Weidenfeller und Mats Hummels.

Kehl, der sich im Jahre 2002 für Dortmund und gegen Bayern München entschied, hat in den zurückliegenden Jahren alles miterlebt. Die Meisterschaft 2002, die Fast-Insolvenz und natürlich den Aufschwung in der Klopp-Ära mit Doppelmeisterschaft, Doublegewinn und Champions-League-Finale. Nicht nur als Spieler, sondern ab 2008 auch als Kapitän. Als Leader war er stets stolz auf seine Mannschaft, die nach seiner Aussage immer wieder unter schwierigen Bedingungen bewiesen hat, zu welch guten Leistungen sie fähig ist. „Wir schreiben seit Jahren eine tolle Erfolgsgeschichte, und das, obwohl wir immer wieder Rückschläge einstecken müssen, Weggänge oder langwierige Verletzungen zum Beispiel. Das schweißt zusammen. Wir glauben an uns“, betonte der ehemalige Kapitän, nachdem er sich dazu entschieden hatte, seinen Vertrag bis 2015 zu verlängern und danach endgültig Schluss zu machen.

Über sein Karriereende redet Kehl nicht gerne. Er blickt vielmehr auf die neue Saison, die Borussia Dortmund zumindest mit Platz zwei abschließen will. Dass dieses Vorhaben ohne Robert Lewandowski nicht einfach sein wird, blendet der Routinier nicht ganz aus: „Natürlich werde der Abgang von Lewandowski schmerzen, allerdings habe der Verein eine passende Lösung gefunden“, erklärte Kehl auch mit Blick auf Adrian Ramos und Ciro Immobilie, die die Lücke in Dortmund schließen sollen.Auf Kehl selbst warte ein spannendes und emotionales Jahr, sagte der Mittelfeld-Stratege. Sich des harten Konkurrenzkampfes bewusst, betonte er, dass es ihm egal sei, ob er am Ende der Saison zwei oder drei Spiele mehr oder weniger auf dem Tacho habe. „An meiner Rolle ändert sich weder intern noch auf dem Platz etwas. Mein Ehrgeiz ist nach wie vor ungebrochen“, versichert Sebastian Kehl, dem BVB-Mediendirektor Sascha Fligge für sein vorbildliches Engagement als Kapitän von Borussia Dortmund dankte. „Es ist heute auch ein trauriger Tag. Dein Nachfolger wird in große Fußstapfen treten“, würdigte er ganz bewusst nicht nur den Fußballer, sondern vor allem den Menschen Sebastian Kehl.

Quelle: wa.de

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